Eine Teleskopprothese hält über Doppelkronen. Auf jeden verbliebenen Zahn kommt eine fest zementierte Krone, und darüber wird die Prothese geschoben, ohne sichtbares Halteelement. Für diese Konstruktion zahlen Sie je nach Zahl der Doppelkronen 2.000 bis 4.000 Euro, und der größere Teil davon bleibt bei Ihnen. Wenn Sie den Kostenvoranschlag gerade vor sich haben und die Summe weit über dem liegt, was Sie für herausnehmbaren Zahnersatz erwartet hatten, steckt der Unterschied fast vollständig in diesen Kronen. Wie viele davon nötig sind, entscheidet Ihr Befund, und derselbe Befund entscheidet auch, ob die Kasse mehr als den Zuschuss für eine einfache Klammerprothese zahlt.
Das Wichtigste in Kürze
- Kosten: Für eine Teleskopprothese fallen je nach Zahl der Doppelkronen 2.000 bis 4.000 Euro an.
- Aufbau: Jede Doppelkrone besteht aus einer fest zementierten Primärkrone auf dem eigenen Zahn und einer Sekundärkrone im Prothesenkörper.
- Festzuschuss: Für die Teleskopkronen-Versorgung nach Befund 4.6 zahlt die gesetzliche Kasse ohne Bonusheft 410,51 Euro (Stand: Januar 2026).
- Regelversorgung: Als Regelversorgung erkennt die Kasse Teleskopkronen nur an, wenn im betroffenen Kiefer noch ein bis drei eigene Zähne stehen.
Was eine Teleskopprothese kostet
Der Preis baut sich in zwei Stufen auf. Zuerst der Prothesenkörper selbst, also die Basis mit den künstlichen Zähnen, die bei 800 bis 1.200 Euro liegt. Dazu kommt jede Doppelkrone einzeln mit 800 bis 1.000 Euro. Daraus ergibt sich die Gesamtspanne von 2.000 bis 4.000 Euro, und wo Sie darin landen, ist keine Frage der Ausstattung, sondern der Zahl Ihrer Pfeilerzähne.
Ein Beispiel mit zwei Doppelkronen:
| Position | Von | Bis |
|---|---|---|
| Prothesenkörper (Basis) | 800 € | 1.200 € |
| Doppelkrone 1 | 800 € | 1.000 € |
| Doppelkrone 2 | 800 € | 1.000 € |
| Gesamt | 2.400 € | 3.200 € |
Innerhalb dieser Spanne bewegt vor allem der Steigerungsfaktor der Gebührenordnung für Zahnärzte die Summe, denn jede Krone wird nach GOZ abgerechnet und der zulässige Rahmen reicht vom 1,0-fachen bis zum 3,5-fachen Satz. Was dieser Faktor konkret ausmacht, rechnen wir bei der Zahnkrone an einem Beispiel durch. Hinzu kommen die Laborkosten, die bei einer Teleskoparbeit einen ungewöhnlich hohen Anteil ausmachen, weil jede Krone Handarbeit ist.

Achtung: Vorbehandlungen stehen oft nicht im selben Plan. Wurzelbehandlungen, Parodontitistherapie oder das Ziehen nicht erhaltungswürdiger Zähne werden vorher und getrennt abgerechnet. Fragen Sie in der Praxis nach der Summe für den gesamten Weg bis zur fertigen Prothese, nicht nur nach dem Zahnersatz.
Was die Kasse zahlt: Festzuschuss für Befund 4.6
Die gesetzliche Kasse zahlt einen festen Betrag für den Befund, unabhängig davon, was Ihre Praxis abrechnet. Für die Teleskopkronen-Versorgung ist das der Befund 4.6.
| Bonusheft | Festzuschuss (Befund 4.6) |
|---|---|
| Kein Bonusheft (60 %) | 410,51 € |
| Fünf lückenlose Jahre (70 %) | 478,93 € |
| Zehn lückenlose Jahre (75 %) | 513,14 € |
Stand: Januar 2026. Die Festzuschussbeträge wurden zum 1. Januar 2026 angepasst; veröffentlicht werden sie von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.
Setzen Sie das gegen die Rechnung, wird die Größenordnung deutlich. Bei einer Versorgung für 2.400 Euro bleiben Ihnen ohne Bonusheft rund 1.989 Euro, mit zehn lückenlosen Bonusjahren rund 1.887 Euro. Liegt die Arbeit am oberen Ende bei 3.200 Euro, sind es ohne Bonusheft rund 2.789 Euro.
Zwischen der niedrigsten und der höchsten Bonusstufe liegen in diesem Befund gut hundert Euro. Jede zusätzliche Doppelkrone kostet 800 bis 1.000 Euro. Führen Sie Ihr Bonusheft weiter, aber stellen Sie Ihre Fragen dort, wo die größeren Beträge entstehen: bei der Zahl der Pfeilerzähne und beim Steigerungsfaktor.
Wer die Einkommensgrenze der Härtefallregelung unterschreitet, bekommt den doppelten Festzuschuss, allerdings nur für die Regelversorgung selbst und nicht für die Mehrkosten einer Teleskopversorgung. Die aktuellen Grenzen und die Gruppen, die den Status ohne Einkommensprüfung erhalten, stehen auf unserer Seite zur Zahnprothese.
Wann die Kasse Teleskopkronen als Regelversorgung anerkennt
Dieser Punkt entscheidet über mehrere hundert Euro und wird in Beratungsgesprächen selten von allein angesprochen. Teleskopkronen gelten nicht generell als Regelversorgung. Die Kasse erkennt sie nur dann als solche an, wenn im betroffenen Kiefer noch ein bis drei eigene Zähne stehen. In dieser engen Konstellation ist der Zuschuss nach Befund 4.6 der richtige, weil bei so wenigen Restzähnen eine Klammerprothese die verbliebenen Zähne überlasten würde.
Stehen mehr Zähne im Kiefer, ändert sich die Rechnung. Die Teleskopversorgung bleibt möglich und ist medizinisch oft die bessere Wahl, sie zählt dann aber als gleichartige Versorgung. Ihr Zuschuss bemisst sich nach dem Befund für die einfachere Teilprothese mit Klammern, und die gesamte Differenz zur Teleskoparbeit tragen Sie.

Achtung: Lassen Sie sich vor der Einreichung des Heil- und Kostenplans schriftlich geben, unter welchem Befund Ihre Praxis die Versorgung ansetzt. Steht dort ein anderer Befund als der, den Sie erwartet haben, klären Sie das vor der Genehmigung und nicht nach der Behandlung. Nachträglich lässt sich ein Befund nicht mehr korrigieren.
Haltbarkeit: woran die Prothese hängt und was später dazukommt
Die Lebensdauer einer Teleskopprothese hängt an den Pfeilerzähnen darunter. Der Zahnersatz selbst ist robust, die überkronten Zähne tragen dagegen dauerhaft eine Last, für die sie nicht gebaut wurden. Drei Dinge setzen ihnen zu:
- Karies am Kronenrand: Unter einer Primärkrone ist beginnende Karies schwer zu erkennen, weil die Krone den Zahn verdeckt. Sie fällt oft erst auf, wenn der Zahn sich lockert.
- Parodontitis: Entzündetes Zahnfleisch löst den Halt der Pfeilerzähne im Knochen, und mit dem Zahn geht die Verankerung verloren.
- Nachlassende Friktion: Die Reibung zwischen Primär- und Sekundärkrone lässt mit den Jahren nach, die Prothese sitzt dann lockerer. Nachaktiviert wird sie im Labor, als Reparatur.
Genau hier hat die Konstruktion einen Vorteil, der ihren Preis relativiert. Geht ein Pfeilerzahn verloren, lässt sich die vorhandene Prothese in vielen Fällen umarbeiten und erweitern, statt sie komplett neu anzufertigen. Bei einer Klammerprothese endet der Verlust eines Ankerzahns häufiger mit einer neuen Arbeit.

Für Reparaturen und Wiederherstellungen gibt es eigene, deutlich kleinere Festzuschüsse. Wie klein, hängt vom jeweiligen Befund ab, die Festzuschusstabelle beginnt bei rund 17 Euro für den kleinsten Befund überhaupt. Rechnen Sie Unterfütterungen, das Nachaktivieren der Friktion und gelegentliche Erweiterungen als laufende Kosten ein, nicht als Ausnahmen.
Kurz gesagt: Die günstigste Teleskopprothese ist die, deren Pfeilerzähne halten. Zwei Kontrolltermine im Jahr und eine professionelle Zahnreinigung sind bei dieser Versorgung keine Kür, sondern der Schutz einer vierstelligen Investition.
Zahnzusatzversicherung, wenn der Eigenanteil vierstellig bleibt
Eine Teleskopprothese ist genau der Fall, in dem die Leistungsgrenzen der ersten Vertragsjahre greifen: Der Eigenanteil liegt oft über dem, was ein frisch abgeschlossener Tarif im ersten Jahr überhaupt erstattet. Die vier Anbieter unten haben wir deshalb nach zwei Kriterien geordnet, die hier zählen, nämlich einer hohen Erstattung in den ersten beiden Jahren und einer guten Leistung für Zahnbehandlung und Prophylaxe, weil die Pfeilerzähne dauerhaft gepflegt werden müssen.
Ein Punkt gilt für alle vier, auch dort, wo der Tarif ausdrücklich ohne Gesundheitsprüfung und ohne Leistungsaufschub verkauft wird: Laufende und bereits angeratene Behandlungen sind ausgeschlossen. Steht die Teleskopversorgung bereits im Heil- und Kostenplan, ändert ein Abschluss an dieser Rechnung nichts mehr. Sinnvoll ist er, solange in Ihrem Mund noch keine Behandlung angeraten wurde.
DA Direkt: volle Erstattung und das größte Prophylaxe-Budget
Premium Plus erstattet 100 Prozent, innerhalb wie außerhalb des Zahnarztnetzes, verlangt keine Gesundheitsfragen und leistet ab dem ersten Vertragstag (Stand: September 2026). Für eine Teleskoparbeit ist die Netzfreiheit relevant, weil solche Konstruktionen häufig bei einer prothetisch spezialisierten Praxis entstehen und nicht in einer Netzliste. Die Leistungsstaffel läuft von 1.500 Euro im ersten Jahr über 3.000 und 4.500 auf 6.000 Euro im vierten Jahr, für Prophylaxe stehen 200 Euro jährlich bereit. Das ist der höchste Prophylaxe-Betrag in dieser Auswahl und damit das Budget, das Ihre Pfeilerzähne am Leben hält. Der Startpreis von 16,90 Euro bezieht sich im Anbieterbeispiel auf ein Kind, für Erwachsene liegt der Beitrag höher.
DFV: die höchste Grenze im ersten Vertragsjahr
Bei einer Arbeit, die pro Doppelkrone abgerechnet wird, entscheidet die Leistungsstaffel darüber, wie viel ein Tarif überhaupt tragen kann. ZahnSchutz Exklusiv 100 setzt die Grenze im ersten Vertragsjahr auf 1.750 Euro, im zweiten auf 3.500, im dritten auf 5.250 und im vierten auf 7.000 Euro, ab dem 49. Monat fällt sie weg (Stand: September 2026). Das ist der höchste Einstiegswert in dieser Auswahl, und trotzdem bleibt er unter dem Eigenanteil von rund 1.989 Euro aus unserem Beispiel mit zwei Doppelkronen. Erst ab dem zweiten Vertragsjahr wäre eine solche Versorgung vollständig gedeckt, und wer Zeit hat, gewinnt hier bares Geld. Der Tarif erstattet 100 Prozent bei Zahnersatz und Zahnbehandlung, verzichtet in allen vier Stufen auf Gesundheitsfragen, leistet vom ersten Tag an und kostet ab 17,80 Euro im Monat.
Münchener Verein: starke Leistung für die Vorbehandlung
ZahnGesund 100 erstattet bis zu 100 Prozent beim Zahnersatz und 100 Prozent bei der Zahnbehandlung, und zwar ohne vorgeschalteten Leistungsaufschub (Stand: September 2026). Der zweite Wert ist bei dieser Versorgung kein Nebenschauplatz, denn vor der ersten Doppelkrone stehen häufig Wurzelbehandlungen und eine Parodontitistherapie, und die laufen über die Zahnbehandlung. Die Leistungsstaffel steigt von 1.500 Euro im ersten Jahr auf 6.000 Euro im vierten. Wenn Ihre Pfeilerzähne vor der Prothetik noch saniert werden müssen, ist das die passendere Kombination.
die Bayerische: Prestige mit voller Leistung in beiden Bereichen
ZAHN Prestige zahlt 100 Prozent bei Zahnersatz und bei Zahnbehandlung und startet bei 17,50 Euro im Monat, für Prophylaxe sind 200 Euro im Jahr vorgesehen (Stand: September 2026). Eine Wartezeit gibt es in keinem der Tarife dieses Anbieters. Der Tarif Komfort darunter deckt 80 bis 90 Prozent plus die volle Regelversorgung ab und startet bei 16,50 Euro. Bei einer Behandlung dieser Größenordnung raten wir zur höheren Stufe: Zehn Prozentpunkte weniger Erstattung sind bei einer Rechnung von 2.400 Euro rund 240 Euro, und die holt der eine Euro Beitragsunterschied im Monat nicht wieder herein.
Bevor Sie dem Kostenvoranschlag zustimmen
Der genehmigte Heil- und Kostenplan ist sechs Monate gültig und einmal um dieselbe Frist verlängerbar, und bei einer Teleskoparbeit wird dieses Fenster schnell eng: Wurzelbehandlungen, eine Parodontitistherapie und die Laborzeit für jede einzelne Doppelkrone laufen nacheinander, nicht parallel. Klären Sie den Zeitplan, bevor der Plan eingereicht wird, sonst genehmigt die Kasse eine Behandlung, die in der Frist gar nicht fertig werden kann. Wie der Plan aufgebaut ist und worauf Sie Position für Position achten, steht auf unserer Seite zur Zahnkrone.
Fragen Sie Ihre Praxis konkret:
- Wie viele Doppelkronen sind geplant, und ist jeder dieser Zähne langfristig erhaltungswürdig? Ein Pfeilerzahn, der in zwei Jahren verloren geht, kostet Sie die teuerste Position der ganzen Arbeit.
- Mit welchem GOZ-Faktor rechnet die Praxis, und liegt für einen Satz über dem 2,3-fachen eine schriftliche Begründung vor?
- Wie hoch sind die Laborkosten, und lässt sich ein zweiter Kostenvoranschlag aus einem anderen Labor einholen?
- Was kosten die Vorbehandlungen, die im Prothetik-Plan nicht auftauchen?
Eine zweite Meinung samt zweitem Heil- und Kostenplan steht Ihnen als gesetzlich Versichertem zu und kostet nichts. Bei einer Versorgung, deren Eigenanteil vierstellig ist, halten wir sie für die lohnendste halbe Stunde im ganzen Ablauf. Welche Leistungen sich rund um die Zähne sonst noch absichern lassen, steht in unserem Ratgeber zur Zahnzusatzversicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine zahnärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Ob Ihre verbliebenen Zähne eine Teleskopprothese über Jahre tragen können, entscheidet die Untersuchung von Wurzeln, Knochen und Zahnfleisch in Ihrer Praxis, und verbindlich wird die Summe erst mit dem genehmigten Heil- und Kostenplan.
Häufige Fragen zur Teleskopprothese
Was kostet eine Teleskopprothese?
Je nach Zahl der Doppelkronen 2.000 bis 4.000 Euro. Der Prothesenkörper schlägt mit 800 bis 1.200 Euro zu Buche, jede Doppelkrone mit weiteren 800 bis 1.000 Euro. Zwei Doppelkronen ergeben also eine Spanne von 2.400 bis 3.200 Euro, bevor der Festzuschuss abgezogen wird.
Wann zahlt die Kasse mehr als den Zuschuss für eine Klammerprothese?
Nur wenn im betroffenen Kiefer noch ein bis drei eigene Zähne stehen. Dann gilt die Teleskopversorgung als Regelversorgung und Sie erhalten den Festzuschuss nach Befund 4.6, ohne Bonusheft 410,51 Euro (Stand: Januar 2026). Bei mehr Restzähnen bemisst sich der Zuschuss nach der einfacheren Teilprothese.
Was passiert, wenn ein Pfeilerzahn verloren geht?
In vielen Fällen lässt sich die vorhandene Prothese umarbeiten und um den fehlenden Zahn erweitern, statt sie neu anzufertigen. Für solche Wiederherstellungen gibt es eigene, deutlich kleinere Festzuschüsse. Ob eine Erweiterung möglich ist, hängt davon ab, wie die übrigen Doppelkronen im Kiefer verteilt sind.
Wie oft muss eine Teleskopprothese nachgestellt werden?
Das richtet sich nach Ihrem Kiefer, nicht nach einem festen Intervall. Zwei Anlässe sind typisch: Der Knochen bildet sich unter der Prothesenbasis zurück und macht eine Unterfütterung nötig, oder die Friktion zwischen Primär- und Sekundärkrone lässt nach und die Prothese sitzt lockerer. Beides wird repariert, nicht ersetzt.
