Er winselte und war ganz allein

Bautzen: Spaziergänger finden Wolfswelpen im Wald

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16. Juni 2019 - 19:16 Uhr

Wahrscheinlich wurde sein Rudel von Menschen aufgeschreckt

Das Tier saß ganz allein auf dem Waldweg und winselte. In einem Waldstück bei Bautzen (Sachsen) haben Spaziergänger einen Wolfswelpen gefunden. Das etwa vier Wochen alte, weibliche Tier tapste auf die Menschen zu und wimmerte, wie das sächsische Umweltamt mitteilte. Experten vermuten, dass das Jungtier verloren gegangen sein könnte, als sein Rudel den Bau wechselte. Gerade in der Zeit, in der Wölfe ihre Jungen groß ziehen, dürfen sie nicht gestört werden.

Bitte nicht stören!

Wolfsmutter mit Jungem
Gerade wenn Wölfe ihre Jungen großziehen, reagieren sie besonders empfindlich auf Störungen durch den Menschen.
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"Wolfswelpen werden in der Regel Ende April/ Anfang Mai blind und taub geboren", erklärte das Landesumweltamt. Nach etwa drei bis vier Wochen verlassen die kleinen Wölfe zum ersten Mal ihre Höhle. Wenn das Rudel in dieser Zeit gestört wird, zum Beispiel durch Menschen, die der Behausung zu nahe kommen, kann es sein, dass die Eltern ihren Nachwuchs in einen anderen Bau umsiedeln. Dabei kommt es häufiger vor, dass Welpen unterwegs verloren gehen und dann orientierungslos im Wald herumirren.

Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben

Das Umweltamt rief darum dazu auf, "Beunruhigungen und menschliche Störungen" möglichst zu vermeiden. Spaziergänger sollten auf den Wegen bleiben, um nicht versehentlich in den Lebensraum der Tiere einzudringen. Wer Hinweise zu Wölfen hat oder hilflose, kranke Tiere im Wald findet, kann sich beim LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung oder bei der jeweiligen Fachstelle für Wölfe in der Region melden. Wie man sich richtig verhält, wenn man einem Wolf im Wald begegnet - in unserem Video.

Die Spaziergänger, die den Welpen entdeckten, informierten das sächsische Wolfsmanagement, das sofort einen Mitarbeiter in den Wald schickte. Oberste Priorität: Der Welpe sollte so wenig Kontakt mit Menschen haben wie möglich. Er kam zur Untersuchung erst einmal in eine Auffangstation. Jetzt muss entschieden werden, ob das Tier zurück zu seiner Familie gebracht werden kann. "Um die Möglichkeit einer Rückkehr in die Freiheit nicht zu gefährden, können bis auf weiteres keine Details zu diesem Fall bekannt gegeben werden", erklärte das Amt.