„Die Entführung aus dem Serail”Von den Comedy-Hallen in die Staatsoper – neuer Job für Bülent Ceylan

Der Comedian Bülent Ceylan lässt für einen Tag die Erinnerungen an seine eigene Schulzeit aufleben und besucht seine alte Schule. Zum krönenden Abschluss präsentiert er in der Sporthalle vor seinen ehemaligen Paukern und Klassenkameraden sein aktuelles Programm.
Schon im Sommer tritt der Comedian in der Berliner Staatsoper auf (Archivbild).
RTL / Andreas Mann

„Tolles Abenteuer” für Comedian!
Bülent Ceylan hat einen neuen Job: Er ist ab Sommer Teil der Berliner Staatsoper. Dahinter steckt eine besondere Mission, wie der 50-Jährige erklärt.

„Die wollten wohl ein bisschen Revolution“: Bülent Ceylan wird Teil der Berliner Staatsoper

Comedian Bülent Ceylan wechselt das Fach und übernimmt eine zentrale Sprechrolle an der Berliner Staatsoper. Im Mozart-Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ werde er im Sommer den Bassa Selim verkörpern, sagte der 50-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Mannheim.

Er werde fast durchgehend auf der Bühne stehen und das Geschehen auch als Comedian immer wieder kommentieren. „Die Inszenierung setzt auf Tiefe, Aktualität und Unterhaltung“, sagte Ceylan. „Dazu hat die Staatsoper mich gewählt. Die wollten wohl ein bisschen Revolution.“

Die Premiere steigt am 27. Juni, zunächst sind fünf Vorstellungen geplant. „Wir haben fantastische Ideen entwickelt”, sagte Operndirektor Tobias Hasan der dpa. „Dass Bülent vielleicht neues Publikum ansprechen könnte, finde ich ein tolles Abenteuer, und ich freue mich wahnsinnig darauf.“

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„Was macht ein Comedian in der Oper?“ Bülent Ceylans Auftritt hat besondere Mission

Ceylan sprach von einer „riesigen Verantwortung”. Das Werk biete viele aktuelle Aspekte. „Es geht auch um Orientklischees und teilweise rassistische Zuschreibungen. Das greife ich auf, um der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten”, sagte der Comedian. Humor und Haltung gehörten zusammen.

Regisseurin Andrea Moses habe angekündigt, das Textbuch werde mit ihm entwickelt und die Inszenierung werde auf ihn zugeschrieben. „Viele mögen denken: Was macht ein Comedian in der Oper?” Genau das sei gewollt, sagte der Sohn einer Deutschen und eines Türken. „Man will auch Publikum anziehen, das sonst eher wenig mit der Oper zu tun hat.” Gesungen werde natürlich weiterhin, betonte Ceylan, allerdings könne er eins zusagen: „Ich singe nicht.”

Verwendete Quellen: dpa