Ungewöhnliche Methode:

Sandwich-Tüte rettet Zwillings-Frühchen das Leben

Baby Zaki ist eingewickelt in einer Sandwich-Tüte. Der Kleine kommt drei Monate zu früh zur Welt. Im Mutterbauch hätte er es jetzt noch schön warm gehabt.
Baby Zaki ist eingewickelt in einer Sandwich-Tüte. Der Kleine kommt drei Monate zu früh zur Welt. Im Mutterbauch hätte er es jetzt noch schön warm gehabt.
© privat

18. Juli 2021 - 11:42 Uhr

Plastik soll die Babys retten

Niemals hätte sich Mutter Rifit Akram aus London erträumen können, dass etwas, das sie eigentlich täglich in den Müll wirft, irgendwann ihre Babys retten wird. Als die Mutter im sechsten Monat schwanger ist, stimmt etwas nicht. Und dann muss es ganz schnell gehen, was die ungewöhnliche Rettungsmethode der Ärzte ist, das lesen Sie hier.

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Die Familie soll wachsen

Rifit Akram und ihr Mann Barry Ridge sind Eltern von zwei gesunden Mädchen. Miley ist fünf Jahre alt, Amira bereits neun Jahre alt, berichtet "Mirror". Im Frühjahr 2020 entscheiden sich die Eltern erneut ihr Glück zu versuchen. Weil Polizistin und Mutter Rifit mit ihren 41 Jahren zu einer Risikoschwangerschaft zählt, setzt das Paar auf künstliche Befruchtung.

Alles verläuft nach Plan bis sich Rifit im Juli unwohl fühlt. Dann geht alles ganz schnell. Die Schwangere kommt ins Krankenhaus in Luton. Dort werden die Babys im Abstand von vier Minuten per Kaiserschnitt geholt – ganz drei Monate zu früh. Eine Zeit, die die Kinder noch im Mutterbauch gebraucht hätten.

Geburt im sechsten Monat

Malika und Zaki kommen zur Welt. Beide wiegen knapp über einem Kilogramm. Die beiden Babys werden sofort von Ärzten versorgt. Die Frühchen hätten eigentlich noch 12 Wochen im Bauch der Mutter bleiben sollen und hätten es da schön warm gehabt. Im Krankenhaus ist schnell klar: hier ist es zu kalt für die Babys. Um ihnen schnell viel Wärme zu schenken, greifen die Ärzte auf Sandwich-Tüten zurück. Die durchsichtigen Tüten aus Plastik, die sonst Toastscheiben frisch halten, sollen jetzt Malika und Zaki warmhalten und ihr Leben retten.

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Sandwich-Tüte soll die Zwillinge retten

Eine ungewöhnliche Methode, die aber definitiv funktioniert! Die Kleinen sind gut verpackt und haben es gemütlich warm darin. Mutter Rifit und Vater Barry können ihren Kindern leider nicht nah sein. Zwei Tage lang dürfen Sie ihre Babys nicht sehen aufgrund der Corona Pandemie. Aber dann dann treffen Eltern und Kinder endlich aufeinander. "Mirror" erzählt die Mutter: "Als wir sie sehen konnten, konnte ich ihre kleine Hand halten im Brutkasten."

Zwei Monate ohne Gewissheit

Malika braucht eine Woche zusätzlichen Sauerstoff, ihr Bruder Zaki über einen Monat. Insgesamt zwei Monate müssen die Frühchen im Krankenhaus bleiben. Für diese schwere Zeit hat die Mutter nur einen Wunsch an die Ärzte, sie sollen die Zwillinge viel beieinander lassen. Und so passiert es. "Malika wurde jeden Tag zu ihrem Bruder gebracht. Sie hat ihn gestärkt und ihn überleben lassen", so die Mutter zu "Mirror". Im September können die Frühchen endlich zu ihren zwei älteren Schwestern nach Hause.

Mutter Rifit hält die einjährige Malika und den einjährig Zaik im Arm.
Mutter Rifit hält beruhigt ihre beiden Babys im Arm. Sie ist dankbar, dass die Ärzte im Krankenhaus die rettende Idee hatten.
© Quelle: Mirror

Grund zu Feiern!

Die Geburt ist jetzt genau ein Jahr her. Malika und Zaki entwickeln sich prächtig und können mit ihrer Familie ihren ersten Geburtstag feiern. Mutter Rifit kann diese unglaubliche und auch erschreckende Reise kaum glauben: "Es ist ein sehr emotionaler Moment sie jetzt ein Jahr später zu sehen, wenn sie letztes Jahr doch noch um ihr Leben gekämpft haben und das in kleinen Sandwich Tüten." (gas)

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