„Wir verabscheuen die meisten politischen Ideen dieses Präsidenten”So hat „Alphaville”-Star Marian Gold Donald Trump seinen Song „Forever Young” verboten

Marian Gold ist der Sänger der Band „Alphaville”. Das Foto zeigt ihn bei einem Auftritt 2025 in Chemnitz.
Marian Gold ist der Sänger der Band „Alphaville”
Gerald Matzka/Getty Images
von Laura Schuster

„Forever Young” – aber nicht für US-Präsident Donald Trump!
Der Sänger der deutschen Kultband „Alphaville” hat dem mächtigsten Mann der Welt gezeigt, wo der Hammer hängt. Trump hatte ein KI-generiertes Video ohne Erlaubnis mit dem weltweit bekannten Song „Forever Young” („Für immer jung”) unterlegt. Doch dabei hat der US-Präsident die Rechnung ohne Sänger Marian Gold gemacht. Bei RTL.de erzählt der 71-Jährige, wie er sich gegen den Mann im Oval Office zur Wehr gesetzt hat.

Marian Gold von „Alphaville” kritisiert Donald Trump scharf

United States President Donald J Trump speaks to members of the media on the South Lawn of the White House in Washington, DC, USA, before boarding Marine One in Washington, DC, US, on Tuesday, January 27, 2026. Trump is heading back to Americas heartland in an attempt to refocus an economic message thats been upstaged by controversy over his deportation policies and the killing of two protesters by federal officers. CAP/MPI/RS ©RS/MPI/Capital Pictures
Donald Trump darf „Forever Young” von „Alphaville” nicht für sein KI-Video nutzen (Archivbild)
picture alliance / Captital Pictures

Auf seiner Plattform „Truth Social” hatte Donald Trump (79) ein KI-Video gepostet, das mit dem Song „Forever Young” unterlegt ist. Es zeigt Animationen von ihm zu verschiedenen Zeiten (1950-2025). Angefangen mit einem Bild, das den heutigen US-Präsidenten im Alter von vier Jahren darstellen soll.

Trump war in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder kritisiert worden, weil er sich z.B. als Jesus-Figur gepostet hatte. Viele werfen ihm auch seine brutale Abschiebepolitik oder das Anzetteln des Irankriegs vor.

„Alphaville”-Gründungsmitglied Marian Gold sagt zu RTL.de: „Wir werden in Zusammenhang gebracht mit einer politischen Idee, die wir verabscheuen. Das ist für mich der Punkt.” Und der 71-Jährige wird noch konkreter: „Wir verabscheuen die meisten politischen Ideen dieses Präsidenten.”

Man habe allen klarmachen wollen, wo man steht. „Wir sind politische Wesen. Wir sind liberale, demokratische Menschen. Wir glauben an die Demokratie, wir glauben an die Freiheit. Wir unterstützen jeden Politiker, der sich dafür einsetzt. Diejenigen, die Demokratie zerstören wollen, die Freiheit einschränken wollen, die betrachte ich als meine politischen Gegner.”

„Alphaville” habe sich öffentlich klar positioniert, als man von dem Trump-Video erfahren habe. Die Botschaft der Band kam wohl beim US-Präsidenten und seinem Team an: Der Clip verschwand. Donald Trump muss nun ohne „Alphaville” auskommen.

Marian Gold (71) selbst wünscht sich im Interview, dass die Menschen trotz aller Herausforderungen mit Hoffnung in die Zukunft gucken: „Die Welt ist in einem Zustand, das hätte sich vor zehn, 15 Jahren niemand vorstellen können. [...] In jeder Veränderung liegt auch die Chance, etwas am Leben der Menschheit zu verbessern.”

Viele Künstler stellen sich gegen Donald Trump

Die Synthiepop-Band „Alphaville” gründete sich Anfang der 1980er-Jahre in Münster. Neben „Forever Young” ist sie unter anderem für das Lied „Big in Japan” weltbekannt. Von der Gründungsbesetzung ist inzwischen nur noch Marian Gold dabei.

Zahlreiche namhafte Künstler haben Trump bereits untersagt, ihre Songs zu nutzen, insbesondere bei Wahlkampfauftritten. Dazu zählen beispielsweise Adele, die Rolling Stones, Neil Young, Elton John, Bruce Springsteen sowie die Erben von Sinéad O’Connor.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche, Alphaville