„Deshalb wollte mich mein Vater töten“„Goodbye Deutschland“-Star Janine Hundt rettet Albinomädchen vor dem Tod

Yunge ist erst 14 Jahre alt und lebt mit einer ständigen Angst.
Nicht wegen Krieg oder Hunger – sondern wegen eines tödlichen Aberglaubens. Denn: In Tansania werden Menschen mit Albinismus bis heute verfolgt, angegriffen und getötet. „Goodbye Deutschland”-Star Janine Hundt kennt diese Gefahr nur zu gut. Sie hat Yunge kennengelernt, beschützt – und ist überzeugt: Ohne ihre Hilfe hätte das Mädchen keine Zukunft. Wie gefährlich Yunges Alltag wirklich ist und warum Janine überzeugt ist, dass ihre Hilfe lebensrettend war, seht ihr oben im Video.

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Ein tödlicher Aberglaube macht Albinokinder zur Zielscheibe

Vier Jahre lang lebte Janine Hundt in Tansania. In dieser Zeit stand sie immer wieder fassungslos vor einem Phänomen, das für Außenstehende kaum begreifbar ist: die Jagd auf Menschen mit Albinismus. Der Grund ist ein tief verwurzelter, tödlicher Aberglaube. Demnach sollen Körperteile von Albinos Glück, Wohlstand und Macht bringen. Besonders Kinder sind betroffen – und besonders gefährdet. Mit einem Mädchen verbindet Janine eine ganz besondere Geschichte: Yunge.

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Denn: Als Janine und ihr Ehemann Attu von Yunges Schicksal erfuhren, lebte das Mädchen bei Verwandten – unter Bedingungen, die kaum auszuhalten waren. „Sie hatte vorher bei anderen Verwandten gewohnt, wo sie auch extrem misshandelt wurde. Harte Arbeit in der Sonne, Feldarbeit, Schläge, wenig zu essen.“ Um sie zu schützen, nahmen Janine und Attu Yunge für zwei Monate bei sich auf. Doch das junge Mädchen vermisste ihre Familie, sie hatte Heimweh. Am Ende kehrt Yunge zu ihrer Oma zurück – der einzigen Person, die sie kompromisslos vor Angriffen schützt.

Acht Kilometer Schulweg – ohne Schutz vor der Sonne

Heute besucht Yunge eine Schule, in der sie das einzige Kind mit Albinismus ist. Wegen ihrer stark eingeschränkten Sehkraft sitzt sie in der ersten Reihe. Doch selbst dort ist sie nicht sicher. Janine sieht sofort, wie sehr die Sonne Yunges Haut schädigt. „Wenn sie sich zur Seite dreht, sieht man, dass die Falten weiß sind. Aber das Gesicht ist ziemlich rot.“

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Kurz zuvor mussten alle Schüler Sand schleppen – stundenlang in der prallen Sonne. Ohne Sonnencreme. „Das ist natürlich schlecht für sie“, sagt Janine. Trotzdem läuft Yunge jeden Tag acht Kilometer zur Schule – und wieder zurück. Ein Weg voller Angst. Wie real die Gefahr ist, daran lässt Janine keinen Zweifel: „Ich bin mir sicher, wenn wir nicht involviert wären in dieser ganzen Geschichte, wäre sie nicht mehr am Leben.“ Auch Attu ist überzeugt: „Ohne mich hätten sie Yunge umgebracht. Sie verboten ihr sogar, zur Schule zu gehen.“ Der einzige Grund, warum sie momentan in Ruhe gelassen wird: Die Menschen wissen, dass jemand hinschaut.

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„Deshalb wollte mich mein Vater auf töten”

Als Yunge von ihrem Alltag bei den Verwandten erzählt, wird klar, wie tief die seelischen Wunden sind. „Sie sagen, ich sei schlecht. Sie sagen, ich sei von einem bösen Geist besessen. Sie sagen, ich sei ein einbeiniger Teufel. Deshalb wollte mich mein Vater auch töten, als ich ein Baby war.“ Ein Satz, der sitzt und tief unter die Haut geht.

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Nur ihre Oma stellt sich schützend vor sie. „Die Oma ist ihre Retterin“, sagt Janine. Jeden Morgen habe sie Angst, ob Yunge sicher von der Schule zurückkommt. Für Janine steht fest: Dieses Kind braucht einen radikalen Neuanfang. „Für sie ist es wirklich besser, einen harten Cut zu haben. Weg von dieser Region, weg von dieser Familie.“ Die Lösung ist ein Internat, in dem Yunge geschützt ist, lernen darf und andere Kinder mit Albinismus trifft. Dank einer Spende konnte dieser Wunsch zumindest teilweise erfüllt werden – Yunge lebt inzwischen in einem Internat. Ein Ort, der ihr Sicherheit gibt. Und Hoffnung.

„Goodbye Deutschland - die Auswanderer“ vorab auf RTL+ streamen

Wie die Geschichte von Janine Hundt und ihrem Attu in Tansania weitergeht? Ob die Eröffnung einer Poolbar bei Sarah Stachorski und ihrem Mann René auf Gran Canaria klappt? Und warum Sarah plötzlich um ihre Zukunft kämpft? Das alles (und viel mehr) seht ihr am Montag ab 20:15 Uhr auf RTL+.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche