Er tötete bis zu 70 vom Aussterben bedrohte Raubkatzen

Berüchtigter Tiger-Killer nach 20 Jahren gefasst

20 Jahre lang jagte die Polizei jagte Habib Talukder - jetzt ist der Wilderer gefasst.
20 Jahre lang jagte die Polizei jagte Habib Talukder - jetzt ist der Wilderer gefasst.
© Sharankhola Police

01. Juni 2021 - 17:03 Uhr

"Tiger Habib" schlug in den Mangrovenwäldern zu

Er schlich sich in die faszinierenden Mangrovenwälder der Sundarbans und tötete vom Aussterben bedrohte Raubkatzen. Immer wieder schlug der als "Tiger Habib" bekannte Habib T. zu – bis zu 70 bengalische Tiger soll der 50-Jährige auf dem Gewissen haben. Nach rund 20 Jahren ist der brutale Wilderer endlich geschnappt worden.

Wilderer sitzt jetzt in Bangladesch im Knast

Die Polizei verhaftete "Tiger Habib" am Samstagmorgen in einem Wald in Bangladesch. Zuvor hatte sie einen Hinweis bekommen. Nach der Festnahme kam der Wilderer vor Gericht und am Nachmittag desselben Tages ins Gefängnis. "Er war lange auf der Flucht", sagte Saidur Rahman von der Polizei in Sharankhola der Zeitung "Dhaka Tribune".

Habib habe dem Forstamt zuvor gestanden, mindestens 70 Tiger getötet zu haben, erklärte ein Behördenmitarbeiter. Den 50-Jährigen erwarte nun eine Anklage wegen im Wald begangener Verbrechen in neun Fällen.

Habib T. galt als meistgesuchter Verbrecher

Zwei Jahrzehnte lang hatte Habib T. die Polizei in den Sundarbans, den größten Mangrovenwäldern der Welt, in Atem gehalten. "Er ging heimlich in die Sundarbans und jagte wilde Tiere, obwohl er den Wald schon lange nicht mehr betreten durfte", erzählte Polizist Abdul Mannan dem Blatt. "Einige einflussreiche Banden waren daran beteiligt." Sowohl beim Forstamt als auch bei der Polizei habe Habib als meistgesuchter Verbrecher gegolten, sagte Mannan.

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Nur noch wenige tausend Tiger in den Sundarbans

Bengaltiger
Nur noch wenige tausend Bengaltiger leben in den Mangrovenwäldern der Sundarbans in freier Wildbahn.
© dpa, Z1003 Jens Büttner

In den Sundarbans an der Grenze zwischen Indien und Bangladesch lebt die weltweit größte Population von bengalischen Tigern. Laut BBC gibt es aber nur noch wenige tausend Exemplare in freier Wildbahn. In dem Teil, der in Bangladesch liegt, wurden 2018 gerade einmal 114 Tiere gezählt.

Wilderer verkaufen erlegte Tiger an Schwarzmarkthändler, die das Fell, die Knochen und das Fleisch der Tiere weltweit vertreiben.