AuslandsfußballHerzprobleme: Schweizer Schiedsrichterin tritt sofort zurück

„Ich musste sagen: Es geht nicht mehr“: Désirée Blanco stand einige Jahre mit einem Herzschrittmacher auf dem Platz, nun zwingen sie Probleme zum vorzeitigen Karriereende. Wehmütig blickt sie zurück.
Die Schweizer Spitzen-Schiedsrichterin Désirée Blanco hat ihre Karriere wegen Herzproblemen vorzeitig beendet. Der 43-Jährigen war nach Angaben des Schweizer Fußball-Verbandes vor vier Jahren ein Herzschrittmacher eingesetzt worden, zuletzt sei es bei einer kardiologischen Kontrolle zu Auffälligkeiten gekommen. „Dort sagte man mir, dass dies mit den intensiven Trainings zu tun hat“, sagte Blanco der Schweizer Zeitung „Blick“.
Sie habe teilweise so intensiv trainiert, dass sie drei Stunden nach dem Training nichts essen konnte, berichtete die Schiedsrichterin weiter. „Nachdem ich den Ablauf geändert habe, war der Fokus bei den Spielen nicht mehr derselbe. Ich war im Kopf und in den Beinen nicht mehr bereit. Ich musste sagen: Es geht nicht mehr“, sagte Blanco.
Blanco: Möchte meine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen
„So sehr ich Spitzenfußball und die Schiedsrichterei liebe, möchte ich meine Gesundheit nicht aufs Spiel setzen“, erklärte die Schweizerin in der Verbandsmitteilung. Zu den ausschlaggebenden Faktoren gehören auch neue Aufgaben in ihrem familiären und beruflichen Umfeld.
So stand Blanco am vergangenen Wochenende bei der Schweizer Erstliga-Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Lugano zum letzten Mal als Schiedsrichterin auf dem Rasen. Die frühere Schweizer Nationalspielerin leitete in ihrer Karriere 23 Spiele in der ersten Schweizer Liga. Auch bei der Frauen-EM in der Schweiz im vergangenen Jahr pfiff Blanco zwei Partien.
Schiedsrichterin dankbar für „unzählige wunderschöne Momente“
„Es war alles andere als einfach und macht mich enorm stolz, so weit gekommen zu sein“, blickte Blanco auf ihre vergangenen Jahre zurück. Die Schiedsrichterei habe ihr „unzählige wunderschöne Momente geschenkt“ und sei ein wichtiger Teil ihres Lebens gewesen, sagte die Schweizerin. „Umso schwerer fällt es mir, nun einen Schlussstrich unter diese besondere und intensive Zeit zu ziehen.“
