Diesel 16 Cent raufNeuer Rekord beim Mittagssprung an den Zapfsäulen

Der Bundestag beschließt den Tankrabatt ab Ende kommender Woche. An den Zapfsäulen springt der Preis am Mittag zumindest für Diesel beinahe um den beschlossenen Abschlag von 17 Cent. Damit ist der bereits am Vortag verbuchte Rekordaufschlag schon wieder übertroffen.
Nach einer rund zweiwöchigen Talfahrt geht es bei den Spritpreisen nun wieder deutlich nach oben - und das eine Woche vor Inkrafttreten des Tankrabatts. Am Mittag - kurz nachdem der Bundestag den Tankrabatt ab 1. Mai beschlossen hatte - schossen die Preise so stark nach oben wie noch bei keinem Mittagssprung seit Einführung der 12-Uhr-Regel. Der ADAC ermittelte bei Superbenzin der Sorte E10 ein Plus von 14,1 Cent, bei Diesel von 16,3 Cent. Schon am Vortag war der Mittagssprung so kräftig ausgefallen, wie bis dahin nicht.
In der Spitze zeigten ntv.de-Daten am Mittag einen Preis von fast 2,29 Euro je Liter Diesel. Benzin der Sorte E 5 schob sich bis auf fast 2,25 Euro. Für die Sorte E 10 wurden 2,19 Euro aufgerufen.
Sowohl vor als auch nach dem Mittagssprung waren die Preise klar höher als zur jeweils gleichen Zeit am Vortag. Das deutet auf einen weiteren Anstieg im Tagesdurchschnitt hin. Schon am Donnerstag waren die Preise gestiegen: Super E10 hatte sich im bundesweiten Tagesdurchschnitt um 1,1 Cent auf 2,074 Euro pro Liter verteuert, Diesel um 2,3 Cent auf 2,150 Euro pro Liter.
Der ADAC begrüßte das, nannte es aber „fraglich“, dass sich der Rabatt „unmittelbar und vollumfänglich“ auf die Kraftstoffpreise auswirken wird. Er rechnet damit, dass die Preise erst sukzessive um den Steuerentlastungsbetrag sinken werden. Versorgungsengpässe rund um den 1. Mai hält der ADAC aber für „unwahrscheinlich“.
Nach Ostern waren die Spritpreise rund zwei Wochen tendenziell gefallen und hatten sich ein gutes Stück von ihren Hochs entfernt. Nun geht es in die andere Richtung. Eine Rolle dürfte dabei der Ölpreis spielen, der bei der für Europa wichtigen Sorte Brent inzwischen wieder über 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) liegt. Hintergrund ist die ausbleibende Bewegung in der Auseinandersetzung zwischen den USA und Israel sowie dem Iran.
Allerdings gab es am Nachmittag kurzzeitig ein Signal der Hoffnung: Berichten zufolge machte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi auf den Weg nach Pakistan. Von einem Gespräch mit der US-Seite war allerdings keine Rede.
Verwendete Quellen: jwu/dpa/AFP


