In nur 2 Runden zum Mega-DealDeutscher Sport-Star schockt NFL-Experten

Die deutschen NFL-Fans haben einen neuen Landsmann zum Anfeuern: Marlin Klein wird sensationell früh gedraftet. Der 23-Jährige spielt künftig für die Houston Texans.

Der Kölner Marlin Klein ist im NFL Draft überraschend früh von den Houston Texans ausgewählt worden und steht vor einer Karriere in der besten Football-Liga der Welt. Die Texans zogen den Tight End in der Nacht zu Samstag in der zweiten Runde an Position 59. Die Auswahl der Talente findet in Pittsburgh statt. Dass Klein derart früh ausgewählt wurde, darf getrost als Sensation bezeichnet werden. Nur zwei Deutsche jubelten beim NFL Draft früher über ihre Wahl: die heutigen RTL-Experten Björn Werner (2013/Runde 1, Position 24) und Sebastian Vollmer (2009/2, 58).

„Ich wollte von Anfang an nach Houston. Meine Verlobte und meine Familie können das bestätigen“, sagte Klein. Houston sei „ein hartes, körperbetontes Footballteam. Genau für so eine Mannschaft spiele ich gerne, davon möchte ich ein Teil sein.“ Die Texans waren noch nie Meister, standen zuletzt aber regelmäßig in den Playoffs. Klein spielt künftig an der Seite von Quarterback C. J. Stroud, der die Texans in der abgelaufenen Saison bis ins Viertelfinale führte.

Klein kommt von der University of Michigan, wo er 2023 die National Championship gewann und in der vergangenen Spielzeit sogar wie einst NFL-Ikone Tom Brady Kapitän war. Nachdem Star-Tight-End Colston Loveland im vergangenen Jahr in die NFL ging, wuchs Kleins Rolle in Michigan. Der 1,98-Hüne ist trotz seiner Größe sehr athletisch und vor allem schnell. Zudem gilt er als guter Blocker im Run Game. Eine Mischung, die den Texans offenbar gefällt.

Klein galt unter Experten eigentlich als Pick für die späteren Runden, nun kämpft er in Houston um einen Platz in der Offensive Line, die Verstärkung benötigt. Der 23-Jährige gilt als relativ unerfahren, allerdings mit großem Potenzial. Der 112 Kilogramm schwere Kölner ging an Tag zwei des Drafts als einer von neun Tight Ends vom Board - als vierter insgesamt.

Als 59. Pick wird der Deutsche künftig ein festgeschriebenes Gehalt von 8,185 Millionen US-Dollar kassieren. Wie viel davon garantiert sein wird, ist Verhandlungssache.

„Ich habe gezeigt, dass ich schnell laufen kann, dass ich Bälle fangen kann. Aber viele Leute mögen, dass ich gut blocken kann. Da gibt es nicht viele Tight Ends in der NFL und am College, die beides können“, sagte Klein und betonte seine Führungsqualitäten: „Was mich ausmacht, ist, wie ich mit anderen umgehe. Ich habe eine Beziehung mit denen, die mir die Wäsche oder das Frühstück machen. Viele Jungs haben mich als Vorbild gesehen.“

Eine Alternative zu seinen NFL-Plänen hatte Klein, der 2019 nach dem Schulabschluss in die USA gegangen war, nach eigenen Angaben nie. „Manchmal sage ich: Reifen wechseln. Aber ich weiß es nicht. Mein Plan A war immer: Ich ziehe in die USA und schaffe es in die NFL. Und Plan B war immer, dass Plan A läuft“, sagte er.

Dass Klein am Ende bei den Texans landet, schien der Deutsche irgendwie vorausgeahnt zu haben. Als der Kölner für RTL die Türen in seine vier Wände in Ann Arbor öffnete, zeigte er auch seine bisherigen Championship-Ringe. Den größten Ring erhielt er für den Sieg des National Championship, den sich die Michigan Wolverines passenderweise im NRG Stadium in Houston sicherten. Das Stadion ist auf dem Ring verewigt. „Wenn ich da hingehe, dann habe ich dort auf jeden Fall schon mal ein Spiel gewonnen“, sagte Klein. Er sollte recht behalten.

Dass die Texans Klein von Beginn an auf dem Schirm hatten, zeigen die Aussagen von General Manager Nick Caserio: „Seine Geschichte ist wirklich beeindruckend. Seine Reife. Seine Intelligenz. Seine Zähigkeit. Er hätte das Bowl-Spiel auslassen können, hat seinem Trainer im Grunde gesagt: ‚Ich spiele.‘ Er hat eine gute Größe, läuft gut. Sein bester Football liegt noch vor ihm. Er war ein Spieler, der uns von Anfang des Prozesses an gefallen hat“, sagte Caserio.

Mehr um einen Platz zittern müssen die anderen sechs Deutschen im Draft Paul Rubelt, Mark Petry, Florian Stahler, Maurice Heims, Felix Leppen sowie Leo Blumentritt.

Verwendete Quellen: ara/mar/sport.de/sid/dpa