Bürger sollen mitentscheidenHamburg träumt von Olympia! Doch für manche ist es ein Albtraum

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So könnte Olympia in Hamburg aussehen.
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Hamburg will alles richtig machen!
Für die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele beginnt jetzt die wichtige Phase. Jetzt hat der Senat die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung vorgestellt. Und es scheint: Ideen haben die Hamburger. Doch es gibt auch Gegenstimmen.

Hamburger wollten Olympia 2015 nicht

Vor 11 Jahren stand Hamburg schon einmal vor der Entscheidung. Sollen die Olympischen Spiele in die Hansestadt kommen oder nicht? Die Bürger entschieden damals mit 51,6 Prozent gegen Olympia. Doch das soll, wenn es nach Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) geht, dieses Mal anders aussehen. Er sieht in den Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 in der Hansestadt viele Vorteile. Das betont er im November 2025 im Interview mit RTL Nord: „Über die sportliche Dimension hinaus bringen Olympische Spiele aber unglaubliche Vorteile für die Entwicklung einer Stadt und einer ganzen Region.” Wohnungsbau für das Olympische Dorf könnte hinterher für Mietwohnungen genutzt werden.

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Um die Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen, wurden in den vergangenen Monaten Ideenschmieden angeboten. Am Dienstag (20. Januar) zeigt der Senat in der Landespressekonferenz die Ergebnisse dieser Bürgerbeteiligung. Insgesamt haben sich in 15 Bürgerdialogen und Beteiligungsverfahren und online mehr als 3.000 Bürgerinnen und Bürger informiert. Im Beteiligungsverfahren zur geplanten Bewerbung sind rund 800 Rückmeldungen eingegangen. Viele davon, zu Themen wie Nachhaltigkeit, soziale Teilhabe, Rahmenprogramm oder Inklusion, sollen jetzt in das Hamburger Bewerbungskonzept einfließen. Wünsche seien beispielsweise Public-Viewing- oder Mitmach-Angebote für Kinder und Jugendliche. Rund 20 Prozent der Vorschläge seien aktuell als direkt umsetzbar eingestuft worden, heißt es. Im Juni soll alles beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht werden.

„Hamburgs Zukunft liegt nicht in Olympischen Spielen”

Das Bündnis NOlympia kritisiert vor allem die Kosten der Spiele. Olympische und Paralympische Spiele würden Hamburg aus Sicht der Olympia-Gegner wirtschaftlich, politisch und sozial überfordern. Das Bündnis kritisiert auch die Arbeit des Internationalen Olympischen Komitees und dass der Klimaschutz leiden würde. Unterstützung bekommt das Bündnis von der Umweltorganisation BUND. Hamburgs Vorsitzende Sabine Sommer betont: „Hamburgs Zukunft liegt nicht in Olympischen Spielen, sondern in nachhaltigen Investitionen, die Klima, Mobilität und Lebensqualität sichern.” Um klarzumachen, dass die Hamburger Bürger Olympia nicht wollen, will das Bündnis ab Ende Januar innerhalb von drei Wochen 10.000 Unterschriften sammeln. Wird dieses Ziel erreicht, findet die NOlympia-Stellungnahme Eingang in die Wahlunterlagen für das Referendum. Am Ende liegt die Entscheidung in Bürgerhand. Am 31. Mai entscheiden dann die Hamburgerinnen und Hamburger, ob sie sich Olympia in der Hafenstadt vorstellen können.

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Auch München, Berlin und NRW wollen sich bewerben

Neben Hamburg wollen auch Berlin, Nordrhein-Westfalen und München als deutsche Kandidaten für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ins Rennen gehen. München war 1972 bislang einziger deutscher Austragungsort der Olympischen Spiele. In einem Referendum hat die Stadt bereits für eine Bewerbung gestimmt, NRW will die Bevölkerung Ende April befragen. Berlin plant bislang kein Referendum. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will dann im Herbst eine Entscheidung fällen.

Verwendete Quellen: dpa, hamburg.de, eigene RTL-Recherche