Was passiert, wenn mir was passiert?

Bankvollmacht: So geben Sie Ihr Geld in gute Hände

Ohne die entsprechende Vollmacht dürfen selbst engste Angehörige nicht an Ihr Konto
Ohne die entsprechende Vollmacht dürfen selbst engste Angehörige nicht an Ihr Konto
© dpa, Kay Nietfeld

29. Juli 2021 - 10:09 Uhr

Ohne Vollmacht darf niemand an Ihr Konto

Es ist kein schöner Gedanke – aber wenn uns etwas zustößt oder wir krank werden, was passiert dann eigentlich mit unserem Konto? Tatsächlich verweigern Banken ohne die notwendigen Bevollmächtigung selbst Angehörigen und Ehepartnern den Zugriff darauf – auch wenn Daueraufträge, Arzt- oder Pflegekosten bezahlt werden müssen. Finanztest erklärt, wie Sie Vorkehrungen treffen, damit sich darüber im Ernstfall niemand Gedanken machen muss.

Verwandtschaft oder Ehe reicht nicht für Kontozugriff

Nur mit jemandem verwandt oder verheiratet zu sein, berechtigt niemanden, einfach auf dessen Konto zuzugreifen. Denn Kreditinstitute sind in der Haftung, wenn sich nachweisen lässt, dass jemand ohne Befugnis das Konto verwaltet.

Neben einer Bankvollmacht ist ein Zugriff auf die Konten auch mit einer notariell bekundeten Vorsorgevollmacht möglich. Handelt es sich hingegen nur um eine Vorsorgevollmacht mit einfacher Unterschrift, wird diese von den Banken oft nicht akzeptiert – obwohl sie nach Rechtslage eigentlich ausreicht. Oft wird das mit dem hohen Bearbeitungsaufwand begründet, bei jedem Bankgeschäft die Originalvollmacht überprüfen zu müssen.

Bankvollmacht gilt bereits ab Unterschrift

Das Formular für die Bankvollmacht muss sowohl von Kontoinhaber als auch Vertrauensperson bei einem gemeinsamen Termin vor Ort unterschrieben werden. Bei Onlinebanken kann es heruntergeladen werden, die bevollmächtigte Person weist ihre Identität dann auf dem Postweg oder das sogenannte Videoidentverfahren nach.

Wichtig: Die Vollmacht tritt ab dem Moment der Unterschrift in Kraft, nicht etwa erst dann, wenn Sie krank werden oder aus anderen Gründen nicht mehr selbst zur Verwaltung Ihres Kontos fähig sind. Das Risiko eines Missbrauchs durch die andere Person tragen Sie dann selbst. Umso wichtiger ist es, jemanden zu bevollmächtigen, dem Sie voll und ganz vertrauen.

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Was mit einer Bankvollmacht geht – und was nicht

Bei allen von Finanztest untersuchten Banken und Sparkassen sind mit einer Vollmacht grundlegende Geschäfte wie Geld abheben und überweisen erlaubt. Besteht ein Depot, darf die Person oft auch Wertpapiere, Aktien oder Anleihen kaufen und verkaufen. Nur selten dürfen Bevollmächtigte das Depot vor dem Tod des Kontoinhabers kündigen.

Bei manchen Banken ist die Umstellung von regulärem auf Onlinebanking nicht möglich, etwa bei der Deutschen Bank, Hamburger Sparkasse, Norisbank oder Targobank. Der Zugang zu einem Bankschließfach erfordert meistens eine separate Vollmacht.

Einige ausländische Direktbanken und Zinsportale bieten zwar attraktive Konditionen an, aber keine Bankvollmacht. Dazu gehören etwa Amsterdam Trade Bank, Denizbank, Klarna Bank, Weltsparen oder Zinspilot.

Einen Vergleich von 24 Anbietern sowie weitere Infos zum Thema finden Sie auf test.de.

Todesfall: Das passiert mit dem Konto

In der Regel erfährt die Bank vom Nachlassgericht oder Einwohnermeldeamt vom Tod eines Kontoinhabers. Auch Angehörige oder Bevollmächtigte können ihn melden. Konto und Bankkarten werden dann gesperrt, das Finanzamt wird über den Vermögensstand am Todestag informiert.

Besitzt niemand eine Bankvollmacht, wird das Konto als Nachlasskonto geführt, bis ein Erbe durch das Testament oder den Erbschein seine Zugriffsbrechtigung nachweist. Bei Banken mit Sitz im Ausland können andere Regeln gelten, weshalb es sich empfiehlt, diese frühzeitig zu klären. (rka)

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