Trotz Iran-BlockadeUS-Kriegsschiffe durchfahren Straße von Hormus

April 22, 2026, Arabian Sea, International Waters: The U.S. Navy Arleigh Burke-class guided-missile destroyer USS Pinckney patrols during a maritime blockade against ships entering or exiting Iranian ports and coastal areas, April 17, 2026, on the Arabian Sea. (Credit Image: © Us Navy/Planet Pix via ZUMA Press Wire
Der Lenkwaffenzerstörer "USS Pinckney" im Arabischen Meer.
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In der Straße von Hormus kommt es zur Konfrontation. Zwei Lenkwaffenzerstörer der USA passieren die Meerenge und begleiten Handelsschiffe. Teheran meldet daraufhin den Einsatz von Raketen und Drohnen.

Zwei US-Kriegsschiffe haben nach Angaben der US-Armee die bislang vom Iran blockierte Straße von Hormus durchfahren. Nach ihrer Durchfahrt durch die Meerenge befänden sich die Lenkwaffenzerstörer nun im Persischen Golf, teilte das für die Golfregion zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Zudem hätten zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe die Meerenge passiert. „Die amerikanischen Streitkräfte unterstützen aktiv die Bemühungen, die Durchfahrt für die Handelsschifffahrt wiederherzustellen“, hieß es in einer Mitteilung.

Das iranische Staatsfernsehen berichtete unterdessen, die iranische Marine habe Warnschüsse in der Nähe von US-Zerstörern abgefeuert. In dem iranischen TV-Bericht hieß es, die US-Schiffe hätten eine anfängliche iranische Warnung vor der Weiterfahrt missachtet. Daraufhin habe die iranische Marine als „Warnschuss“ Marschflugkörper, Raketen und Drohnen „um die feindlichen Schiffe des Aggressors herum“ abgefeuert.

Das US-Zentralkommando teilte seinerseits mit, die US-Zerstörer seien zur Unterstützung der Mission „Projekt Freiheit“ im Einsatz. So wird der US-Marineeinsatz genannt, den US-Präsident Donald Trump am Sonntag angekündigt hatte. Bei dem Einsatz sollen nach seinen Angaben ab diesen Montag wegen der iranischen Blockade in der Straße von Hormus festsitzende Schiffe aus der für den Welthandel immens wichtigen Meerenge hinaus „geleitet“ werden.

Centcom-Kommandeur Brad Cooper erklärte, die Unterstützung dieser defensiven Mission sei für die regionale Sicherheit und die Weltwirtschaft unerlässlich. Die USA würden dafür 15.000 Soldaten, mehr als 100 Flugzeuge sowie Kriegsschiffe und Drohnen einsetzen. Als Reaktion auf Trumps Ankündigung forderte die iranische Militärführung Handelsschiffe und Öltanker auf, jede Schiffsbewegung mit dem iranischen Militär abzustimmen.

„Wir haben wiederholt gesagt, dass die Sicherheit der Straße von Hormus in unseren Händen liegt“, erklärte Ali Abdollahi, der Leiter des vereinigten Kommandos der Streitkräfte. „Wir warnen davor, dass alle ausländischen Streitkräfte, insbesondere die aggressive US-Armee, angegriffen werden, wenn sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormus zu nähern und in sie einzufahren.“

Die Containerreederei Hapag-Lloyd teilte mit, an ihrer Risikobewertung habe sich nichts geändert. Eine Durchfahrt durch die Meerenge sei weiterhin nicht möglich. Vier Schiffe des Unternehmens befänden sich noch im Golf. Zahlreiche Vertreter der Schifffahrts- und Ölindustrie erklärten, militärische Konvois seien keine Lösung. Sie forderten ein Ende der Feindseligkeiten und ein Friedensabkommen, damit die Sicherheit für die Schifffahrt wiederhergestellt wird.

Verwendete Quellen: jpe/AFP/rts