Verbotenes Spritzgift gefunden

Apfelsaft im Öko-Test: Viele hui, drei sind pfui

Apfelsaft in Krug und Gläsern, umgeben von Äpfeln
Hochwertiger Apfelsaft muss nicht teuer sein
picture alliance

Rund 5,6 Liter – so viel Apfelsaft tranken die Deutschen 2021 durchschnittlich pro Kopf. Das klingt viel, doch die Nachfrage ist rückläufig: 2005 waren es mit 12,4 Litern noch mehr als doppelt so viel. Liegt das etwa am höheren Bewusstsein dafür, wie viel Zucker wirklich in dem Getränk steckt? Oder spricht noch etwas anderes gegen den Konsum? Öko-Test hat jetzt 33 naturtrübe Apfelsäfte eingekauft und auf Herz und Nieren geprüft. Nicht alle konnten überzeugen.

Günstig und „sehr gut“: Diese Apfelsäfte schmecken Stiftung Warentest

Die Apfelsaft-Produkte im Test stammen aus Drogerien, (Bio-)Supermärkten und Discountern, 16 tragen ein Bio-Siegel. Die Preise für einen Liter Saft liegen zwischen 0,99 und 3,99 Euro.

Und das Resultat der Untersuchung? Zumindest sensorisch erfreulich. Denn bis auf eine Ausnahme schmeckten alle Säfte „sehr gut“. Ansonsten schnitt Bio-Ware deutlich besser ab. 13 von 16 Apfelsäften aus biologischem Anbau erhielten die Bestnote. Pestizide fanden sich dort nicht mal in Spuren. Insgesamt wurden 21 Produkte für „sehr gut“ und fünf für „gut“ befunden.

So können Verbraucherinnen und Verbraucher ihren Durst mit folgenden Säften und ungetrübter Freude löschen:

  • Alnatura Apfelsaft naturtrüb, Bioland für 2,39 Euro pro Liter,
  • dm Bio Apfelsaft naturtrüb, Naturland (1,35 Euro)
  • Dennree Apfel Saft naturtrüb (1,59 Euro)

Dass es „sehr gut“ auch für nur 0,99 Euro je Liter gibt, zeigen insbesondere diese Produkte:

  • Rio D‘Oro Apfelsaft naturtrüb Aldi Nord/ Aldi Süd
  • Rewe Beste Wahl Apfel Saft naturtrüb
  • K-Favourites Apfelsaft naturtrüb, Kaufland

Verbotenes Spritzgift in 3 Säften: „ungenügend“!

Alle 17 konventionellen Säfte im Test enthalten ein oder mehrere Pestizide. Wenn auch nur in so geringen Mengen, dass Öko-Test sie als Spuren einordnet und das Produkt dafür nicht abwertet. Einzige Ausnahme: Der

  • „Amecke Sanfte Säfte Apfel naturtrüb“ („gut“)

Hier fand das beauftragte Labor das Pestizid Acetamiprid, für das es trotz geringem Gehalt einen Notenabzug gab. Denn das Gift schadet Bienen und Insekten, deshalb handelt es sich in den Augen der Tester um ein besonders bedenkliches Pestizid.

Beim Spritzgift Mepiquat, das im Obstbau eigentlich verboten ist, hört für die Tester allerdings der Spaß auf. Nicht mehr als 0,02 Milligramm Mepiquat dürfen in einem Kilo Äpfel messbar sein, weshalb auf EU-Ebene ein niedriger Grenzwert gilt. Drei Säfte überschritten diesen „Rückstandshöchstgehalt“. Und zwar:

  • „Beckers Bester naturtrüber Apfel“
  • „Belsina Apfel naturtrüb“
  • „Paradiso Apfel naturtrüb“

Sie wurden infolgedessen mit „ungenügend“ bewertet.

Alle Testergebnisse finden Sie auf der Website von Öko-Test.

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Apfelsaft: Fast so viel Zucker wie Cola!

Mit zehn bis zwölf Prozent natürlichem Zuckergehalt können es die Säfte in aller Regel mit dem Zuckergehalt einer Cola aufnehmen. Das fördert Karies und bei übermäßigem Konsum Übergewicht. Auch von den Ballaststoffen des Apfels ist im Saft nicht mehr viel drin. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt daher auch, nur einen Teil Apfelsaft mit drei Teilen Wasser zu verdünnen.

Einige wertvolle Nährstoffe überleben die Pressung der Frucht zumindest teilweise. Allen voran die Polyphenole, von denen ein trüber Apfelsaft mehr enthält als ein klarer. Diese zeigten in Studien eine vorbeugende Wirkung gegen zahlreiche Zivilisationskrankheiten, von Diabetes über Krebs bis Bluthochdruck. Und auch ein wenig Vitamin C bleibt im Saft zurück. Doch während manche Äpfel auf 25 Milligramm pro Kilo kommen, sind es in deren Saft höchstens noch zwei Milligramm. (xwi/rka)