Lesen statt Grübeln

5 gute Bücher gegen Liebeskummer

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16. September 2019 - 12:39 Uhr

Empfehlungen von Literatur-Profi Florian Valerius

Bücher helfen! Immer! Davon ist Florian Valerius fest überzeugt. Der Insta-Blogger (alias @literarischernerd) und Buchhändler aus Trier ist jetzt selbst unter die Autoren gegangen. Gleich zwei Bücher hat er zusammen mit Mareike Fallwickl geschrieben - und beide stützen die Idee vom Buch als Helfer in der Not und Glücklichmacher. "Bücher verschaffen uns Ablenkung, lassen uns in fremde Leben und Welten eintauchen", sagt Valerius. Was könnte also besser sein, als bei schmerzhaftem Liebeskummer zwischen zwei Buchdeckel abzutauchen und den Glauben an die Liebe, hoffnungslose Romantik und ein mögliches Happy-End zurückzugewinnen? Oder von Menschen zu lesen, die das gleiche durchmachen müssen und mit ihnen zusammen gestärkt aus der Sache herauszugehen? Für uns hat Florian Valerius eine Anti-Liebeskummer-Liste mit Titeln aus "Bücher auf Rezept - Lesestoff für jede Lebenslage"* zusammengestellt. Sein zweites Buch heißt übrigens "Leseglück - 99 Bücher, die gute Laune machen"* (Verlag Ars Edition).

Das gibt Kraft, um Enttäuschungen zu überwinden

"Vier Arten, die Liebe zu vergessen"* von Thommie Bayer
Nach dem Tod einer Freundin beschließen vier alte Schulfreunde sich noch einmal zu treffen und verbringen zusammen ein Wochenende in Venedig. Zeit also, das bisher gelebte Leben Revue passieren zu lassen: Erfolge, aber auch einige Erschütterungen. Ein wunderschön geschriebenes Buch, kurzweilig, zugleich tiefsinnig, dass die großen Themen des Miteinanders anspricht: Liebe, Freundschaft und das Finden der Kraft, Enttäuschungen zu überwinden.

Am besten mit Kuscheldecke und Tee auf dem Sofa genießen

"Mr. Alis unpassende Leidenschaft"* von Helen Simonson
​Major a.D. Pettigrew, konservativ, steif und Witwer lernt die ebenfalls verwitwete Ladenbesitzerin Mrs. Ali kennen. Durch die Liebe zur Literatur finden die beiden zueinander und zarte Bande der Liebe wachsen. Leider ist das dem Sohn des Majors nicht recht, der Familie von Mrs. Ali auch nicht – bis hin zur gesamtem missgünstigen Dorfgemeinschaft. Denn (Achtung, Skandal!), nicht nur die sozialen Unterschiede sind Anlass dafür, nein, Mrs. Ali ist auch noch eine Pakistani.
​Ein wunderschönes, zartes, aber auch unglaublich witziges Buch, voll von britischem Humor ist Helen Simonson hier gelungen – am besten mit Kuscheldecke und einer Tasse Tee auf dem Sofa genießen. Ein Buch, dass einem den Glauben daran wiedergibt, dass die Liebe alle Hindernisse überwinden kann.

Sehnsucht ohne Kitsch

"Die große Liebe"* von Hanns-Josef Ortheil 
​Ein deutscher Fernsehredakteur reist an die Adria-Küste, um für einen Dokumentarfilm über das Meer zu recherchieren. Dabei trifft er auf eine Meeresbiologin und die beiden verlieben sich. Ortheil gelingen in diesem kleinen, sehr feinen Roman zwei nahezu unglaubliche Dinge: Er hat eine Geschichte erdacht, die voller Sehnsucht ist, jedoch ohne Kitsch daherkommt, und erzählt gleichzeitig von einer Liebe, die nahezu frei von Drama ist. Er berichtet einfach von zwei Menschen, die füreinander geschaffen sind. Und das virtuos und unvergesslich.

Balsam fürs Herz

"Die Liebesbriefe von Montmatre"* von Nicolas Barreau
Julien ist am Boden zerstört – seine Frau ist gestorben. Er hat ihr versprochen, 33 Briefe zu schreiben, einen für jedes ihrer Lebensjahre. In diesen tröstlichen Brief erzählt Julien seiner Frau vom Leben ohne sie. Eines Tages sind diese Briefe verschwunden, und er erhält Antworten auf jeden einzelnen seiner Briefe. Von einer Unbekannten, die sich in ihn verliebt hat.
​​Nicolas Barreau zu lesen, ist Balsam fürs Herz. Nahezu jedes seiner Werke spielt in Paris, ist so durchtränkt von Atmosphäre und französischem Flair, dass das frankophile Herz nur so pocht. Viel Liebe, ein wenig Drama, vermischt mit wohldosiertem Kitsch – fertig ist der perfekte Unterhaltungsroman.

Wenn die Liebe wie ein Schlag trifft...

"Léon und Louise"* von Alex Capus
Capus hat mit Léon und Louise eine der schönsten Liebesgeschichten aller Zeiten aufgeschrieben – und einer der ungewöhnlichsten. Die beiden Protagonisten treffen sich in Frankreich zu Zeiten des Ersten Weltkrieges – verlieben sich – und verlieren sich in den Wirren eines Fliegerangriffs. Léon denkt, Louise sei gestorben. Erst Jahre später treffen die beiden sich in Paris zufällig wieder – und nochmal trifft die Liebe die beiden wie ein Schlag. Léon jedoch ist verheiratet, und dann kommt der Zweite Weltkrieg. Capus ist ein begnadeter Erzähler, hoffnungsvoll romantisch, unglaublich charmant und verwebt dies dazu alles auch noch mit perfekt recherchierten historischen Begebenheiten.

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