Risikopatienten besonders gefährdet

Beliebtes Schmerzmittel: Aspirin kann dem Herzen schaden

Die regelmäßige Einnahme von Aspirin steht laut einer aktuellen Studie in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche.
Die regelmäßige Einnahme von Aspirin steht laut einer aktuellen Studie in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Herzschwäche.
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25. November 2021 - 13:21 Uhr

Risiko um 26 Prozent erhöht

Kopfschmerzen, Erkältung und Fieber. Viele Menschen greifen da zum beliebten Schmerzmittel Aspirin. Die Brausetablette wird auch zur Beeinflussung der Blutgerinnung eingesetzt. Das Mittel kann aber auch das Risiko für Herzinsuffizienz oder Herzversagen erhöhen. Ausgerechnet Risikopatienten sind besonders gefährdet. Das sagt eine neue umfassende Studie.

Erste Studie dieser Art

Die Einnahme von Aspirin ist laut der Analyse bei Personen mit mindestens einem Risikofaktor für Herzschwäche mit einem um 26 Prozent erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz verbunden. Zu den größten Risikofaktoren für die Entstehung von Herzschwäche gehören nach Angaben der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes und bereits vorliegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, berichtet heilpraxis.net.

"Dies ist die erste Studie, die zeigt, dass bei Personen mit mindestens einem Risikofaktor für Herzinsuffizienz diejenigen, die Aspirin einnehmen, mit größerer Wahrscheinlichkeit später an der Krankheit erkranken als diejenigen, die das Medikament nicht einnehmen", fasst Studienautor Dr. Blerim Mujaj von der Universität Freiburg die Ergebnisse der im Fachjournal "ESC Heart Failure" erschienenen Studie zusammen.

Studienergebnisse könnten zu neuen Empfehlungen führen

Fünf Jahre beobachteten Forscher die Teilnehmer dieser Studie. Insgesamt 1.330 von ihnen erlitten innerhalb dieser Zeit eine Herzerkrankung, die in einer Herzinsuffizienz mündete.

Unter diesen waren Patienten, die regelmäßig Aspirin einnahmen, überproportional stark vertreten. Dieses erhöhte Risiko für ein Herzversagen blieb auch dann erhalten, als die Forscher nur Patienten gleichen Alters und ähnlicher Risikofaktoren miteinander verglichen. "Unabhängig davon, welche Datensätze wir nutzten und wie stark wir mögliche Einflussfaktoren berücksichtigten, war das Risiko für Herzversagen stets positiv mit der Aspirin-Einnahme verknüpft", so die Forscher.

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"Große multinationale randomisierte Studien bei Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz sind erforderlich, um diese Ergebnisse zu überprüfen", gibt Dr. Mujaj abschließend zu bedenken. Bis dahin lege die Beobachtung nahe, dass Aspirin bei Personen mit Risikofaktoren für Herzinsuffizienz mit Vorsicht verschrieben werden sollte.

Der in Aspirin enthaltene Wirkstoff ASS (Acetylsalicylsäure) löst sich bereits im Magen auf und gelangt direkt in den Blutkreislauf. Als "Vorfahr" dieses Wirkstoffes gilt die Weidenrinde, die ähnliche Substanzen enthält und damit eine vergleichbare Wirkung auf den Körper hat. In Form einer Brausetablette eingenommen, setzt die volle Wirkung nach 20 Minuten ein. (jar)

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