„Danke Collien”Tausende demonstrieren in Köln gegen sexualisierte Gewalt

Mehrere Tausend Menschen nehmen an einer Demonstration 'Gegen Patriarchale Gewalt' teil. Mit Schildern wie 'Danke Collien' demonstrieren die Teilnehmer gegen digitale und sexuelle Gewalt. Aufgerufen zu der Kundgebung ghatten das Aktionsbündnis Widersetzen Köln und die Feminist Law Clinic. Moderatorin Collien Fernandes hatte im Vorfeld schwere Anschuldigungen gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben: Er soll Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber Männern pornografische Inhalte geschickt haben.. Köln, 28.03.2026
Die Kundgebung lief unter dem Motto "Gegen Patriarchale Gewalt".
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Der Fall der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes mobilisiert die Menschen in Deutschland. Nach der Großdemo in Hamburg vor zwei Tagen bekunden auch in Köln erneut Tausende Menschen ihre Solidarität mit den Opfern von sexualisierter Gewalt und fordern mehr Schutz.

Zahlreiche Menschen sind in Köln gegen sexuelle Gewalt auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich mehrere Tausend Menschen. Die Kundgebung unter dem Motto „Gegen Patriarchale Gewalt“ begann am Rudolfplatz und bewegte sich über die Ringe in Richtung Chlodwigplatz. Die Organisatoren fordern mehr Schutz vor sexualisierter Gewalt und stärkere Präventionsmaßnahmen.

Auf den Schildern der Demonstrierenden sind Slogans zu lesen wie „Danke Collien“, „Not All Men But Ulmen“ oder „Ab jetzt gilt die Arschloch-Vermutung“. Aufgerufen zu der Kundgebung hatten das Aktionsbündnis Widersetzen Köln und die Feminist Law Clinic.

Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung zum Thema Gewalt gegen Frauen sind schwere Vorwürfe der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte.

Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des „Spiegels“ gerichtliche Schritte einzuleiten.

Zuletzt gab es bereits Demonstrationen gegen digitale Gewalt, unter anderem in Berlin am Brandenburger Tor oder in Hamburg am Rathausplatz, wo Fernandes am Donnerstag überraschend selbst auftrat. Auch dort haben Tausende Menschen mehr Schutz für Opfer sexualisierter Gewalt gefordert. „Es reicht! Die Scham muss die Seite wechseln“, war auf Plakaten zu lesen.

„Ich stehe jetzt hier mit einer schusssicheren Weste mit Polizeischutz und mit Security, weil ich Morddrohungen bekomme“, sagte Fernandes mit immer wieder stockender in Hamburg. „Weil Männer, zu 100 Prozent Männer, mich killen wollen. Da muss man sich nicht mehr wundern, dass so viele Frauen einfach auch den Mut nicht haben, rauszugehen und zu sagen, dieses und jenes wurde mir angetan“, sagte sie und rief dazu auf: „Lasst uns gemeinsam die Mauern des Schweigens einreißen.“

Auch in Hannover, München, Frankfurt und anderen Städten gab es große Kundgebungen. Inzwischen fordern auch Prominente und Influencer in den sozialen Medien härtere Strafen für die Täter. Und auch im Bundestag wird das Thema heiß diskutiert.

Verwendete Quellen: gut/dpa