Schweizer Nonne am Ende der WeltSchwester Lorena kämpft in Papua-Neuguinea gegen Hexenverfolgung
Diese Schweizer Nonne ist für viele die letzte Hoffnung.
In Papua-Neuguinea werden Frauen misshandelt und gefoltert, weil man sie für Hexen hält. Schwester Lorena stellt sich diesem Wahn seit Jahren entgegen. Unser Reporter trifft eine Frau, die immer wieder ihr eigenes Leben riskiert.
Schweizer Nonne lebt seit 47 Jahren in Papua-Neuguinea – und rettet Frauen vor der Hexenverfolgung
Dieses Land gilt als eines der unsichersten überhaupt, das Auswärtige Amt rät von Reisen ab. Schwester Lorena sitzt im Auto vorne, denn sie ist eine Art Lebensversicherung. Jeder hier in den Bergen Papua-Neuguineas kennt sie. Die Nonne lebt seit 1979 in Papua-Neuguinea, mit Ende 20 verabschiedet sie sich von ihrer Familie in der Schweiz und beginnt ein neues Leben am anderen Ende der Welt.
Als unser Reporter Schwester Lorena in den Highlands von Papua-Neuguinea trifft, wird schnell klar: Diese Frau ist für viele Opfer die letzte Hoffnung. Die Schweizer Nonne kämpft gegen einen brutalen Aberglauben, der Frauen das Leben kosten kann. Die ganze Reportage und mit welcher Begründung Männer rechtfertigen, Frauen als Hexen zu misshandeln und zu foltern, seht ihr im Video.

3.000 Menschen sollen in den vergangenen Jahrzehnten getötet worden sein
Wenn Menschen krank werden, sterben oder Unglücke passiert, suchen manche Dorfgemeinschaften einen Schuldigen. Oft trifft es Frauen. Sie werden beschuldigt, Hexen zu sein, misshandelt und gefoltert. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sollen in Papua-Neuguinea rund 3.000 Menschen auf diese Weise getötet worden sein, meist Frauen.
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Schwester Lorena berichtet, in ihren ersten zehn Jahren im Land sei überhaupt nichts passiert, ihren ersten Fall der Hexenverfolgung erlebt sie im Jahr 2012, da lebt sie schon 30 Jahre in Papua-Neuguinea. Eine Frau wird gefoltert und stirbt an den Folgen. Seitdem lässt die heute 75-Jährige das Thema nicht mehr los.
Schwester Lorena kämpft unermüdlich gegen Aberglauben und Hexenverschwörungen
2021 wird mit Unterstützung des katholischen Hilfswerks Missio Aachen das Haus der Hoffnung eröffnet. Dort können bis zu zehn Frauen unterkommen, die vor dem Hexenwahn fliehen müssen. Frauen wie Margaret. Eines Morgens wartet sie auf den Bus. Neben ihr steht eine junge Frau, Margaret grüßt sie freundlich. Später bricht diese Frau zusammen. Plötzlich heißt es, Margaret sei schuld. Am nächsten Tag steht eine wütende Menge vor ihrem Haus. Die Männer zerren sie weg. Sie sagen, sie sei eine Hexe. Dann schneiden sie ihr zwei Finger ab.
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Schwester Lorena fährt in Dörfer, spricht mit Männern und macht deutlich, dass Hexen nicht existieren. Jeder Einsatz kann gefährlich werden. Auf die Frage, ob sie selbst schon in Lebensgefahr war, sagt sie: „100 Mal.“
Trotzdem hört sie nicht auf. 420 Leben hat Schwester Lorena nach eigenen Angaben bereits gerettet. Für viele Frauen in Papua-Neuguinea ist sie deshalb mehr als eine Ordensschwester. Sie ist Schutz, Mut und ein Stück Hoffnung.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche


