Die Ärzte dachten, es werden Zwillinge

21-Jährige bringt 6-Kilo-Baby zur Welt

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Kleinkind bekommen", beglückwünschte das Krankenhauspersonal Amber nach der Geburt ihrer 6 Kilo schweren Tochter Emilia.
"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Kleinkind bekommen", beglückwünschte das Krankenhauspersonal Amber nach der Geburt ihrer 6 Kilo schweren Tochter Emilia.
© Mercury Press & Media, Mercury Press

30. April 2021 - 9:56 Uhr

Zweitschwerstes Mädchen in Großbritannien

Dass Amber Cumberlands Babybauch ungewöhnlich groß war, fiel ihr schon während der Schwangerschaft auf: Immer wieder wurde die 21-Jährige aus Oxfordshire in England darauf angesprochen. Selbst die Ärzte vermuteten, dass sich entgegen des Ultraschallbildes insgeheim doch noch ein Geschwisterchen im Bauch der Mutter versteckt. Zur Welt kam dann aber doch nur die "kleine" Emilia – mit einem Kampfgewicht von knapp 6 Kilo!

"Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Kleinkind bekommen"

Emilia reiht sich mit ihren genau 5,890 Kilo knapp hinter ein 2012 mit rund 6,4 Kilo geborenes Mädchen ein – und ist damit vermutlich das zweitschwerste Mädchen, das jemals in Großbritannien zur Welt gekommen ist.

Auch wenn Emilia bereits in der 32. Woche die durchschnittliche Größe eines 36-Wochen-Babys erreichte hatte – wie groß sie bei der Geburt am 16. April 2021 war, überraschte dann doch alle. Als sie herauskam, war das Gesicht von Emilias Vater Scott kreidebleich, die Chirurgen sahen sich schockiert an und lachten, zitiert die britische "Metro" die junge Mutter. "Sie brachten Emilia zu mir und sagten: 'Herzlichen Glückwunsch, Sie haben ein Kleinkind bekommen.'"

24 Stunden Wehen, Notkaiserschnitt und 3 Leute, die Emilia raushoben

Emila kurz nach dem Kaiserschnitt
Drei Personen waren nötig, um die "kleine" Emilia aus dem Bauch ihrer Mutter zu heben.
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Für Amber und Scott dennoch eine riesige Erleichterung: "Wir waren einfach so froh, dass es nur ein Baby war und dass sie gesund war." Denn Emilia hatte es auch gar nicht mal so eilig. Fast zwei Wochen blieb Ambers erste Tochter länger im Bauch ihrer Mutter. 24 Stunden lang lag Amber schließlich in den Wehen, bevor Emilia mit einem Notkaiserschnitt geholt werden musste. "Wenn sie noch weiter nach unten gegangen wäre, hätte man sie nicht mehr hochbekommen und sie wäre stecken geblieben", erinnert sich die 21-Jährige.

Kurz bevor es dann so weit war, mussten ganze drei Menschen mit anpacken, um Emilia aus dem Bauch ihrer Mutter zu holen: "Während des Kaiserschnitts brauchte man zwei Leute, um sie herauszuheben und einen, der alles zurückhielt, um sie herauszuholen", erzählt Amber.

Babykleidung war zu klein

Wegen Emilias Größe mussten sowohl Eltern als auch Krankenhausmitarbeiter dann noch mal kreativ werden: Denn die mitgebrachte Kleidung passte dem 6-Kilo-Brummer leider nicht. "Zum Glück hatten wir ein paar Ersatzklamotten für 0-3 Monate eingepackt", erzählt Amber. "Das Krankenhauspersonal musste größere Windeln aus der Kinderabteilung für uns besorgen. Die Krankenschwestern im Krankenhaus machten sogar Überstunden, um das Gewicht des Babys zu messen und Fotos mit ihr zu machen, weil sie so groß war."

Ambers Körper muss nun heilen

Ambers Babybauch
Ambers Babybauch war so groß, dass ihre Haut durch die Dehnung so schwach war, dass sie blutete, wenn die 21-Jährige zu schnell aufstand.
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Für Mama Amber heißt es nun erstmal: erholen. Denn der extreme Schwangerschaftsbauch hat bei ihr enorme Spuren hinterlassen. "Die Beule war so groß, dass ich viele Dehnungsstreifen bekam und meine Haut durch die Dehnung so schwach war, dass sie blutete, wenn ich zu schnell aufstand", so Amber. "Meine Bauchmuskeln waren so stark gespalten, dass die Ärzte sie während des Kaiserschnitts kaum unterscheiden konnten und sagten, dass sie die schlimmsten waren, die sie je gesehen hatten. Ich hatte auch schreckliche Ischias-Beschwerden und komprimierte Nerven in meinen Hüften und Beinen wegen des Gewichts von ihr und ich konnte mich nicht einmal im Bett umdrehen, ohne dass Scott mir half."

Weil ihre Bauchmuskeln stark beschädigt wurden, muss Amber nun erstmal sehr vorsichtig sein. "Ich habe immer noch ein völlig taubes Stück Haut um meinen Bauchnabel, wo die Nerven einfach aufgegeben haben", sagt sie. Physiotherapie soll der jungen Mutter nun helfen, ihre stark zerrissenen Bauchmuskeln zu heilen.

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