Er hat drei Jobs und wohnt im Hotel Mama

Marius (23) plant Rente mit 40

15. September 2021 - 11:06 Uhr

Junger Mann kümmert sich schon jetzt um Altersvorsorge

Nicht zuletzt der demographische Wandel in unserer Gesellschaft sorgt dafür, dass das deutsche Rentensystem immer wieder hinterfragt wird. Marius Müller aus Nordhessen schenkt dem System sogar so wenig Vertrauen, dass sich der 23-Jährige schon jetzt voll und ganz privat um seine Altersvorsorge kümmert. Und als wäre das nicht schon genug, möchte Marius auch schon mit 40 in Rente gehen. Wie er das schaffen möchte, verrät er im Videobeitrag.

Drei Jobs und Leben bei Mama

Marius Müller will mit 40 in Rente
Um mit 40 finanziell unabhängig sein zu können, arbeitet Marius hart.
© rtl.de

Rente mit 40? Dieses Vorhaben klingt extrem sportlich. Damit Marius dieses Ziel erreicht, spart er schon jetzt in seinen Zwanzigern sehr diszipliniert. Der 23-Jährige lebt noch bei seinen Eltern, so spart er sich die Mietkosten, und darüber hinaus geht er drei Jobs gleichzeitig nach. Der Industriekaufmann-Azubi fährt in seiner "Freizeit" noch Taxi und verdient zusätzlich noch Geld als Posaunenchorleiter. So bleibt am Ende des Monats genügend Geld übrig, um es gewinnbringend an der Börse anlegen zu können.

Marius investiert monatlich 600 Euro breit gestreut in Aktien-ETF. Diese speziellen Fonds bilden einen Aktienindex – wie beispielsweise den DAX nach – und sind aufgrund der passiven Bauart auch für private Anleger enorm kostengünstig. Zudem streuen sie das Risiko des Investments auf teilweise Tausende Unternehmen. Nichtsdestotrotz sind mit weltweit gestreuten Fonds jährliche Renditen von durchschnittlich sieben Prozent – vor Steuern und Inflation - durchaus möglich.

Warum das alles?

Marius geht es nicht darum, seine zweite Lebenshälfte mit Nichtstun zu bestreiten. Vielmehr träumt er von finanzieller Unabhängigkeit: "Mein langfristiges Ziel ist, die Möglichkeit zu haben aufhören können zu arbeiten. Also nicht, dass ich jetzt mit Punkt 40 aufhöre zu arbeiten und nie wieder irgendwas tue und den ganzen Tag auf der faulen Haut liege, sondern ich möchte die Möglichkeit haben unabhängig von meinem Arbeitgeber entscheiden zu können: Arbeite ich jetzt noch für ihn, oder reise ich jetzt zum Beispiel drei Monate nach Südamerika?", erzählt er uns im Interview.

Investieren ist für Marius zur Lebenseinstellung geworden. Viel zu häufig gebe man Geld für Unnützes aus, findet er: "Es ist einfach eine Prioritäten-Entscheidung. Möchte ich die 25 Euro jetzt für den Abend ausgeben, oder für die Zigaretten, oder möchte ich die 25 Euro dafür ausgeben für meine Rente später vorzusorgen", so der 23-Jährige. (tel/kmü)

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