Der oder die Richtige fehlt bei vielenJugendliche haben immer später das „erste Mal“ – Studie in Köln vorgestellt
Junge Menschen haben heutzutage im Schnitt später Sex als noch vor ein paar Jahren. Das ist ein Ergebnis der aktuellen Jugendsexualitätsstudie, die am Donnerstag (22.01.) in Köln vorgestellt wurde.
Weniger Risiko und Freizeit bei Jugend von heute
Viele sagen: Früher war alles besser. Kann sein, auf jeden Fall war zumindest manches etwas früher. Junge Menschen lassen sich heutzutage mehr Zeit mit Sex als noch vor sieben Jahren. Auch der erste Kuss lässt oft auf sich warten. Das sind Ergebnisse der Studie „Jugendsexualität“ des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit. Sie wurde am Donnerstag (22.01.) in Köln vorgestellt. Im Schnitt haben Jugendliche ihr „erstes Mal“ mit 19 Jahren. Vor sieben Jahren waren sie durchschnittlich schon mit 17 Jahren so weit. „Risikoverhaltensweisen wie Alkoholkonsum, Drogenkonsum oder auch sexuelles Risikoverhalten nehmen deutlich ab“, sagt Studienleiterin Sara Scharmanski. „Aber auch – und das ist ein weiterer Grund – Freizeit. Die Freizeit von jungen Menschen hat sich verändert. Die Gelegenheiten, andere Gleichaltrige kennenzulernen, sind deutlich weniger geworden als noch beispielsweise zu Beginn des Jahrtausends. Die unstrukturierte Freizeit, so wird das in der Forschung genannt, ist deutlich weniger geworden für junge Menschen. Also nach der Schule, sie sind lange in der Schule, dann ist die freie Zeit durchgetaktet mit vielen Terminen und natürlich, sie verbringen auch viel Zeit online. Da fehlt es dann schlicht auch an Gelegenheiten, Gleichaltrige kennenzulernen“, so die Sozialwissenschaftlerin.
Aufklärung in Schule, weniger im Netz
Trotzdem findet die Mehrheit der Befragten, dass das erste Mal „gerade zum richtigen Zeitpunkt“ stattfindet. Meistens ist es geplant und mit dem festen Partner. Für die Studie wurden mehr als 5.800 Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren befragt. Hauptgründe für das Warten sind der fehlende richtige Partner und Schüchternheit. 41 Prozent haben das Gefühl, noch zu jung zu sein, vor allem Mädchen. Wenn es dann so weit ist, verhüten laut Studie die meisten mit Kondom. Auf Platz zwei landet die Pille. Teenie-Schwangerschaften sind in den vergangenen Jahrzehnten zurückgegangen. Übrigens: Am häufigsten informieren sich Teenager im Schulunterricht, weniger bei den Eltern. Überraschend ist: Das Internet und soziale Medien verlieren an Bedeutung, wenn es um sexuelle Aufklärung geht.


































