Ungeduld und Ärger vermeiden

3 Anti-Schimpf-Tricks für Eltern, die sofort helfen

Weniger schimpfen, mehr kuscheln - das wollen viele Eltern, und die Kinder sicher auch
© iStockphoto

05. Juni 2020 - 17:13 Uhr

Wenn die Kids trödeln, obwohl die Eltern es eilig haben...

Das mit dem Schimpfen ist ja so eine Sache. Die meisten Eltern würden am liebsten nur freundliche Worte an ihre Kinder richten. Aber der blöde Alltag macht so leicht alles kaputt, auch die besten Vorsätze. Und schon finden Mamas und Papas sich wieder in der Rolle der Ungeduldigen, der Verärgerten, der Schimpfenden. Ja, wenn die Kids trödeln, obwohl die Eltern es eilig haben, wenn die Kleinen im Supermarkt ihre Eltern vor der Weltöffentlichkeit blamieren, wenn die  Schulkinder eimerweise Schulfrust über ihren Eltern auskippen, anstatt die Hausaufgaben zu machen und wenn Teenager kaltschnäuzig Regeln missachten – dann ist es mit der Wertschätzung oft ganz schnell vorbei. Heidemarie Brosche zeigt in Ihrem neuen Buch "Hätte ich netter schimpfen sollen?"* 🛒, wie Eltern ihren Kindern Grenzen setzen und trotzdem wertschätzend bleiben.

"Klar ist es besser, vorzubeugen als auszuticken. Klar müssen Eltern langfristig an sich arbeiten, wenn sie wirklich etwas ändern wollen. Aber diese drei Anregungen funktionieren erfahrungsgemäß ziemlich gut", sagt Heidemarie Brosche, die in Augsburg als Lehrerin arbeitet und selbst Mutter ist.

Trick 1: Denken Sie daran, wie Ihr Gesicht aussieht, während Sie schimpfen

Haben Sie sich schon mal im Spiegel gesehen, wenn Sie gerade so richtig schön in Fahrt sind? Hat Sie mal jemand beim Schimpfen gefilmt oder fotografiert? Durften Sie feststellen, dass Sie nicht zu den Menschen zählen, die "so schön in ihrem Zorn" sind, wie man das in trivialen Schmökern lesen kann? Dann könnte es helfen, wenn Sie bewusst trainieren, sich dieses Furien-Gesicht zu Beginn einer Schimpftirade in Erinnerung zu rufen. Wollen Sie wirklich so aussehen? Wollen Sie, dass sich Ihr Kind später mal an dieses Gesicht zurückerinnert?

Trick 2: Stellen Sie sich vor, nicht Ihr Kind hätte Sie verärgert, sondern ein Fremder

Würden Sie diesen Menschen wirklich derart anschnauzen, wie Sie das gerade vorhaben? Stellen Sie sich vor, das Besuchskind kriegt die Schnürsenkel nicht zu oder kippt den Kakao über die neue Tischdecke – wie würden Sie reagieren?Vermutlich verständnisvoll und nicht abwertend. Und stellen Sie sich gerne vor, Ihre Chefin wäre es, die Ihnen unerbittlich in Ihre Kopfschmerzen quasselt – was würden Sie zu ihr sagen? Vermutlich nicht: "Halt endlich mal die Klappe!" oder "Hör auf zu nerven!"

Trick 3: Versuchen Sie, sich in die Perspektive des Kindes zu versetzen - trotz Ärger

Trainieren Sie den Perspektivenwechsel! Versuchen Sie bewusst, sich immer wieder in das Kind hineinzuversetzen! Was steckt hinter seinem Verhalten? Wieso benimmt es sich so verquer? Mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ist sein Ziel nicht, Sie zu quälen. Und mit allergrößter Wahrscheinlichkeit gibt es eine Reaktionsmöglichkeit, die viel wirksamer ist und die Ihrer Beziehung viel besser tut, als wenn Sie schimpfen. Oder tut es Ihnen selbst gut, wenn Sie einen Anschiss kassieren, sobald Sie Mist gebaut haben? Was hilft IHNEN in einem solchen Fall? Na also!

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.