Harte Worte vom Ukraine-PräsidentWegen Drohnen-Spott: Selenskyj knöpft sich Rheinmetall-Boss vor

Ukrainian arms company Ukroboronprom hands over the new Peklo Hell drone-missile to Armed Forces in Kyiv KYIV, UKRAINE - DECEMBER 6: Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy R is seen as the Ukrainian arms concern Ukroboronprom presents and hands over the new Peklo Hell drone-missile to the Armed Forces of Ukraine in Kyiv, Ukraine, on December 6, 2024. The missile-drone Peklo is a new development in the Ukrainian arms industry, which can fly at a speed of 700 kilometers per hour and covers a distance of more than 700 km. Ukraine World. Editorial use only. Please get in touch for any other usage. PUBLICATIONxNOTxINxTURxUSAxCANxUKxJPNxITAxFRAxAUSxESPxBELxKORxRSAxHKGxNZL Copyright: x2025xAnadoluxViacheslavxRatynskyix
Präsident Selenskyj und der ukrainische Oberbefehlshaber Syrskyj im Dezember 2024 bei der Präsentation einer neu entwickelten Drohnenrakete in Kiew.
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In einem Interview spricht Rheinmetall-Chef Papperger der Ukraine ihre Innovationskraft im Krieg gegen Russland ab. Unter anderem vergleicht er ukrainische Drohnenhersteller mit Hausfrauen. Präsident Selenskyj reagiert nun auf die „groteske“ Bemerkung.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat abwertende Äußerungen von Rheinmetall-Chef Armin Papperger zur Drohnenproduktion in der Ukraine zurückgewiesen. „Wenn jede Hausfrau in der Ukraine tatsächlich Drohnen herstellen kann, dann kann jede Hausfrau in der Ukraine Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall sein“, sagte Selenskyj und bezeichnete Pappergers Vergleich als „grotesk“. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko hob vor allem die Rolle der Frauen bei der Verteidigung des Landes hervor.

Papperger hatte in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem US-Magazin „The Atlantic“ auf eine Frage zur Entwicklung der Drohnentechnologie in der Ukraine gesagt, dies sei „wie mit Lego zu spielen“. Der Rheinmetall-Chef verglich zudem wichtige ukrainische Drohnenhersteller mit „Hausfrauen“: „Sie haben 3D-Drucker in der Küche, und sie stellen Drohnenteile her. Das ist keine Innovation.“

Die Äußerungen sorgten in der Ukraine für große Empörung und lösten auch im Internet zahlreiche Reaktionen aus: Unter dem Hashtag MadeByHousewives hagelte es Memes und Anspielungen auf die Effektivität ukrainischer Drohnen. Rheinmetall versuchte am Sonntag zu beschwichtigen und lobte bei X den Beitrag „jeder einzelnen Frau und jedes Mannes in der Ukraine“ zur Verteidigung des Landes.

Man habe „größten Respekt vor den enormen Anstrengungen des ukrainischen Volkes, sich gegen den russischen Angriff zu verteidigen“, hieß es. Es spreche besonders für die Ukraine, dass sie selbst mit begrenzten Mitteln äußerst effektiv kämpfe. „Die Innovationskraft und der Kampfgeist des ukrainischen Volkes sind eine Inspiration“, schrieb der in Düsseldorf ansässige Konzern zudem.

Die Ukraine verfügt mehr als vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs über viel Erfahrung beim Einsatz von Drohnen sowie bei der Abwehr iranischer Schahed-Drohnen. Russland greift das Nachbarland unter anderem mit Schahed-Drohnen iranischer Bauart an, die Russland inzwischen unter der Bezeichnung Geran-2 selbst herstellt.

Der Iran wiederum attackiert seit Beginn des Iran-Krieges mit den USA verbündete Golfstaaten. Ende Februar wurden ukrainische Experten in die Region entsandt, um bei der Abwehr von iranischen Drohnenangriffen zu helfen. Selenskyj reiste in den vergangenen Tagen in mehrere Golfstaaten. Dabei vereinbarte er mit Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung.

Verwendete Quellen: lar/AFP/rts