Fall bewegt Menschen in ganz EuropaDomenico (2) stirbt nach Transplantationsfehler – jetzt müssen die Verantwortlichen zittern

Herzkrankes Kind in Italien
Patrizia ist die Mutter des kleinen Domenico.
zeus, Felice De Martino/IPA via ZUMA P, Felice De Martino

Europaweit nehmen Menschen Anteil am Schicksal des kleinen Domenico.
Ein Spenderherz sollte dem Zweijährigen aus Italien das Leben retten, doch ein Fehler beim Transport des Organs kostete dem Jungen das Leben. Inzwischen ist die Zahl der Verdächtigen in dem Fall italienischen Medien zufolge auf sieben Personen gestiegen.

Neapel: Neuer Verdächtiger im Fall Domenico

Wie das Portal Rai News berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Neapel im Rahmen der Ermittlungen zur missglückten Herztransplantation einen Antrag auf Beweisaufnahme gestellt. Nun soll ein Untersuchungsrichter darüber entscheiden. Die Zahl der Verdächtigen in dem Fall sei von sechs auf sieben gestiegen. Aktuell laute der Vorwurf Totschlag.

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Der Anwalt der Familie habe aber eine Änderung der Anklage auf Totschlag mit möglichem Vorsatz beantragt. „Die Verteidigung hofft, dass nach Abschluss der Ermittlungen Anklage wegen Totschlags und nicht wegen fahrlässiger Tötung erhoben wird. Die Auswertung der Krankenakten liefert alle Anhaltspunkte für mögliche Vorsätzlichkeit, was Totschlag impliziert”, wird der Mann namens Francesco Petruzzi zitiert.

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Herz beim Transport falsch gekühlt, Ärzte setzen es trotzdem ein

Für den Jungen, der 2023 bereits mit einem Herzfehler zur Welt gekommen war, war kurz vor Weihnachten nach langem Warten endlich ein Spenderherz gefunden worden. Beim Transport wurde es jedoch falsch gekühlt und dadurch schwer beschädigt. Die Ärzte setzten es trotzdem ein. Seither wurde Domenico von einer Maschine am Leben gehalten.

Vergangene Woche entschied ein Ärzteteam, dass eine neue Transplantation zwecklos sei – auch, weil andere Organe wie die Nieren nicht mehr richtig funktionierten. Seither war klar, dass Domenico nicht überleben würde. Am Samstagvormittag teilte das Monaldi-Krankenhaus in Neapel mit, dass er „infolge einer plötzlichen und irreversiblen Verschlechterung seines klinischen Zustands” gestorben sei. Der Leichnam wird nun obduziert. Am Donnerstag oder Freitag soll er beerdigt werden.

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Mutter Patrizia war bis zum Schluss bei Domenico

In den letzten Minuten war seine Mutter bei Domenico. Die 44-Jährige aus einem Vorort von Neapel, die zwei weitere Kinder hat, sagte der Presse in Italien: „Ich bin bis zum Schluss geblieben, bis die Maschine abgeschaltet werden musste – und dann war alles vorbei.” Auf die Frage, wer Schuld am Tod ihres Sohnes habe, antwortete Patrizia: „Ich werde niemandem die Schuld geben, solange ich nicht die Wahrheit kenne. Aber jemand muss dafür bezahlen.” (sfu)

Verwendete Quellen: Rai News, dpa