Ab 25. September im Stream"4 Blocks Zero": Brillante Vorgeschichte startet auf HBO Max

Die neue Gangster-Serie "4 Blocks Zero" erzählt eine Vorgeschichte zu Toni Hamady und Co. Lohnt sich das Streamen?
Die Familie Hamady kehrt auf die Bildschirme zurück. Von 2017 bis 2019 begeisterte die Gangster-Serie "4 Blocks" durchweg. Besonders die erste Staffel, in der neben Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan (49) auch Frederick Lau (37) mitspielte, blieb in Erinnerung. Jetzt kehren die Hamadys in einer sogenannten Prequel-Serie zurück. Es geht in die 1990er Jahre und zum Beginn ihres kriminellen Imperiums. Und "4 Blocks Zero" ist, wie die Mutterserie, eine Wucht.
Darum geht es in "4 Blocks Zero"
Neukölln 1994: Ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis schlägt sich der libanesische Geflüchtete Malik Hamady (Rami Fadel Khalaf) als illegal beschäftigter Koch durch. Seine vier Kinder Ali, Abbas, Marwan und Amara muss er ohne deren Mutter großziehen.
Maliks Schwager Ibrahim (Tariq Al-Saies) hat derweil im libanesischen Bürgerkrieg gekämpft. Danach saß er acht Jahre im Gefängnis. In Berlin angekommen, steigt er beinahe zufällig ins Kokain-Geschäft ein. Für die Hamadys der Beginn des Kontakts mit der Berliner Unterwelt...
Deswegen ist "4 Blocks Zero" absolut sehenswert
Ob es jetzt an der Expertise des Streamingdienstes HBO Max liegt, wo die acht Episoden von "4 Blocks Zero" ab 25. September im wöchentlichen Rhythmus erscheinen werden, oder an den Fertigkeiten der "4 Blocks"-Macher und -Beteiligten hinter den Kulissen, die diese über Jahre hinweg angesammelt haben: Die neue Prequel-Serie "4 Blocks Zero" ist eine Wucht.
Hier werden zwei Generationen der Familie Hamady und ihr eventueller Weg ins Gangstertum eindringlich dargestellt. Da sind zum Einen die Älteren wie Kriegsveteran Ibrahim. Er hat im zerfallenden Libanon Kampferfahrungen gesammelt, ist dabei abgestumpft und entmenschlicht worden - und besitzt nach acht Jahren härtestem libanesischen Knast einen unstillbaren Hunger auf Leben.
In der Legalität der deutschen Gesellschaft, die ihn diskriminiert, sieht er für sich keine Perspektive. Und ohne dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erhält sowieso niemand einen Arbeitsvertrag.
Dann sind da noch die jüngeren Geschwister Ali (Tareq Nassery) und Abbas (Soufiane El Mesaudi), die zwar hier und da mal die Grenzen des Gesetzes übertreten, aber noch weit von den schweren Jungs aus "4 Blocks"-Zeiten entfernt sind. Doch gerade bei Ali Hamady, später als Toni bekannt, blitzen schon seine überdurchschnittliche Schläue und Gerissenheit auf...
Einmal mehr eine brillante Milieu-Studie
Dabei erfindet "4 Blocks Zero" die Gangster-Serie im internationalen Vergleich gesehen nicht neu. Und doch ist hier ungemein viel stimmig. Die rauen Neuköllner Verhältnisse werden ebenso authentisch dargestellt wie die zahlreichen Zwickmühlen, in die Geflüchtete mit eingeschränkten Rechten geraten können.
Die Figuren sind lebensnah, die Dialoge gewitzt, es wird - unter der Regie von Özgür Yıldırım (47) und Hüseyin Tabak (45) - stellenweise auch recht viel Arabisch gesprochen. Und besonders die Actionszenen und haarsträubenden Konfrontationen der Gangster untereinander, bei denen beide Seiten jeweils kurz vorm Explodieren stehen, fesseln durchweg. Eine mehr als würdige Vorgeschichte zur großen deutschen Gangster-Serie der 2010er Jahre.


