Protest gegen Tierindustrie

Aktivisten blockieren Geflügelschlachthof in Gudensberg

27. Mai 2021 - 18:56 Uhr

Bündnis fordert: Klimaschutz, Tierwohl, menschenwürdige Arbeit

Seit dem frühen Donnerstagmorgen belagern rund 50 Aktivisten einen Schlachthof in Gudensberg – der Betrieb gehört zu einem der europaweitweit größten Hühnerfleischproduzenten. Die Demonstranten protestieren nach eigenen Angaben gegen industrielle Tierhaltung, Ausbeutung der Angestellten und für Klimaschutz.

Anlass sei ein Corona-Ausbruch

Pappschild mit Forderung "Shut Down Tierindustrie"
Die Tierindustrie dicht machen - das Ziel der Aktivisten Quelle: Gemeinsam Gegen Tierindustrie
© https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/, keine, Hendrik Hassel

"Bis jede Schlachtfabrik stillsteht" dieses Ziel proklamieren die Aktivisten auf einem Transparent.

Konkreter Anlass sei aber ein Corona-Ausbruch in der Schlachtfabrik, erklärt Friedrich Kirsch, Pressesprecher vom Bündnis "Gemeinsam Gegen die Tierindustrie". Es gehe um die Sicherheit der Arbeiter*innen. Zudem solle der Schlachtbetrieb schließen, " weil wir eben sehen, dass die Tierindustrie klimaschädlich ist und auf Ausbeutung von Arbeiter*innen und Tieren basiert", ergänzt Kirsch.

Auf RTL-Anfrage bestätigte der Schwalm-Eder-Kreis, dass 22 Personen der rund 450 Beschäftigten am Standort Gudensberg aktuell mit dem Coronavirus infiziert seien.

Hausfriedensbruch und Nötigung

Um drei Uhr morgens haben die 50 Demonstranten mit der Blockade des Schlachthofes begonnen. Viehtransporter warteten in langen Schlangen auf der Zufahrtsstraße, erst am späten Vormittag konnten sie weiterfahren.

Die Polizei war nach Angaben eines Sprechers mit "mehreren dutzend" Einsatzkräften vor Ort. Die Aktivisten haben die Zufahrt unter anderem mit einem Dreibeingestell und einer Mahnwache blockiert. Zwei Demonstranten haben sich zudem mit einem Rohr an ein Tor gekettet. Hier gehe es möglicherweise um Hausfriedensbruch und Nötigung, so der Polizeisprecher.


(dpa/ mva)