Sängerin äußert große SorgenESC-Drama! Sarah Engels warnt vor aufgeladener Polit-Show

Sarah Engels (33, Köln): Ihre größte Leidenschaft ist ihre eigene Musik. Mit „Fire“ setzt Sarah Engels ein emotionales Zeichen für Empowerment, Zusammenhalt und Selbstbestimmung. Das Live-Event «Eurovision Song Contest - Das Deutsche Finale 2026» wird am 28. Februar ab 20.15 Uhr im Ersten gezeigt. +++ dpa-Bildfunk +++
Sarah Engels blickt mit Bedenken auf den ESC.
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Das politische Umfeld ist aufgeheizt, wenn Sarah Engels Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest vertritt. Sie selbst hat dafür kein Verständnis. Der Wettbewerb sei „die falsche Bühne“, um politische Konflikte auszutragen.

Der Eurovision Song Contest (ESC) wirft seine Schatten voraus. Am 16. Mai findet das Finale des diesjährigen Wettbewerbs in Wien statt. Und schon jetzt ist klar, dass es dabei nicht nur um die Musik gehen wird.

Deutschlands Teilnehmerin Sarah Engels hat nun noch einmal unterstrichen, dass sie den ESC nicht als geeigneten Ort für harte politische Auseinandersetzungen sieht. „Auf der Welt passieren aktuell schlimme Dinge. Davor darf man auf keinen Fall die Augen verschließen“, erklärte die Sängerin und ergänzte: „Aber ich bin fest davon überzeugt, dass der Eurovision Song Contest die falsche Bühne ist, um tiefe politische Konflikte auszutragen.“

Hintergrund sind andauernde politische Debatten um das größte Musikevent der Welt. Mehrere Länder boykottieren den Wettbewerb in diesem Jahr als Reaktion auf das Vorgehen Israels im Gazastreifen.

„Für mich ist das ein Ort für Musik, für Leidenschaft und dafür, Menschen emotional miteinander zu verbinden - egal, woher sie kommen“, sagte Engels, die beim ESC mit ihrem Song „Fire“ antritt. „Es wäre einfach traurig, wenn diese verbindende Kraft verloren geht, weil wir versuchen, dort Probleme zu lösen, die eigentlich ganz woanders hingehören.“ Sie finde, dass man das trennen können müsse - „ohne die Wichtigkeit der Themen herabzustufen“.

Engels hatte sich bereits Anfang Februar im Interview mit ntv.de gegen eine Politisierung der Veranstaltung ausgesprochen. „Für mich sollte der ESC etwas sein, bei dem wir alle zusammenkommen“, sagte sie da. „Die Musik soll dabei verbinden und die Menschen berühren. Ich finde, auf dieser Bühne sollte auch einmal von allen zusammen gefeiert werden dürfen - ohne Politik“, fügte sie hinzu.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) ging Engels auch noch einmal auf Hass und Häme ein, die ihr teilweise in den sozialen Netzwerken nach dem Gewinn des deutschen ESC-Vorentscheids entgegenschlugen. „Das geht auch nicht spurlos an einem vorbei. Aber ich habe versucht, mich davon nicht beeinflussen zu lassen“, sagte die 33-Jährige dort.

Sie wünsche sich, „dass wir in Deutschland unsere Künstler mehr unterstützen und auch ein bisschen stolz auf sie sind“, so Engels. Und weiter: „Egal, ob man einen Künstler oder seine Musik mag: Dahinter steckt immer unglaublich viel Arbeit, Herzblut und Leidenschaft. Das wird manchmal leider vergessen.“

Verwendete Quellen: vpr/dpa