Trotz Blut und Schmerzen triumphiertSchwerer Sturz! Doch dieser Radstar kämpft sich zum Sieg

Slovenian Tadej Pogacar L wins before British Tom Pidcock the sprint at the finish of the Milano-Sanremo one day cycling race for men, 298km from Milan to San Remo, Italy, Saturday 21 March 2026. DAVIDxPINTENS PUBLICATIONxNOTxINxBELxFRAxNEDxLUX x168478175x
Ein gezeichneter Tadej Pogacar siegt mit Panther-Sprung.
IMAGO/Belga / IMAGO/DAVID PINTENS

Rad-Superstar Tadej Pogacar ist nahezu unschlagbar, der Slowene gewinnt nahezu nach Belieben die größten Rennen der Welt. Doch bei Mailand-Sanremo gelingt ihm das nicht - bis jetzt. Auch ein Sturz kann ihn nicht aufhalten.

Tadej Pogacar ballte die Faust und fiel seiner Lebensgefährtin Urska Zigart überwältigt in die Arme, die Schmerzen seiner Schürfwunden und des blutenden Knies waren wie verflogen. Trotz eines Sturzes zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt hat der Radsport-Superstar seinen Traum wahr gemacht und erstmals bei Mailand-Sanremo triumphiert.

Der viermalige Tour-Sieger setzte sich bei der 117. Auflage des längsten Klassikers nach 298 km im Sprint auf der Via Roma knapp vor dem britischen Mountainbike-Olympiasieger Thomas Pidcock (Pinarello-Q36.5 Pro Cycling) durch. Dritter wurde der Belgier Wout van Aert (Visma-Lease a Bike). Vorjahressieger Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), der im Finale Pogacars Attacken nicht mehr folgen konnte, wurde letztlich Achter.

„Ohne meine Teamkollegen hätte ich es nicht geschafft“, sagte UAE-Star Pogacar mit feuchten Augen: „Für einen Moment dachte ich, es ist vorbei.“ Pogacar war vor der ersten Schlüsselstelle Cipressa zu Fall gekommen, fand jedoch wieder zurück in die Spitze und durfte letztlich doch noch jubeln: „Ich war glücklicherweise schnell auf dem Rad und hatte nicht allzu große Probleme.“ Teamchef Mauro Gianetti war begeistert: „Tadej hat Herz und Motivation bewiesen. Es ist einfach beeindruckend, wow. Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden.“

Profis aus Deutschland hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. Für Pogacar war es nach zwei Siegen bei der Flandern-Rundfahrt, drei Erfolgen bei Lüttich-Bastogne-Lüttich und fünf bei der Lombardei-Rundfahrt der elfte Triumph bei einem der fünf Radsport-Monumente. In seiner Vita fehlt nur noch der Sieg beim Kopfsteinpflaster-Klassiker Paris-Roubaix. Diese Lücke will Pogacar am 12. April schließen.

„La Primavera“, die Fahrt in den Frühling, begann chaotisch. Nach nur zwei gefahrenen Kilometern wurden die Fahrer fehlgeleitet, der Wagen der Jury und die Begleitmotorräder bogen in einem Kreisverkehr falsch ab und erzeugten ausgerechnet in dem Moment für große Verwirrung, als sich eine Ausreißergruppe absetzen wollte. Das Malheur blieb letztlich folgenlos, das Rennen wurde ohne größere Verzögerung fortgesetzt.

Pogacar büßte im Schweizer Jan Christen wenig später nach einem Sturz einen Helfer ein, ansonsten tat sich auf den ersten rund 200 Kilometern hinunter ans Mittelmeer und die Küste entlang Richtung Westen nicht viel. Die Teams mit den Favoriten hielten sich bei der Jagd nach der obligatorischen Fluchtgruppe über Stunden zurück. Seit 1991 hat sich kein Ausreißer den Sieg gesichert.

Erst auf der Anfahrt zur Cipressa kam reichlich Bewegung ins Rennen. Pogacar machte mit seinem UAE-Team das Rennen an der Spitze brutal schnell - und stürzte. In einer Linkskurve rutschte der Slowene weg. Mit Schürfwunden und Rissen in der Hose stieg Pogacar zurück aufs Rad und schloss mit großem Einsatz die Lücke zur Spitze.

An der Cipressa hatte letztmals 1996 ein Angriff Erfolg, Pogacar wagte dennoch den erwarteten Versuch. Dem starken Antritt konnten nur Pidcock und der ebenfalls gestürzte van der Poel folgen. Das Trio fuhr geschlossen zum Poggio, dort attackierte Pogacar erneut, schüttelte dieses Mal den schwächelnden van der Poel ab. Im Zielsprint mit Pidcock hatte Pogacar eine halbe Reifenlänge Vorsprung.

Verwendete Quellen: ter/sid