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Zahlt die Zahnzusatzversicherung Veneers und Bleaching?

Kosmetik zahlt kein Tarif, ein dokumentierter Befund am Frontzahn dagegen oft schon. Wir zeigen, wo diese Grenze verläuft und welche zwei Anbieter sogar Bleaching bezuschussen.

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Eine Zahnzusatzversicherung für Veneers zahlt nicht die Verblendschale, sondern den Befund darunter. Ein Veneer kostet je nach Methode 350 bis 2.000 Euro pro Zahn, und von dieser Rechnung ist in den Standardtarifen nichts erstattungsfähig, solange der Zahnarzt keinen Defekt dokumentieren kann. Wer die Frontzähne ebenmäßiger haben möchte, zahlt selbst. Wer einen abgebrochenen Frontzahn versorgen lässt, kann dieselbe Verblendschale erstattet bekommen. Zwischen diesen beiden Fällen liegt kein Preisunterschied, sondern eine Zeile in der Dokumentation. Beim Bleaching ist die Lage sogar noch eindeutiger, und trotzdem zahlen zwei Tarife in diesem Vergleich dafür, beide bis 200 Euro und beide nur im Zwei-Jahres-Rhythmus.

Das Wichtigste in Kürze

  • Rein kosmetische Veneers und Bleachings sind in den geprüften Tarifen nicht erstattungsfähig, erstattet wird nur, was medizinisch indiziert und im Befund dokumentiert ist.
  • Für ein Bleaching zahlen zwei Tarife bis zu 200 Euro: BarmeniaGothaer in Mehr Zahn 100 alle zwei Kalenderjahre und MAXCARE in der Stufe Exklusiv alle zwei Jahre.
  • ottonova schließt Bleaching und Veneers in allen drei Tarifen, Economy, Business und First Class, ausdrücklich als kosmetische Behandlung aus.
  • Ein Veneer kostet je nach Methode 350 bis 2.000 Euro pro Zahn, ein Bleaching beim Zahnarzt 300 bis 900 Euro, je nach Anbieter und Region.

Welche Tarife zahlen, und aus welchem Grund

Fünf Tarife sind für dieses Thema überhaupt relevant, und sie zahlen aus zwei völlig verschiedenen Gründen. Welcher der beiden für Sie gilt, entscheiden nicht Sie, sondern Ihr Befund.

Zwei Tarife benennen das Bleaching ausdrücklich als eigene Leistung. Dort brauchen Sie keine medizinische Begründung und keinen dokumentierten Defekt, sondern rufen ein Budget ab wie bei der Prophylaxe. Das ist unkompliziert, aber es ist auf 200 Euro alle zwei Jahre begrenzt.

Die übrigen drei zahlen für Kosmetik nichts und erstatten denselben Frontzahn trotzdem hoch, sobald er nicht mehr schöner, sondern wieder funktionsfähig werden muss. Für eine abgebrochene Schneidekante oder einen Zahn nach einer Wurzelbehandlung sind das die stärkeren Tarife. Für den Wunsch nach ebenmäßigen Frontzähnen bringen sie Ihnen nichts.

Lesen Sie die fünf deshalb mit Ihrer eigenen Ausgangslage im Kopf. Wollen Sie aufhellen, zählen die ersten beiden. Muss ein Zahn versorgt werden, zählen die anderen drei. Die Reihenfolge richtet sich danach, was ein Tarif bei Veneers und Bleaching tatsächlich leistet, nicht nach dem Beitrag.

BarmeniaGothaer Mehr Zahn 100: Bleaching-Budget und 100 Prozent für den Frontzahn

Eine von zwei Ausnahmen in einem Feld voller Ausschlüsse, und die, bei der Sie den Anspruch selbst nachrechnen können: Mehr Zahn 100 nennt Bleaching als eigene Leistung und zahlt dafür bis 200 Euro, alle zwei Kalenderjahre. Der Anbieter bindet den Rhythmus ausdrücklich an Kalenderjahre, Sie können den nächsten Termin also am Datum planen und nicht am Vertragsmonat. Damit bekommen Sie für eine Zahnaufhellung in der Praxis, die marktüblich 300 bis 900 Euro kostet, einen echten Zuschuss statt einer Ablehnung, und Sie bekommen ihn ohne medizinische Begründung, weil der Tarif die Leistung selbst benennt.

Der Rest des Tarifs ist ebenfalls für den Fall gebaut, in dem ein Frontzahn wirklich versorgt werden muss: 100 Prozent der erstattungsfähigen Zahnersatzkosten beim Vertragszahnarzt, 80 Prozent außerhalb, und 100 Prozent Ihres Eigenanteils bei Zahnbehandlungen. Gedeckelt ist dabei nicht die einzelne Leistungsart, sondern die Erstattung der ersten Jahre insgesamt: Die Leistungsbegrenzung beginnt bei 1.500 Euro und steigt über 3.000 und 4.500 Euro auf 6.000 Euro bis zum vierten Kalenderjahr. Wartezeiten gibt es nicht, auch nicht mit dem optionalen Baustein Mehr Zahnvorsorge Bonus D. Beworben wird ein Einstieg ab 4,60 Euro monatlich, ohne dass der Versicherer dazu ein Alter oder eine Tarifstufe nennt.

Wichtig: Das Bleaching-Budget läuft im Zwei-Jahres-Rhythmus, nicht jährlich. Wenn Sie die Aufhellung wiederholen möchten, legen Sie den zweiten Termin erst in das übernächste Kalenderjahr, sonst zahlen Sie ihn vollständig selbst.

Bis 200 Euro fürs Bleaching, alle zwei Kalenderjahre
Mehr Zahn 100 benennt Bleaching als eigene Leistung und erstattet Zahnersatz zu 100 Prozent beim Vertragszahnarzt, mit Leistungsbeginn am Vertragstag.

MAXCARE Exklusiv: das zweite Bleaching-Budget im Feld

Ein zweiter Anbieter sagt dieselbe Leistung in derselben Höhe und im selben Rhythmus zu: MAXCARE erstattet in Exklusiv, der höchsten seiner drei Tarifstufen, zusätzlich zur Prophylaxe 200 Euro alle zwei Jahre für Bleaching. Im Produktnamen heißt diese Stufe ZahnGesund 100. Für Sie heißt das, dass eine Zahnaufhellung nicht mehr an einem einzigen Tarifwerk hängt, sondern an zwei Spitzentarifen, die Sie gegeneinander rechnen können.

Die Prophylaxe läuft daneben getrennt weiter, und zwar mit zweimal 100 Euro im Jahr in dieser Spitzenstufe, zweimal 85 Euro in Premium und zweimal 75 Euro in Komfort. Für einen Frontzahn, der wirklich versorgt werden muss, erstattet Exklusiv volle 100 Prozent auf Zahnersatz, Zahnbehandlung liegt in allen drei Tarifen bei 100 Prozent. Eine Wartezeit gibt es nicht, im ersten Kalenderjahr stehen Ihnen 1.500 Euro bereit, und ab dem fünften Jahr rechnet der Tarif ohne Summengrenze. Gefragt wird im Antrag genau einmal, und die Frage gilt Lücken, die bisher nicht versorgt wurden.

Wichtig: Die 200 Euro gibt es nur in Exklusiv, nicht in Komfort und nicht in Premium. Und der Rhythmus ist bei den beiden Anbietern unterschiedlich formuliert, MAXCARE nennt Jahre, BarmeniaGothaer ausdrücklich Kalenderjahre. Lassen Sie sich vor dem zweiten Termin schriftlich geben, ab welchem Datum der Anspruch wieder offen ist, sonst zahlen Sie eine Aufhellung von 300 bis 900 Euro allein, weil der Termin einige Wochen zu früh lag.

200 Euro fürs Bleaching plus zweimal 100 Euro Prophylaxe
Exklusiv nennt Bleaching als eigene Leistung und erstattet Zahnersatz wie Zahnbehandlung mit 100 Prozent, im ersten Kalenderjahr bis 1.500 Euro.

ottonova: klarer Ausschluss, dafür Diagnostik und Unfall ohne Deckel

ottonova sagt Ihnen vorab, woran Sie sind, und das ist auf dieser Seite mehr wert als eine vage Formulierung. Bleaching und Veneers sind in allen drei Tarifen ausdrücklich ausgeschlossen, benannt als kosmetische Behandlung. Eine dokumentierte Ausnahme für eine medizinische Indikation ist in den geprüften Unterlagen nicht zu finden, Sie sollten also nicht damit rechnen, einen Ausschluss durch einen Befund aushebeln zu können.

Was dieser Tarif dafür bietet, betrifft genau die Vorstufe: Kariesrisikodiagnostik, Fissurenversiegelung und Unfallbehandlung laufen ohne Jahresdeckel. Die professionelle Zahnreinigung selbst ist dagegen wie überall gedeckelt, je Tarif auf 70 bis 180 Euro im Jahr. Beim Zahnersatz erstattet Economy 70 bis 75 Prozent, Business 85 bis 90 Prozent und First Class 100 Prozent, Zahnbehandlungen bis zu 100 Prozent und 70 Prozent außerhalb des Netzes.

Kurz gesagt: Wenn Ihr Ziel gesunde, gepflegte Frontzähne sind und nicht eine erstattete Kosmetikrechnung, ist das die stärkste Vorsorgezusage im Vergleich. Wenn Sie ein Veneer erstattet haben wollen, ist es der falsche Tarif, und das steht dort auch so.

Diagnostik und Unfallbehandlung ohne Jahresdeckel
Kariesrisikodiagnostik und Fissurenversiegelung ohne Deckel, Zahnersatz bis 100 Prozent in First Class. Kosmetik bleibt ausgeschlossen.

DA Direkt: die Route, wenn der Zahnarzt einen Defekt dokumentiert

Sobald ein Frontzahn nicht mehr gesund ist, sondern versorgt werden muss, geht es nicht mehr um Kosmetik, sondern um Erstattungssätze. Und hier liegt DA Direkt vorn: In Premium Plus bekommen Sie 100 Prozent für Zahnersatz und 100 Prozent für Zahnbehandlung, innerhalb und außerhalb des Zahnarztnetzes. In Premium sind es 100 Prozent im Netz und 90 Prozent außerhalb, in Komfort 90 und 75 Prozent. Gesundheitsfragen stellt DA Direkt in den Haupttarifen nicht, eine Wartezeit gibt es nicht.

Eine Besonderheit müssen Sie mitrechnen: DA Direkt erstattet auf den Eigenanteil, der nach der Leistung der gesetzlichen Krankenkasse bleibt. Bei einer Versorgung, für die Ihre Kasse einen Festzuschuss zahlt, springt der Tarif also auf den Rest. Bei einer Leistung, für die die Kasse nichts zahlt, ist die gesamte Rechnung dieser Rest.

Faustregel: Was der Zahnarzt als Befund dokumentieren kann, ist eine Behandlung. Was Sie sich wünschen, ist eine Leistung auf eigene Rechnung. Diese Grenze verläuft nicht durch den Behandlungsstuhl, sondern durch die Karteikarte.

100 Prozent, wenn der Befund dokumentiert ist
Premium Plus erstattet Zahnbehandlung und Zahnersatz mit 100 Prozent im Netz und außerhalb, ohne Gesundheitsfragen und sofort nutzbar.

HanseMerkur Zahnzusatz Luxus: 100 Prozent Zahnersatz ab dem ersten Vertragstag

Für ein Wunsch-Veneer brauchen Sie diesen Tarif nicht, für den Ernstfall am Frontzahn schon: Zahnzusatz Luxus trägt Zahnersatz mit 100 Prozent, ohne Wartezeit ab dem ersten Vertragstag. Anders als DA Direkt rechnet HanseMerkur nicht auf Ihren Eigenanteil, sondern erstattet unabhängig vom Festzuschuss der gesetzlichen Kasse, der damit oben drauf kommt. Bei einer Krone am Schneidezahn entscheidet diese Bezugsgröße darüber, wie viel von der Rechnung bei Ihnen bleibt.

Zwei Punkte gehören dazu: Gesundheitsfragen stellt HanseMerkur in allen Tarifen, und die Prophylaxe führt Luxus nur mit 130 Euro im Jahr. Ein Bleaching-Budget wie bei BarmeniaGothaer und MAXCARE gibt es hier nicht.

Zahnersatz zu 100 Prozent, zusätzlich zum Festzuschuss
Zahnzusatz Luxus leistet ohne Wartezeit ab dem ersten Vertragstag und rechnet auf die Kosten der Versorgung, nicht auf Ihren Eigenanteil.

Warum dasselbe Veneer einmal bezahlt und einmal abgelehnt wird

Versicherer bewerten keine Zähne, sie bewerten Begründungen. Ob eine Verblendschale erstattet wird, entscheidet nicht das Material, nicht der Preis und nicht die Praxis, sondern die Frage, ob ein Befund vorliegt, der die Versorgung notwendig macht. Deshalb kann exakt dasselbe Veneer, vom selben Zahnarzt am selben Zahn gesetzt, einmal erstattungsfähig und einmal Privatsache sein.

Beim Bleaching ist diese Linie noch klarer gezogen. Die Zahnaufhellung ist [eine rein ästhetische Behandlung ohne medizinische Notwendigkeit] und damit keine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse, wobei ein Zusatztarif je nach Vereinbarung einen Teil übernehmen kann. Genau das tun BarmeniaGothaer und MAXCARE, und genau das schließt ottonova aus. Von Ihrer Kasse kommt in beiden Fällen nichts.

Die Fälle, in denen eine Praxis eine Indikation dokumentieren kann, sind in der Marktpraxis überschaubar und immer an einen sichtbaren Schaden gebunden: eine Fraktur am Frontzahn nach Sturz oder Unfall, ein größerer Substanzverlust, oder eine dauerhafte Verfärbung eines einzelnen Zahns nach einer Wurzelbehandlung, bei der die Aufhellung den Zahn wieder an die Nachbarzähne angleicht. Ein Wunsch nach hellerer oder gleichmäßigerer Front ist keine Indikation, so gut er begründet sein mag.

Damit ein Versicherer diese Einordnung nachvollziehen kann, braucht er mehr als den Namen der Leistung. Bitten Sie die Praxis, den Befund selbst in den Heil- und Kostenplan zu schreiben, also den Schaden am Zahn und nicht nur die geplante Versorgung, und lassen Sie sich die Unterlagen mitgeben, die den Zustand belegen: das Röntgenbild, die Fotodokumentation vor der Behandlung, bei einer Verfärbung nach Wurzelbehandlung den Hinweis auf die vorangegangene Therapie. Eine Praxis, die häufig mit Zusatzversicherungen abrechnet, kennt diese Anforderung. Fragen Sie im Zweifel direkt, ob sie den Kostenvoranschlag so ausstellt, dass er beim Versicherer eingereicht werden kann.

Wichtig: Reichen Sie den Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn ein und lassen Sie sich die Erstattungsfähigkeit schriftlich bestätigen. Nach dem Termin verhandeln Sie nicht mehr über eine Zusage, sondern über eine bereits gestellte Rechnung. Bei einem Zahn, dessen Schaden schon vor Vertragsbeginn sichtbar war, gilt zusätzlich die Regel für [dokumentierte Vorschäden], und die schlägt jede Indikation.

Ein Veneer, zwei Ergebnisse: dieselbe Rechnung von 1.200 Euro

Nehmen wir eine konkrete Rechnung. Ein Veneer am oberen Schneidezahn, 1.200 Euro, dieselbe Praxis, dasselbe Material. Im ersten Fall ist die Ecke des Zahns nach einem Sturz abgebrochen, der Befund ist dokumentiert und die Versorgung notwendig. Im zweiten Fall ist der Zahn intakt und soll nur ebenmäßiger aussehen. In der Tabelle stehen die fünf Tarife von oben. Vorausgesetzt ist in der linken Spalte jeweils, dass der Tarif die Versorgung als erstattungsfähige Leistung einordnet.

TarifMit dokumentiertem DefektOhne Befund, rein kosmetisch
BarmeniaGothaer Mehr Zahn 100100 Prozent der erstattungsfähigen Kosten beim Vertragszahnarzt, 80 Prozent außerhalb, also 1.200 oder 960 Euro0 Euro
DA Direkt Premium Plus100 Prozent des Eigenanteils, der nach der Kassenleistung bleibt0 Euro
HanseMerkur Zahnzusatz Luxus100 Prozent der erstattungsfähigen Zahnersatzkosten, also 1.200 Euro0 Euro
MAXCARE Exklusiv100 Prozent für Zahnersatz, also 1.200 Euro, im ersten Kalenderjahr bis 1.500 Euro0 Euro
ottonova, alle drei Tarife0 Euro, Veneers sind ausdrücklich ausgeschlossen0 Euro

Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens ist die rechte Spalte überall gleich, unabhängig von Beitrag, Tarifstufe und Erstattungssatz. Ein hoher Prozentsatz nützt Ihnen bei einer kosmetischen Behandlung nichts, weil er auf eine Rechnung angewendet wird, die gar nicht in den Leistungsumfang fällt. Zweitens ist die linke Spalte nicht bei jedem Anbieter offen: ottonova führt das Veneer selbst in der Ausschlussliste, nicht nur die Absicht dahinter. Wo ein Ausschluss die Behandlung namentlich nennt, bringt Sie auch ein sauber dokumentierter Befund nicht weiter.

Eine Feinheit entscheidet in der linken Spalte über den Betrag: Läuft die Versorgung als Zahnersatz oder als Zahnbehandlung? Bei BarmeniaGothaer und bei MAXCARE Exklusiv trägt der Tarif beide Linien mit 100 Prozent, dort entscheidet stattdessen die Wahl der Praxis, denn außerhalb des Vertragszahnarztnetzes sinkt die Zahnersatzerstattung der BarmeniaGothaer auf 80 Prozent. Führt ein Tarif für Zahnersatz und Zahnbehandlung dagegen zwei verschiedene Sätze, entscheidet die Einordnung direkt über Ihren Eigenanteil. Welche Quote für Kronen, Brücken und andere Versorgungen gilt, ist deshalb eine eigene Zahl und nicht identisch mit dem beworbenen Spitzenwert des Tarifs.

Kurz gesagt: Fragen Sie in der Praxis nicht nur, was das Veneer kostet, sondern unter welcher Position es abgerechnet wird. Diese Angabe entscheidet, gegen welchen Erstattungssatz und gegen welche Jahresgrenze Ihre Rechnung läuft.

Was eine Zahnzusatzversicherung für Veneers stattdessen zahlt

Wer wegen der Optik auf dieser Seite gelandet ist, hat trotzdem drei Geldwege, die tatsächlich offen sind. Sie führen nur nicht über die Kosmetik.

  • Prophylaxe und professionelle Zahnreinigung: 70 bis 200 Euro im Kalenderjahr, je nach Anbieter und Tarif, bei ottonova 70 bis 180 Euro und bei HanseMerkur bis 200 Euro. Das entfernt Verfärbungen von der Zahnoberfläche und ist die einzige Aufhellung, die regelmäßig erstattet wird.
  • Bleaching als benannte Tarifleistung: bis 200 Euro bei BarmeniaGothaer in Mehr Zahn 100 alle zwei Kalenderjahre und bis 200 Euro bei MAXCARE in Exklusiv alle zwei Jahre. Das sind die zwei Posten im Vergleich, bei denen eine Zahnaufhellung ohne medizinische Begründung erstattet wird.
  • Unfall- und Behandlungsleistungen am Frontzahn: bei ottonova ohne Jahresdeckel für Unfallbehandlung, bei DA Direkt mit 100 Prozent in Premium Plus. Das ist der Weg, über den ein abgebrochener Schneidezahn tatsächlich bezahlt wird.

Den ersten Weg rufen Sie jedes Jahr ab, und dort liegen die höchsten Budgets nicht bei den Kombitarifen, sondern bei den reinen Vorsorgeprodukten: HanseMerkur stellt in Zahnvorsorge Top Plus 200 Euro im Kalenderjahr bereit, verteilt auf zwei Sitzungen, in Zahnvorsorge Top 160 Euro. Der Preis dafür sind sechs Monate Wartezeit außer bei einem Unfall, Gesundheitsfragen und kein Zahnersatz im Vertrag. Muss ein Frontzahn absehbar versorgt werden, brauchen Sie deshalb den Kombitarif Zahnzusatz Luxus von oben, der dafür bei der Prophylaxe 130 Euro im Jahr führt.

Wichtig: Verfärbungen, die von Kaffee, Tee oder Nikotin auf dem Zahn liegen, gehören in die Prophylaxe und nicht ins Bleaching. Was dabei entfernt wird und was nicht, steht im Ratgeber zur professionellen Zahnreinigung, und wie hoch die Budgets der einzelnen Anbieter dafür ausfallen, zeigt der Vergleich der Tarife mit Zahnreinigung.

Vier Fälle, in denen Geld zurückkommt, und was dafür dokumentiert sein muss

Vier Situationen führen in der Praxis tatsächlich zu einer Erstattung, und jede hat ihre eigene Anforderung an die Unterlagen.

Die Verblendung als Teil einer erstattungsfähigen Versorgung. Braucht ein Frontzahn eine Krone, ist die sichtbare Verblendung ein Bestandteil dieser Krone und läuft mit ihr über die Zahnersatzleistung. Dokumentiert sein muss der Befund am Zahn, nicht der Wunsch nach der Verblendung, und im Heil- und Kostenplan sollte erkennbar sein, dass die Verblendung zur Versorgung gehört und keine separate ästhetische Zusatzleistung ist.

Der Frontzahn nach einem Unfall. Hier zählt der Unfallhergang: Datum, Ursache und der Zustand direkt danach. Lassen Sie den Befund noch am Behandlungstag aufnehmen und fragen Sie nach einer Fotodokumentation, denn ein Unfall, der erst Wochen später aktenkundig wird, ist der klassische Streitfall. Bei ottonova läuft die Unfallbehandlung ohne Jahresdeckel, bei DA Direkt mit 100 Prozent in Premium Plus.

Die Aufhellung eines einzelnen Zahns nach einer Wurzelbehandlung. Hier ist die Vorbehandlung die Begründung, nicht die Farbe. In den Unterlagen muss der Zusammenhang stehen: die durchgeführte Wurzelbehandlung, der betroffene Zahn und die Verfärbung als deren Folge. Eine Aufhellung aller Frontzähne fällt nicht darunter, auch wenn einer von ihnen wurzelbehandelt ist.

Die abgebrochene Kante mit einer Kunststofffüllung. Der günstigste Weg zu einer optisch intakten Frontzahnreihe führt oft nicht über ein Veneer, sondern über eine Füllung, die die Kante wieder aufbaut. Sie läuft als Zahnbehandlung und nicht als Kosmetik, kostet einen Bruchteil und ist damit die Leistung, die von diesen vier am zuverlässigsten erstattet wird.

Faustregel: Prüfen Sie einen Tarif für Ihre Frontzähne an der Vorsorge und am Zahnersatz, nicht an der Kosmetikzeile. Die Prophylaxe rufen Sie jedes Jahr ab, die Kosmetikleistung im besten Fall alle zwei Jahre und in den meisten Tarifen nie. Wer beide Werte nebeneinander sehen will, findet sie im Tarifvergleich.

Was Veneers und Bleaching kosten, wenn Sie selbst zahlen

Weil Sie den größten Teil dieser Rechnungen selbst tragen, lohnt der Blick auf die Bandbreiten. Sie unterscheiden sich vor allem nach Methode, und die sollten Sie sich vor dem Termin benennen lassen. Alle Werte sind grobe Marktbandbreiten und schwanken je nach Praxis und Region:

  • Konventionelle Keramikveneers mit Beschliff des Zahns: 900 bis 2.000 Euro pro Zahn.
  • Non-Prep-Veneers, also dünnere Schalen ohne Substanzabtrag: 700 bis 1.000 Euro pro Zahn.
  • Vorgefertigte Veneers zum Sofort-Einsetzen: 350 bis 400 Euro pro Zahn.
  • Bleaching in der Praxis: 300 bis 900 Euro. Für die Anwendung zu Hause mit Schienen aus der Praxis liegen die Angaben bei 150 bis 500 Euro.

Warum das Bleaching beim Zahnarzt ein Vielfaches des Drogerieprodukts kostet

Der Preisunterschied hat einen rechtlichen Grund, und der ist für Ihre Entscheidung wichtiger als jede Werbeaussage. Produkte mit mehr als 0,1 Prozent Wasserstoffperoxid dürfen ausschließlich von Zahnärzten angewendet werden, so die Position der Bundeszahnärztekammer unter Verweis auf die europäische Kosmetikverordnung.

Damit ist die Sache klar sortiert: Jedes Set, das Sie frei kaufen können, liegt unterhalb dieser Grenze und kann nicht dieselbe Wirkung erzielen wie die Behandlung in der Praxis, ganz unabhängig davon, was auf der Packung steht. Wer ein frei verkäufliches Set kauft und davon dasselbe Ergebnis erwartet wie von der Behandlung in der Praxis, vergleicht zwei rechtlich unterschiedliche Produktklassen. Für Ihre Rechnung heißt das: Die 300 bis 900 Euro sind kein Praxisaufschlag, sondern der Preis für die einzige Konzentration, die überhaupt sichtbar aufhellt. Und weil BarmeniaGothaer und MAXCARE genau diese Behandlung mit bis zu 200 Euro bezuschussen, verschiebt sich die Rechnung in diesen beiden Tarifen deutlich.

Was im Kostenvoranschlag stehen muss, wenn Sie selbst zahlen

Weil bei kosmetischen Veneers kein Versicherer mitliest, prüfen Sie den Kostenvoranschlag selbst, und zwar auf vier Punkte. Erstens: Gilt der Preis pro Zahn oder für die gesamte Behandlung? Das ist der häufigste Missverständnisfall, denn bei sechs Frontzähnen summieren sich 900 bis 2.000 Euro pro Zahn auf 5.400 bis 12.000 Euro. Zweitens: Sind die Laborkosten enthalten oder werden sie gesondert abgerechnet? Drittens: Was kosten Provisorien und Nachkontrollen, und sind sie schon eingerechnet? Viertens: Welche Methode ist angesetzt, mit oder ohne Beschliff des Zahns, denn davon hängt sowohl der Preis als auch die Frage ab, ob der Zahn danach dauerhaft eine Verblendung braucht.

Wichtig: Lassen Sie sich zwei Angebote geben und vergleichen Sie sie erst, wenn beide dieselbe Zahl von Zähnen und dieselbe Methode ausweisen. Ein Angebot pro Zahn gegen ein Pauschalangebot zu stellen, führt bei diesen Summen zu einem vierstelligen Irrtum.

Kurz gesagt: Rechnen Sie bei vier Frontzähnen mit konventionellen Veneers mit einem vierstelligen Betrag, den kein Tarif in diesem Vergleich übernimmt, solange kein Befund vorliegt. Das Geld ist besser in einem Tarif angelegt, der den Fall abdeckt, in dem einer dieser Zähne wirklich kaputtgeht.

Häufige Fragen zur Zahnzusatzversicherung für Veneers und Bleaching

Zahlt eine Zahnzusatzversicherung Veneers?

Nur bei dokumentierter medizinischer Indikation. Ein Veneer kostet je nach Methode 350 bis 2.000 Euro pro Zahn, und rein kosmetisch bleibt diese Rechnung in allen geprüften Tarifen bei Ihnen. Liegt ein Befund vor, etwa eine Fraktur am Frontzahn, erstatten BarmeniaGothaer in Mehr Zahn 100, HanseMerkur in Zahnzusatz Luxus und MAXCARE in Exklusiv bis zu 100 Prozent, DA Direkt in Premium Plus 100 Prozent des Eigenanteils.

Zahlt eine Zahnzusatzversicherung Bleaching?

In zwei Tarifen ja. BarmeniaGothaer erstattet in Mehr Zahn 100 bis 200 Euro für Bleaching, alle zwei Kalenderjahre, MAXCARE in Exklusiv ebenfalls 200 Euro alle zwei Jahre. ottonova schließt Bleaching in allen drei Tarifen ausdrücklich aus. Weil der Anspruch nur alle zwei Jahre neu entsteht, entscheidet der Termin darüber, ob Sie den Zuschuss zweimal oder nur einmal bekommen.

Was zahlt die Krankenkasse bei Veneers und Bleaching?

Praktisch nichts. Die Zahnaufhellung ist eine rein ästhetische Behandlung ohne medizinische Notwendigkeit und deshalb keine Kassenleistung. Bei einem dokumentierten Befund am Frontzahn zahlt die gesetzliche Kasse ihren Anteil für die Regelversorgung, also die medizinisch notwendige Standardlösung, nicht für die Verblendschale Ihrer Wahl.

Gibt es eine Ausnahme bei medizinischer Notwendigkeit?

Ja, aber sie hängt an der Dokumentation und nicht an Ihrer Begründung. In der Marktpraxis anerkannt sind Frakturen und größere Substanzverluste am Frontzahn sowie die Aufhellung eines einzelnen Zahns, der nach einer Wurzelbehandlung dauerhaft verfärbt ist. Lassen Sie den Heil- und Kostenplan vor Behandlungsbeginn prüfen, sonst rechnen Sie im Nachhinein gegen eine fertige Rechnung.

Kann ich einen Tarif abschließen, wenn die Veneers schon geplant sind?

Für diese Behandlung nicht mehr. Eine Versorgung, die der Zahnarzt bereits angeraten oder begonnen hat, ist vom Leistungsumfang ausgenommen, unabhängig davon, ob der Tarif Gesundheitsfragen stellt. Der Vertrag wirkt ab dem Beginn nach vorn: Er trägt den Schaden, der noch kommt, nicht den, der schon in der Karteikarte steht.