Rettung geplantOberleitung gerissen – 460 Reisende sitzen in ICE fest

Was für ein Schreck für den Zugführer eines ICE in Norddeutschland: Auf der Strecke zwischen Hamburg und Lüneburg ist eine Oberleitung gerissen und hängt über der Trasse. Eine Vollbremsung verhindert das Schlimmste. Die Rettung der 460 Fahrgäste ist nicht ohne Risiko.
Bei Bardowick nahe Lüneburg ist ein ICE gegen eine gerissene Oberleitung geprallt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte, sitzen derzeit etwa 460 Reisende in dem Zug auf dem Weg nach München fest. Aufgrund der Oberleitungsspannung von etwa 15.000 Volt bestehe potenziell Lebensgefahr, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Man plane derzeit eine Evakuierung über einen anderen Zug.
Nach ersten Ermittlungen bemerkte der Lokführer des ICE 589 auf der Fahrt von Hamburg nach München rund 500 Meter nordwestlich des Bahnhofs Bardowick auf Höhe der Straße Witwenkamp, dass die Oberleitung in den Fahrbereich herunterhing, meldet der „Winsener Anzeiger“. Er leitete umgehend eine Vollbremsung ein. Unter den etwa 460 Reisenden wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand verletzt.
Der Vorfall sorgt aktuell auf der Strecke zwischen Hamburg und Berlin für längere Fahrzeiten und Verspätungen. Züge werden über Hannover umgeleitet. Auch die Linien RE3 und RB31 der Metronom-Regionalzüge sind von dem Oberleitungsschaden betroffen. Hier komme es auf der Strecke zwischen Hamburg-Lüneburg-Uelzen aktuell zu massiven Verspätungen und Teilausfällen, teilte das Verkehrsunternehmen auf seiner Website mit. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet.
Wie lange die Evakuierung noch dauert, sei bislang unklar, so der Bundespolizeisprecher. Auch die Ursache für den Oberleitungsschaden ist bislang unbekannt. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die aktuellen Abfahrt- und Ankunftszeiten zu informieren.
Verwendete Quellen: als/dpa


