Nach Horror-Szenen bei "Bibi und Tina"

Wenn Kinder weinend aus dem Kino laufen: Bekommen Eltern ihr Geld zurück?

Bibi & Tina - Einfach anders Zaubern und Pferde
02:23 min
Zaubern und Pferde
Bibi & Tina - Einfach anders

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von Lauren Ramoser

Der neue Film „Bibi und Tina – einfach anders“ hat bei einigen Kindern für etliche Tränen gesorgt. Bei einer Vorstellung sind laut einer RTL-Zuschauerin mehrere Kinder weinend aus dem Saal gestürmt – und das schon nach wenigen Minuten. Doch können Eltern dann den Kartenpreis vom Kino zurückverlangen? Anwältin Nicole Mutschke klärt auf.

Einige Szenen aus dem Film und ein Interview mit den Schauspielern sehen Sie im Video.

Lese-Tipp: FSK-0-Film zu brutal? Kinder stürmen weinend aus „Bibi und Tina“

Keine Altersbeschränkung und trotzdem Gewaltszenen

Ein Mann schlägt einem Teddy den Kopf mit einem Schwert ab – und das in einem Film, der mit FSK 0 (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) eingestuft ist. Auf der FSK-Website heißt es zu dieser Altersfreigabe: „Schon dunkle Szenarien, schnelle Schnittfolgen oder eine laute und bedrohliche Geräuschkulisse können Ängste mobilisieren oder zu Irritationen führen.“ Und weiter: „Gewaltaktionen, aber auch Verfolgungen oder Beziehungskonflikte lösen Ängste aus, die nicht selbständig und alleine abgebaut werden können“. Eltern gehen also davon aus, dass sich in einem Film ohne Altersfreigabe keine Gewaltszenen finden.

Im neuen „Bibi und Tina“-Streifen scheint das aber anders zu sein. Laut einer RTL-Zuschauerin haben mehrere Kinder weinend den Kinosaal verlassen wollen – und das bereits relativ zu Beginn des Films. Können sich Eltern also nicht auf die FSK-Einschätzung verlassen?

Lese-Tipp: Das steckt hinter den FSK-Kennzeichen

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Können Eltern den Kinopreis zurückverlangen?

„Bei der sogenannten FSK handelt es sich um die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“, erklärt Anwältin Nicole Mutschke auf RTL-Anfrage und räumt ein: „Immer wieder gab es auch in der Vergangenheit schon Kritik an den Entscheidungen der FSK.“

Manche Einschätzungen seien als „jugendgefährdend“ wahrgenommen worden, andere als „Zensur“. „Die Altersfreigabe soll für Eltern also eine erste Orientierung bieten, aber auch nicht mehr“, bringt es Mutschke auf den Punkt. Für Kinos seien die Vorgaben nach dem Jugendschutzgesetz bindend und das bedeute auch: „Eine Erstattung des Eintrittsgeldes wird es daher von den Kinos nicht geben, wenn Eltern meinen, die Altersfreigabe sei unangemessen“, so die Anwältin.

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