Deutsche wählen das Zuhause-BüroHomeoffice-Boom – Jeder Vierte arbeitet jetzt von zu Hause!

In Deutschland arbeitet jeder Vierte im Homeoffice. Das sind so viele wie seit Pandemiezeiten nicht mehr. Die Zahl könnte noch weiter steigen. Gerade in Anbetracht eines aktuellen Problems hat Homeoffice Experten zufolge noch jede Menge Potenzial.
Der Anteil der Erwerbstätigen im Homeoffice ist vergangenes Jahr in Deutschland leicht auf 25 Prozent gestiegen. Damit wurde das Niveau des Corona-Jahres 2021 wieder erreicht, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. 2024 hatte der Anteil bei 24 Prozent gelegen, 2023 bei 23 Prozent. Der Vergleich mit dem Vor-Corona-Niveau von 2019 zeigt, wie sehr sich das Arbeiten von zu Hause etabliert hat: Damals arbeiteten nur 13 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich im Homeoffice.
Allerdings wird das Homeoffice inzwischen weniger umfassend genutzt als zu Pandemiezeiten. So arbeitete 2025 knapp ein Viertel (24 Prozent) der Homeoffice-Nutzenden ausschließlich von zu Hause aus. Im von der Pandemie geprägten Jahr 2021 waren es noch 40 Prozent. Zudem arbeitete knapp die Hälfte (46 Prozent) der Homeoffice-Nutzer weniger als die Hälfte der Zeit von zu Hause aus, was auf ein verbreitetes Nutzen von Hybrid-Modellen hindeutet.
„Es ist grundsätzlich ein positives Signal, dass der Anteil der Menschen, die auch im Homeoffice arbeiten, leicht gestiegen ist“, sagte die wissenschaftliche Direktorin Bettina Kohlrausch des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung. Aus der Forschung wisse man aber, dass das Potenzial, im Homeoffice zu arbeiten, noch lange nicht ausgeschöpft sei und dass sich mehr Menschen Arbeit im Homeoffice wünschten.
„Auch um Personen in Zeiten der Energiekrise von hohen Spritpreisen zu entlasten, wäre ein Recht auf Homeoffice, wie es während der Pandemie auch diskutiert wurde, sinnvoll“, sagte die Expertin. Gerade für Frauen, die meist immer noch den ganz überwiegenden Teil der Sorgearbeit erledigten - also etwa Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder Arbeit im Haushalt - „ermöglicht Homeoffice Flexibilität bei der Vereinbarkeit“.
Besonders große Unterschiede zeigen sich je nach Branche und Alter. Den höchsten Anteil wiesen mit je knapp drei Vierteln die IT-Dienstleistungen sowie die Unternehmensberatung auf. In der Gastronomie konnten dagegen nur sechs Prozent der Erwerbstätigen von zu Hause arbeiten. Den Daten des Bundesamtes zufolge gibt es zudem Unterschiede je nach Alter. Während die 35- bis 44-Jährigen mit 30 Prozent im vergangenen Jahr den höchsten Homeoffice-Anteil hatten, waren es bei den 55- bis 64-Jährigen nur 22 Prozent und bei den 15- bis 24-Jährigen gar lediglich zehn Prozent.
Hier könnten unterschiedliche private und berufsbedingte Faktoren eine Rolle spielen, führten die Statistiker aus: „Beispielsweise kann bei jüngeren Erwerbstätigen die Berufsausbildung die Möglichkeiten für Homeoffice einschränken.“ In den mittleren Altersjahren hingegen könne „die Notwendigkeit, private Verpflichtungen mit dem Beruf zu vereinbaren, zu einer stärkeren Nutzung des Homeoffice führen“.
Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit seinem Homeoffice-Anteil leicht über dem Durchschnitt, der laut EU-Statistikbehörde Eurostat 23 Prozent betrug. Spitzenreiter waren die Niederlande mit 52 Prozent, gefolgt von Schweden mit 45 Prozent. Die niedrigsten Anteile verzeichneten Rumänien und Bulgarien mit je vier Prozent. Homeoffice hat sich in Deutschland seit der Corona-Pandemie etabliert und wird hierzulande häufiger genutzt als im EU-Schnitt.
Verwendete Quellen: kaz/rts/AFP


