Unerwartet mit 64 Jahren gestorben

Belarus: Außenminister Wladimir Makei ist tot

FILE - Foreign Minister of Belarus Vladimir Makei addresses the 77th session of the United Nations General Assembly, at U.N. headquarters, Saturday, Sept. 24, 2022. Belarusian Foreign Minister Vladimir Makei, a close ally of authoritarian President A
Außenminister Makei bei einer Rede vor den Vereinten Nationen im September 2022
AZ, AP, Jason DeCrow

Der belarussische Außenminister Wladimir Makei ist der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge überraschend gestorben. Makei sei 64 Jahre alt geworden, meldete Belta am Samstag. Der Diplomat war seit 2012 Außenminister unter Präsident Alexander Lukaschenko. Aus Russland gab es erste Beileidsbekundungen. Die Umstände seines Todes bleiben jedoch noch unklar.

Wladimir Makei hatte sich lange für eine Verbesserung der Beziehungen zum Westen eingesetzt

Die staatliche Nachrichtenagentur Belta berichtete am Samstag von einem „plötzlichen Tod“, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Über Krankheiten war nichts bekannt. Makej war seit zehn Jahren Außenminister des autoritär regierten Landes und gehörte zu den Vertrauten von Langzeit-Machthaber Alexander Lukaschenko. Vor seiner Zeit als Minister war er Chef von dessen Präsidialadministration. Makej wurde zeitweise auch als möglicher Nachfolger Lukaschenkos gehandelt.

Makei hatte sich lange Zeit für eine Verbesserung der Beziehungen seines Landes zum Westen eingesetzt und auch den Verbündeten Russland kritisiert. Von diesem Kurs war er jedoch nach Massenprotesten der Bevölkerung gegen die Präsidentschaftswahl im Jahr 2020 abgerückt. Er hatte die Proteste als Kampagne westlicher Agenten bezeichnet.

Kreml zeigt sich "erschüttert" vom Tod des Außenministers von Belarus

Belarus, der engste Verbündete seines Nachbarn Russland, ist wegen Verstößen gegen Menschenrechte und Unterdrückung von Oppositionellen von westlichen Staaten mit Sanktionen belegt. Das Land unterstützt Russland bei dessen Krieg gegen den gemeinsamen Nachbarn Ukraine, beteiligt sich allerdings selbst nicht an der Invasion.

Aus Russland, dem engsten Verbündeter von Belarus (ehemals: Weißrussland) gab es erste Beileidsbekundungen. „Wir sind erschüttert von den Meldungen über den Tod des Außenministers von Belarus“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Lukaschenko ist in der ehemaligen Sowjetrepublik bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht. (kra/dpa/reuters)