„Mein Kind wurde ruhiggestellt“Berühmter Kinderpsychologe schuldig gesprochen! Das hat Michael Winterhoff meiner Tochter angetan!
„Evelyn wird nicht mehr das Mädchen sein, was sie vor der Einrichtung war.“
Der Kinderpsychiater und Sachbuchautor Michael Winterhoff wurde wegen Körperverletzung in mehreren Fällen verurteilt. Eines der betroffenen Kinder: die Tochter von Tanja G.! Doch das Urteil ist für die Mutter nur ein schwacher Trost, wie sie im RTL-Interview sagt.
Berühmter Kinderpsychologe Michael Winterhoff verurteilt – doch für Evelyns Mutter ist das nur ein schwacher Trost
Michael Winterhoff galt lange als Star unter den Kinderpsychiatern, schrieb Bestseller, saß in Talkshows – auch bei RTL. Sein Erziehungsstil: klar autoritär. Doch mittlerweile ist seine Karriere erloschen: Stattdessen gibt es harte Vorwürfe gegen ihn. Und nun – nach rund einem Jahr Prozess – auch ein Urteil in Bonn.
Denn Michael Winterhoff hat Kindern und Jugendlichen das umstrittene Psychopharmakon Pipamperon zur Dauerbehandlung verordnet. Darunter auch Evelyn, die Tochter von Tanja G.: Nach fast zehn Jahren sieht sie ihm wieder ins Gesicht. Als Mutter empfindet sie Angst – und Wut über das, was ihre Tochter durchmachen musste. Mit 13 kam sie zu Winterhoff – und bekam vier Jahre lang auf seine Verordnung das Medikament Pipamperon. Heute ist sie 22. Doch Mutter Tanja ist sich sicher: „Evelyn wird nicht mehr das Mädchen sein, was sie vor der Einrichtung war.“
Kinder betäubt – neun Monate auf Bewährung für berühmten Kinderpsychologen!
Das Bonner Landgericht hat den Kinderpsychiater zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Kammer befand den 71-Jährigen der vorsätzlichen Körperverletzung in sieben Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung für schuldig. Zwar habe der Angeklagte Kindern und Jugendlichen das umstrittene Psychopharmakon Pipamperon zur Dauerbehandlung verordnet. Doch anders als von der Staatsanwaltschaft angenommen, habe er dies nicht getan, um Patienten zu schaden, so die Richterin. Vielmehr habe der Angeklagte „aus seiner ureigenen ärztlichen Überzeugung und in heilender Absicht gehandelt“.
Auch den Vorwurf, das Medikament ohne medizinische Notwendigkeit verordnet zu haben, sieht das Gericht nicht als erwiesen an. Zudem habe er Einwilligungen zur Behandlung von den Sorgeberechtigten eingeholt – allerdings in der irrigen Annahme, sie ausreichend aufgeklärt zu haben. Winterhoff selbst hatte die Anklagevorwürfe im Prozess zurückgewiesen. Seine Verteidiger plädierten auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Klar ist: Viele Eltern sind nicht zufrieden mit dem Urteil und auch Tanja G. hat sich ein deutlicheres Zeichen gewünscht.
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Die Einrichtung „Kleiner Muck”, wo Winterhoff bis 2021 gearbeitet hat, hat ebenfalls Konsequenzen gezogen: „Es darf nicht mehr die Einzelexpertise geben, sondern man muss sich breit aufstellen“, erklärt Bernd Siebertz vom Verein „Kleiner Muck“.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche und dpa


