Endlich ein bisschen günstigerAutofahrer freut’s: Spritpreise sinken auf Zwei-Monats-Tief!

Der Griff zum Zapfhahn ist in Deutschland derzeit so wenig schmerzhaft, wie nie in den vergangenen zwei Monaten. Mit Blick auf das Preisniveau vor dem Beginn des Iran-Kriegs dürfte das allerdings ein schwacher Trost bleiben.
Die Spritpreise sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gefallen. Ein Liter E10 kostete am Donnerstag im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,964 Euro, wie Berechnungen von ntv.de zeigen. Das entspricht einem Rückgang um 2,5 Cent im Vergleich dem Vortag. Günstiger war Benzin zuletzt am 7. März. Der Preis für Diesel lag am Donnerstag mit 2,004 Euro um 3,5 Cent unter dem Schnitt vom Mittwoch. Diesel war zuletzt am 4. März günstiger gewesen. Am Tag darauf überschritt der Preis die Marke von zwei Euro pro Liter. Am Abend lagen die Preise teilweise noch tiefer. Allerdings ist nur der Tagesdurchschnitt wirklich aussagekräftig, da die Preise im Tagesverlauf stark schwanken.
Am 1. Mai war der sogenannte Tankrabatt in Kraft getreten. Die Benzinpreise stiegen in den Tagen darauf um bis zu drei Cent. Das sorgte für Kritik an Mineralölkonzernen und Tankstellenbetreibern.
Zum aktuellen Rückgang dürfte vor allem der sinkende Ölpreis beigetragen haben. Er hat seit einem Hoch am Montag deutlich nachgegeben. Dennoch war E10 am Donnerstag nur knapp zwölf Cent billiger als am 30. April, dem letzten Tag vor der Steuererleichterung. Der Tankrabatt beträgt pro Liter 16,7 Cent. Diesel war etwa 16 Cent billiger.
Der ADAC bezeichnete die Spritpreise als nach wie vor überteuert. Er betonte, das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Energiesteuersenkung. Hauptgrund für die aktuell leicht sinkenden Spritpreise ist der gesunkene Ölpreis, dem die Kraftstoffpreise folgen, so der ADAC.
Vor etwas mehr als einer Woche habe der Brent-Preis noch über 110 US-Dollar gelegen, aktuell bewege er sich im Bereich von 100 US-Dollar. Unterstützt werde diese Entwicklung durch einen stärker werdenden Euro gegenüber dem US-Dollar. Der ADAC schätzt, dass die jetzt spürbare Preissenkung nur teilweise auf die Energiesteuersenkung zurückzuführen ist. Vor allem bei Super E10 gebe es noch erhebliches Potenzial für Preissenkungen.
Der ADAC und das Münchner Ifo-Institut waren zuletzt zum Schluss gekommen, dass der „Tankrabatt“ nicht vollständig weitergegeben wird. Das Ifo beobachtet, dass die Weitergabe sukzessiv steigt, aber nicht vollständig ist.
Laut Ifo-Experte Florian Neumeier wurden am Donnerstag 15 Cent des Rabatts bei E10 und 14 Cent bei Diesel weitergegeben. Für seine Berechnungen vergleicht das Ifo die Spritpreise in Frankreich.
Sprit ist momentan deutlich teurer als vor dem Iran-Krieg - trotz „Tankrabatt“. E10 ist nach Berechnungen von ntv.de 20,5 Cent teurer als vor dem Krieg. Am 27. Februar, dem Vortag des Kriegsbeginns kostete ein Liter durchschnittlich 1,759 Euro. Der Preis für einen Liter Diesel liegt noch immer um 28,5 Cent höher. Am Tag vor dem Angriff Israels und der USA auf den Iran war ein Liter Diesel mit durchschnittlich 1,719 Euro günstiger als ein Liter E10. Dieses Verhältnis kehrte sich in der Folge um: Seit dem 3. März ist Diesel im Schnitt teurer. Anfang April betrug der Preisunterschied ganze 25 Cent.
Da die Spritpreise zwischen Regionen und Tankstellen schwanken, kann es hier starke Abweichungen geben. Am Abend variierten die Preise für E10 etwa von 2,07 Euro pro Liter im Landkreis Trier-Saarburg bis zu 1,88 Euro je Liter im bayerischen Landkreis Kulmbach. Die Dieselpreise bewegten sich in einer ähnlichen Spanne.
In der Regel sind die Preise am späten Vormittag am günstigsten. Mittags steigen sie dagegen meist stark und fallen danach wieder. Seit dem 1. April gilt die 12-Uhr-Regel, die nur noch eine tägliche Preiserhöhung pro Tag erlaubt.
Verwendete Quellen: lwe/rts


