Diese Kreaturen leben tief im OzeanForscher entdecken bizarre Tiefsee-Wesen in der Karibik

Forscher finden in den Meerestiefen der Karibik dicht besiedelte Riffe, obwohl dort kaum noch Licht vordringt. Einige Korallen sollen Hunderte bis Tausende Jahre alt sein. Die Wissenschaftler entdecken auch ein Tier mit einer besonderen Eigenschaft.
Bei einer Unterwasserexpedition in der Karibik hat ein britisches Forschungsteam ungewöhnliche Tierarten, uralte Korallenriffe sowie ein sogenanntes blaues Loch entdeckt. Zu den Funden zählten bizarre Schnabelfische, Drachenfische mit unter UV-Licht rot leuchtendem Muster und eine bisher nicht bekannte schwimmende Seegurkenart.
Die Wissenschaftler an Bord des Schiffs „RSS James Cook“ hatten das Meer in bis zu 6.000 Metern Tiefe erforscht. „Eines der spannendsten Ergebnisse für uns war es, den Reichtum und die Vielfalt des Lebens an Orten zu erleben, die zuvor kaum erforscht worden waren“, sagte der leitende Wissenschaftler der Expedition „Beyond the Reef“, James Bell.
Die sechswöchige Expedition führte die Forscher in die tiefen Gewässer rund um die britischen Überseegebiete Anguilla, Kaimaninseln sowie Turks- und Caicosinseln. Mit Spezialgeräten kartierten sie 25.000 Quadratkilometer Meeresboden. Mehr als 20.000 Fotos und 160 Stunden Videomaterial wurden aufgenommen. Darauf zu sehen sind unter anderem auch Pelikanaale, Gespensterfische, zuvor unbekannte Riffe mit Schwammgärten und zahlreiche Haiarten.
In Anguilla kursierten zuvor vage Berichte von Fischern über Riffe in großer Tiefe. Die Expedition bestätigte dies nun. Die Wissenschaftler entdeckten gesunde, dicht besiedelte Riffe in Regionen, in die kaum noch Licht vordringt. In einer Tiefe von mehr als 120 Metern wurden Schwarze Korallen gefunden, die langsam wachsen. Einige sollen Hunderte bis Tausende Jahre alt sein.
Vor den Kaimaninseln fand das Forschungsteam intakte Riff-Terrassen, die Millionen Jahre alt sein könnten. Vor den Turks- und Caicosinseln wurde ein „blaues Loch“ entdeckt: Das Unterwasser-Sinkloch hat einen Durchmesser von 300 Metern und ist 100 Meter tief.
Die Kartierung des Meeresbodens hilft dabei, potenzielle neue Gebiete für Schutzmaßnahmen oder nachhaltige Fischerei zu identifizieren, wie das britische Forschungszentrum Cefas mitteilte.
Selbst sehr abgelegene Orte sind laut Wissenschaftler Bell nicht immun gegen globale Herausforderungen wie Klimawandel und Verschmutzung durch Plastik. Insgesamt ergab die Expedition erste Hinweise, dass sich viele der besuchten Offshore-Ökosysteme bisher noch in gutem Zustand befinden. Weitere Daten dazu werden folgen: „Wir haben eine große Anzahl von Wasserproben entnommen, die zur weiteren Analyse in unsere Labore gebracht wurden“, sagte Bell.
Verwendete Quellen: are/dpa


