Streit um "The Desk Tapes"Oasis ziehen vor Gericht: Auktion seltener Aufnahmen gestoppt

Liam (li.) und Noel Gallagher wollen die Veröffentlichung der "Desk Tapes" verhindern.
Liam (li.) und Noel Gallagher wollen die Veröffentlichung der "Desk Tapes" verhindern.
imago/ZUMA Press / Ettore Ferrari

Eigentlich sollten bislang unveröffentlichte Oasis-Aufnahmen am 3. Oktober für bis zu 1,6 Millionen Pfund versteigert werden. Nun haben Noel und Liam Gallagher rechtliche Schritte eingeleitet. Die sogenannten "Desk Tapes" wurden kurzfristig aus einer Auktion genommen.

Aus der geplanten Millionen-Auktion wird vorerst nichts: Oasis haben rechtliche Schritte eingeleitet, um den Verkauf eines umfangreichen Archivs mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen der Band zu verhindern. Wie die BBC berichtet, wurden die sogenannten "Desk Tapes" daraufhin aus einer für den 3. Oktober angesetzten Versteigerung genommen.

Die Sammlung stammt aus dem Besitz des früheren Oasis-Tontechnikers Huw Richards, der in den 1990er-Jahren und bis 2001 für die Band arbeitete. Sie umfasst unter anderem Mitschnitte von 63 Konzerten, Soundchecks sowie mehr als 100 Stunden Probenmaterial. Auch Gespräche zwischen Noel und Liam Gallagher sollen darauf zu hören sein. Der Schätzwert lag bei 1,2 bis 1,6 Millionen Pfund - umgerechnet bis zu rund 1,8 Millionen Euro.

Zum Verkauf angeboten wurden die Aufnahmen von Richards' Sohn Owain. Dieser bestätigte inzwischen, dass Oasis rechtlich gegen ihn und seinen Vater vorgehen. Man habe sich deshalb darauf verständigt, die Versteigerung der Tonbänder zu verschieben, bis der Streit gerichtlich oder auf anderem Wege geklärt sei.

Auktionshaus bestätigt den Vorgang

Auch das britische Auktionshaus Littleton Auctions bestätigte den Rückzug der Sammlung. Die Verantwortlichen seien "sehr enttäuscht", das bedeutende Archiv nicht wie geplant anbieten zu können. Die übrige Auktion soll dagegen stattfinden. Dort stehen unter anderem originale Setlisten und Tourunterlagen, eine von Oasis gespielte Epiphone-Gitarre sowie ein Tour-Parka zum Verkauf.

Der Konflikt hatte sich bereits seit Wochen abgezeichnet. Schon bei Bekanntwerden der Auktion Anfang September war öffentlich geworden, dass Oasis mit dem geplanten Verkauf nicht einverstanden sind. Die Band soll die Aufnahmen vielmehr selbst zurückhaben wollen. Richards hatte die Mitschnitte seinerzeit direkt vom Mischpult angefertigt und über Jahre gesammelt.

Besonders begehrt dürfte das Archiv auch deshalb sein, weil sich darunter Aufnahmen aus der erfolgreichsten Phase von Oasis befinden. Dazu zählen Mitschnitte aus der Zeit der legendären Knebworth-Konzerte von 1996 sowie nach Angaben des Auktionshauses weitere bislang nicht veröffentlichte Live- und Probenaufnahmen. Ob und wann die "Desk Tapes" doch noch verkauft werden dürfen, hängt nun vom Ausgang des Rechtsstreits ab.

(dr/spot)