Eine Krebs-Therapie im Ausland könnte Emilias Leben retten

8-Jährige kämpft gegen Krebs

Emilia im Krankenhaus
Emilia im Krankenhaus
© Privat

06. August 2021 - 8:12 Uhr

Schockdiagnose Neuroblastom

Kurz vor ihrem siebten Geburtstag stellt sich das Leben von Familie Zimmerer aus Eichstetten komplett auf den Kopf. Denn im April 2020 erhält Emilia die Diagnose: Krebs! Sie hat ein Hochrisiko-Neuroblastom, eine bösartige Erkrankung des Nervensystems, die vor allem im frühen Kindesalter auftritt. Für die lebensfrohe Familie eine niederschmetternde Diagnose! Besonders, weil der Krebs bereits metastiert und im vierten Stadium ist.

„Wir dachten zunächst, es wäre das Wachstum…“

Emilia stand bereits mit zweieinhalb Jahren auf dem Eis. Ihre Mutter erzählt: "Ich bin heute Trainerin, und sie ist da reingewachsen", erzählt uns Mama Celine im Interview. Die kleine Emilia hat sich auf dem Eis wie Zuhause gefühlt, hat sogar mehrere Preise gewonnen. Doch klagt die damals Siebenjährige über Beinschmerzen. "Wir dachten, es wäre wieder Wachstum, weil sie das immer mal wieder hatte. Doch die Schmerzen wurden nicht besser, und plötzlich hatte sie dazu auch noch Fieber. Durch den Lockdown waren wir erstmal eher zurückhaltend und haben viel mit unserer Kinderärztin telefoniert." Nach den Gesprächen ging es dann doch recht zügig in die Klinik. Es wurden diverse Untersuchungen gemacht und Blut abgenommen, aber es wurde zunächst nichts Direktes festgestellt. "Nach der Heimfahrt hatte ich aber direkt zwei verpasste Anrufe aus der Klinik." An diesem Tag verändert sich für die vierköpfige Familie alles.

Die Familie hat gelernt mit der Krankheit umzugehen

Die Familie hält zusammen
Emilia mit ihren Eltern
© rtl.de, Privat

Für die Familie war es wichtig Emilia nichts zu verheimlichen, da sie es bereits gut versteht. In der ersten Phase von April bis September im letzten Jahr standen sechs Chemo-Blöcke an, mit jeweils 8 Tagen Klinikaufenthalten. "Wir haben uns aufgeteilt, dass immer einer bei Emilia im Krankenhaus und einer bei Oscar, dem jüngeren Bruder, sein kann." Die Familie hat gelernt mit der Krankheit umzugehen, den Blick für weitere Behandlungsmöglichkeiten hat sie jedoch niemals aus dem Blick gelassen. Die Behandlung in Deutschland steckte die kleine Kämpferin insgesamt sehr gut weg. Bereits im Oktober 2020 vor der Stammzellentransplantation war Emilia krebsfrei. Die Eltern und Emilia wagten einen hoffnungsvollen Blick auf das Ende der Therapie, obwohl die Rückfallquote mit 60 Prozent sehr hoch ist. "Das war Anfang Juni und ist schwer in Worte zu fassen. Es war fast noch schlimmer als die Erstdiagnose!"

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

„Diese Machtlosigkeit ist das Schlimmste an dieser ganzen Sache!“

Emilia stand schon mit zweieinhalb Jahren auf dem Eis.
Emilia in ihrem Element, auf dem Eis.
© rtl.de, Privat

Ein neuer Chemoblock beginnt. Ziel ist es die Erkrankung weiter zurückzudrängen. Doch die Tumorzellen haben eine sogenannte Alk-Mutation entwickelt. Eine Behandlung hat sich damit also nochmal zusätzlich erschwert. Die Familie fängt an zu recherchieren, nimmt Kontakt zu anderen betroffenen Familien auf und holt sich weitere Meinungen ein. Denn die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten in Deutschland sind fast komplett ausgeschöpft. "Der Faktor Zeit ist unser größter Gegner. Deswegen haben wir uns auch zusätzlich für diesen Schritt entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist grauenvoll sein Kind so zu sehen. Das will kein Elternteil."

Eine Behandlung im Ausland könnte Emilias Leben retten

"Naxitamab", ein Antikörper, könnte eine vielversprechende Lösung sein und wird bereits seit mehreren Jahren weltweit in Studien erprobt. In Europa ist das Medikament jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zugelassen. An der Uniklinik Mainz wird das Medikament auch seit diesem Juni erforscht. Aber Studien haben Kriterien, die erfüllt werden müssen, um an ihnen teilnehmen zu können. Emilia kann durch die Mutation und die Einnahme eines anderen Medikaments nicht an der Studie teilnehmen. Deswegen will die Familie ins Ausland, sollte es in Deutschland für sie nicht weitergehen können. "Es kann der Schlüssel zum Erfolg sein, die Garantie haben wir aber natürlich nicht. Es ist einfach eine weitere Möglichkeit, um weiterzuleben, und diese Möglichkeit wollen wir ihr bieten!"

Denn Emilia und ihre Familie haben noch einen Traum: "2019 haben wir relativ spontan einen Thailandtrip gemacht. Das erste Mal über Europa hinaus. Das hat uns sehr geprägt, das ist unser klar formuliertes Ziel wieder dahinzukommen." Für dieses Ziel brauchen sie aber finanzielle Unterstützung. Denn ihre Reserven sind aufgebraucht, und die Kosten für eine komplette Behandlung für Emilia liegen aktuell im mittleren 6-stelligen Bereich. Auf ihrer Webseite "Für Emilia" können Sie das Mädchen und ihre Familie unterstützen.

Auch interessant