Fußball: Nations LeagueBoykott von Israel-Spielen? - Irland trifft Entscheidung

In einem brisanten Spiel soll Irland an diesem Sonntag auf Israel treffen. Ein irischer Fußball-Nationalspieler will nicht antreten. Der Verband und der Coach äußern sich.
Nach langen Diskussionen des Teams hat sich die irische Fußball-Nationalmannschaft gegen einen Boykott der Nations-League-Duelle mit Israel entschieden. Eine Mehrheit der Spieler habe sich dafür ausgesprochen, die Partien auszutragen, teilte der irische Fußballverband einen Tag vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Nationen im ungarischen Debrecen mit. In der Debatte geht es um die Rolle Israels im Gaza-Konflikt.
Ein Spieler hatte „gegenüber dem Cheftrainer sein Unbehagen hinsichtlich der Austragung dieses Spiels zum Ausdruck gebracht und seine Absicht bekundet, aus dem Kader auszutreten“, sagte der irische Fußballverbandschef David Courell. Dabei soll es sich Medienberichten zufolge um Torwart Gavin Bazunu handeln.
Nationaltrainer: „Druck von Tag zu Tag gewachsen“
„In Irland gibt es eine enorme Unterstützung für Palästina - wahrscheinlich die größte in ganz Europa“, sagte Irlands isländischer Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson. Seit der Auslosung habe es Proteste dagegen gegeben, das Spiel auszutragen. „Ich habe gespürt, wie dieser Druck von Tag zu Tag gewachsen ist, und mittlerweile nähert er sich fast einer Belastungsgrenze“, sagte Hallgrimsson.
Laut Aussage von Verbandschef Courell wollen die irischen Spieler bei der Partie schwarze Armbinden tragen, „um all derer zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben“. Zudem „wird es Teile der Zeremonie vor dem Spiel geben, an denen sie nicht teilnehmen werden“.
Das Rückspiel zwischen Irland und Israel soll am 4. Oktober in Serbien stattfinden.
