Nations LeagueWirbel um Eckfahnen-Jubel nach Gelb-Rot für Israel-Stürmer

Sayed Abu Farkhis verhängnisvoller Eckfahnen-Jubel.
Sayed Abu Farkhis verhängnisvoller Eckfahnen-Jubel.
Georg Hochmuth/APA/dpa

Sayed Abu Farkhi schnappt sich nach seinem Tor in der Nations League in Österreich die Eckfahne und ahmt einen Billardstoß nach - oder eine Waffe? Die Aufregung ist groß, der Jubel aber nicht neu.

Kurioser Platzverweis nach dem ersten Länderspieltor: Der israelische Stürmer Sayed Abu Farkhi hat mit seinem folgenschweren Eckfahnen-Torjubel für Wirbel gesorgt. Der 20-Jährige hatte sich beim Nations-League-Spiel in Österreich nach seinem Treffer zum 1:1 (55.) eine Eckfahne geschnappt und mit ihr einen Billard-Stoß angedeutet. International wurde die Geste des Fußballprofis auch so interpretiert, als hätte er ein Gewehr angelegt. Der bulgarische Schiedsrichter Georgi Kabakov zeigte Abu Farkhi für die umstrittene Geste die Gelb-Rote Karte. Israel verlor das Spiel in Unterzahl noch mit 1:3.

Israels Trainer: „Ist meine Schuld, dass ich es nicht gestoppt habe“

„Jedes Mal, wenn er ein Tor schießt, jubelt er genau so. Er hat noch nie dafür eine Gelbe Karte bekommen. Das ist seine Art, Tore zu bejubeln“, sagte Israels Chefcoach Ran Ben-Shimon. „Er macht es immer wieder, es ist meine Schuld, dass ich es nicht gestoppt habe.“ Der Trainer habe nach dem Spiel zudem klargestellt, dass es sich nicht um eine Geste mit Bezug zu Waffen gehandelt habe, schrieb die Zeitung „Israel Hajom“. Der israelische Sender „Channel 12“ berichtete unter Berufung auf Teamkreise, dass sich Abu Farkhi entschuldigt, aber auch gesagt habe, dass dies sein üblicher Torjubel sei.

Tatsächlich hatte Abu Farkhi, der seit kurzem in der Major League Soccer für das US-Team Colorado Rapids spielt, in der Vergangenheit auch für seinen Ex-Club Maccabi Tel Aviv so gejubelt. Den Regeln nach kann ein Spieler verwarnt werden, wenn er sich beim Jubel provokativ, spöttisch oder aufrührerisch verhält.

Österreichs Nationalspieler Wimmer: „Einfach dämlich“

„Ich glaube, in der Phase, in der das Land steckt, beziehungsweise in der wir aktuell sind, ist das einfach dämlich“, sagte Österreichs Nationalspieler Patrick Wimmer von der TSG Hoffenheim über die vieldiskutierte Szene. „Ich glaube, so etwas hat im Fußball generell nicht viel verloren - und gerade in der Situation, in der sie stehen, glaube ich, umso weniger.“

Die israelische Nachrichtenseite ynet verwies mit Blick auf die internationalen Reaktionen zum Torjubel darauf, dass Abu Farkhi Araber ist. Die arabische Minderheit macht in Israel mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus, viele israelische Araber empfinden große Solidarität mit den Palästinensern im Gazastreifen.