Auch Jugendliche betroffen

Wir Deutschen fühlen uns immer einsamer

© picture-alliance / ZB, Hans Wiedl

31. Mai 2019 - 11:36 Uhr

Depressionen, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Wir vereinsamen immer weiter – mehr als jeder Zehnte fühlt sich regelmäßig alleine. Auch immer mehr Jugendliche. Das hat Auswirkungen auf unsere körperliche und geistige Gesundheit – dabei ist die Lösung so einfach.

Jeder zehnte Ü45er fühlt sich einsam

Wir Deutschen fühlen uns immer einsamer – das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor, berichtet die "Rheinische Post". Besonders hart vom ungewollten Alleinsein sind die 45- bis 84-Jährigen betroffen. Die sogenannte Einsamkeitsquote stieg in dieser Altersklasse in nur sechs Jahren um 15 Prozent.

Aber auch junge Menschen klagen über Einsamkeit. 4,2 Prozent der elf- bis 17-Jährigen gab in einer Langzeitstudie (KiGGS) an, sich oft oder immer einsam zu fühlen. Jeder vierte Jugendliche verspüre das Gefühl manchmal oder selten. Mädchen häufiger als Jungen.

Einsamkeit macht krank

Soziale Isolation sei der Hauptgrund für das gestiegene Einsamkeitsgefühl. Demnach verbringen immer weniger Menschen ausreichend Zeit mit Freunden, der Familie oder in sozialen Einrichtungen oder Vereinen.

Die Isolation wirkt sich negativ auf das gesundheitliche Wohlbefinden aus. Vor allem chronisch auftretende Krankheiten wie Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können vermehrt durch Einsamkeit auftreten. Auch psychische Probleme und Demenz werden durch Alleinsein beeinflusst.

Folgen für Rentner besonders schlimm

Keine Altersgruppe begeht so häufig Suizid wie Rentner. Einsamkeit ist neben körperlichen Gebrechen und einer zunehmenden Perspektivlosigkeit der häufigste Grund dafür. Umso wichtiger ist es, Menschen zusammenzubringen.

Vereine, Nachbarschaft und Freundeskreis helfen

Seniorin und kleiner Junge im Altersheim
Von einer Begegnung zwischen Jung und Alt profitieren beide Seiten.
© iStockphoto

Es gibt zahlreiche Projekte, um Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen. Über 540 Mehrgenerationenhäuser, verteilt in ganz Deutschland, bieten Projekte an, die über alle Altersgruppen hinweg verbinden sollen.

Ansätze gibt es viele – Betroffene müssen nur den passenden für sich finden. In Städten entstehen immer häufiger Begegnungsstädten und Apps, die Menschen wieder näher zusammenbringen sollen. Wo früher die Nachbarschaft und ein lebendiges Vereinsleben für soziale Interaktion gesorgt haben, ersetzen heutzutage häufig Zeit im Internet oder im eigenen Haushalt das Miteinander.

Auch moderne Wohnprojekte zwischen Jung und Alt verbessern die Lebensqualität aller Bewohner und werden auch zur finanziell guten Alternative im steigendem Mietspiegel der Städte.

Sie sehen keinen Ausweg?

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.