Blue Origin erleidet RückschlagBezos‘ Weltraumfirma schießt Satellit in falsche Umlaufbahn

Blue Origin's New Glenn-3 launches AST SpaceMobile's BlueBird satellite from Cape Canaveral, Florida, on April 19, 2026. (Photo by Mauricio Paiz/NurPhoto)
Blue Origin feiert die Mission, obwohl ihr Hauptziel nicht erreicht wurde.
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Amazon-Gründer Jeff Bezos lässt einen Satelliten ins All fliegen. Doch der Ausflug ist wohl von kurzer Dauer: Das Vorhaben misslingt. Jetzt soll der Satellit zum Absturz gebracht werden, weil er unbrauchbar in der falschen Umlaufbahn hängt.

Die private Raumfahrtfirma Blue Origin von Jeff Bezos hat bei dem dritten Start ihrer Schwerlastrakete „New Glenn“ einen Rückschlag erlitten. Der Satellit wurde in einer zu niedrigen Umlaufbahn ausgesetzt und ist damit verloren. Die wiederverwendbare erste Stufe der Rakete landete jedoch planmäßig. Die Rakete war am Sonntag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet.

Der Satellit habe sich zwar vom Träger gelöst und seine Systeme hochgefahren, hieß es in einer ersten Stellungnahme. Die erreichte Höhe sei jedoch zu niedrig, um den Betrieb des Satelliten mit dem eigenen Antrieb aufrechtzuerhalten. Er werde daher zum Absturz gebracht, teilte der Betreiber AST Spacemobile mit. Der Satellit mit dem Namen „Bluebird 7“ sollte Teil eines weltraumgestützten Mobilfunknetzes werden, ähnlich wie das Projekt „Leo“ von Amazon oder „Starlink“ von SpaceX.

Blue Origin konnte die Mission dennoch als Erfolg verbuchen: Erstmals konnte das Unternehmen den Antrieb seiner „New Glenn“-Rakete erfolgreich wieder zur Erdoberfläche zurückbringen. Die Landung der ersten Raketenstufe war ein wichtiger Schritt, um die Wiederverwendbarkeit des Systems nachzuweisen und mit der „Falcon 9“-Rakete von SpaceX konkurrieren zu können.

Nachdem sich die erste Stufe mit dem Satelliten von der zweiten Stufe der Rakete getrennt habe, sei der Raketenantrieb wie geplant auf einer im Atlantik treibenden Plattform gelandet, erklärte Blue Origin. Bei den zwei bisherigen Starts der „New Glenn“-Rakete musste jeweils ein neuer Antrieb verwendet werden. Dank der Wiederverwendung des Antriebs könnte Blue Origin die Zahl der Raketenstarts erhöhen.

Der Start ist ein weiteres Kapitel in der schärfer werdenden Konkurrenz zwischen Jeff Bezos mit Blue Origin und SpaceX von Elon Musk. Beide Unternehmen entwickeln für die US-Raumfahrtbehörde Nasa Mondlandefähren. Die Nasa will damit vor einer geplanten bemannten chinesischen Mission im Jahr 2030 wieder Menschen auf den Mond bringen.

Musk gratulierte Bezos auf seiner Plattform X zum Start. „New Glenn“ ist für größere und schwerere Nutzlasten ausgelegt als die Raketen der Konkurrenz und soll Blue Origin einen Vorteil im Markt für kommerzielle Satellitenstarts verschaffen.

Verwendete Quellen: lwe/dpa/AFP