Es drohen lebensgefährliche Verletzungen

Im Crashtest durchgefallen! ADAC warnt vor Auto-Kindergurt

Ein guter Kindersitz schützt bestmöglich vor Verletzungen - im Gegensatz zum Gurtsystem "Smart Kid Belt"
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25. September 2020 - 10:21 Uhr

"Smart Kid Belt": Fatale Crashtest-Ergebnisse

Um die Kleinsten im Auto bestmöglich gegen die Folgen eines Unfalls zu schützen, nutzen Eltern in der Regel Kindersitze. Als Alternative ist jedoch auch ein kostengünstiges Gurtsystem zugelassen, das den regulären Kindersitz überflüssig machen soll: das Gurtsystem "Smart Kid Belt". Doch genau das erzielte jetzt in einem Crashtest des ADAC erschreckende Ergebnisse: Im Ernstfall drohen schwerste innere Verletzungen, die lebensbedrohlich sein können.

Schwerste Verletzung an Bauch und Nacken möglich

Kinder müssen bis zum 12. Lebensjahr oder bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern in "zugelassenen Rückhalteeinrichtungen" befördert werden. Laut Hersteller sollen Kinder bei Verwendung des "Smart Kid Belt" genauso gut geschützt sein wie Erwachsene, indem mittels eines Zusatzgurtes die Gurthöhe an die Größe des Kindes angepasst wird. Das System ist im Handel für rund 35 Euro erhältlich.

Der ADAC hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest nun geprüft, ob die Bewertung des Herstellers einem Wirksamkeitstest standhält - und das Ergebnis ist erschreckend: Beim Crashtest des ADAC schneidet der Beckengurt tief in den Bauch des Dummys ein. Er kann dabei schwerste innere Verletzungen verursachen. Zudem gelingt es der Konstruktion nicht, den oberen Fahrzeuggurt vom sensiblen Nacken des Kindes fernzuhalten. Auch hier drohen Verletzungen. Keinerlei Schutz bietet das System darüber hinaus bei einem Seitenaufprall.

Der Test des ADAC umfasste zwei Crashversuche in Anlehnung an den Standard-Frontal-Crash von Euro NCAP mit einer Geschwindigkeit von 64 km/h. Dabei wurde der 1,15 m große Dummy einmal nur mit dem Fahrzeuggurt gesichert (in Europa unzulässig, da er bei einem Unfall Verletzungen nicht zuverlässig verhindern kann) und einmal mit dem Zusatzgurt "Smart Kid Belt".

ADAC rät zu regulärem Kindersitz

ADAC und Stiftung Warentest raten nun ab, den "Smart Kid Belt" als Ersatz für einen Kindersitz zu verwenden, und empfehlen stattdessen die Nutzung eines Kindersitzes mit guten Ergebnissen beim Front- und Seitencrash.

Welche Auto-Kindersitze Stiftung Warentest empfiehlt, können Sie hier nachlesen.