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45 Kilometer lange Todeszone für Fische: Sauerstoffgehalt in Elbe rund um Hamburg ist zu niedrig

Seit Wochen im kritischen Zustand

45 Kilometer lange Todeszone für Fische: Sauerstoffgehalt in Elbe ist zu niedrig

HANDOUT - 28.06.2022, Hamburg: Ein toter Fisch treibt im Wasser. Die Umweltverbände BUND, Nabu und WWF schlagen mit Blick auf zahlreiche tote Fische in der Elbe Alarm. Wegen des aktuell zu geringen Sauerstoffs im Wasser der Elbe setze derzeit ein dra
Das Fischsterben in der Elbe ist dramatisch.
sei, dpa, Daniel Osipow

Trotz leicht gestiegener Sauerstoffwerte in den letzten Tagen, ist die Elbe rund um Hamburg immer noch eine Zone, in der Fische ihr Leben lassen könnten. Der Zustand des Gewässers ist kritisch.

Sättigungswerte sind erschreckend

ARCHIV - 05.03.2022, Hamburg: Das Luftbild zeigt den Hamburger Hafen mit der Elbphilharmonie im Vordergrund. Obwohl die Sauerstoffwerte in der Elbe rund um Hamburg in den vergangenen Tagen leicht gestiegen sind, sind die Daten noch immer im für Fisch
Was von oben so schön aussieht, bedeutet für die Elbbewohner momentan oft den Tod.
dan exa cgl, dpa, Daniel Reinhardt

Seit Wochen gilt der 45 Kilometer lange Abschnitt der Elbe rund um Hamburg als lebensbedrohlicher Bereich für die Flussbewohner. Das Gewässer ist einfach nicht genug mit Sauerstoff angereichert, den die Fische dringend zum Überleben brauchen. Zuletzt lag die Sauerstoffsättigung im Hafen lediglich bei rund 20 Prozent, so berichtet David Kappenberg, Sprecher der Umweltbehörde, der Deutschen Presse-Agentur. 20 Prozent Sättigung entsprechen etwa 1,7 Milligramm gelöstem Sauerstoff pro Liter – ein deutlich zu geringer Wert für die Fische, um unbeschwert durch die Elbe zu schwimmen. An der Messstation Bunthaus wurde sogar ein noch geringerer Wert gemessen. „Die Zone mit geringen - weniger als 4,0 mg/l - und sehr geringen - weniger als 2,0 mg/l - Sauerstoffkonzentrationen innerhalb der Hamburger Tideelbe erstreckt sich aktuell über eine Strecke von etwa 45 Kilometern“, sagt Kappenberg.

Umweltverbände fordern mehr Flachwasserzonen

Was die sauerstoffarme Zone für Folgen mit sich bringt, merken nun auch schon die Elbfischer. Ihre Netze sind seit Wochen leerer. Jetzt fordern der Anglerverband Hamburg sowie Umweltverbände den Wiederaufbau und die Erhaltung von Flachwasserzonen für die Elbe. Flachwasserzonen sind lichtdurchflutet und extrem wichtig für ein gesundes Gewässer und somit auch gesunde Flussbewohner. Außerdem solle die Elbvertiefung eingeschränkt werden, um die Elbe und ihr gesamtes Biotop rund um Hamburg wieder in das zu verwandeln, was es einmal war: Ein gesunder Lebensraum für die Elbfische. (dpa/cto)