Neue „No King“-ProtesteZehntausende gehen gegen Trump auf die Straße

Die Politik des US-Präsidenten treibt Zehntausende seiner Bürger erneut auf die Straßen. In 3000 Städten im ganzen Land wollen die Menschen ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Zum Höhepunkt der „No King“-Proteste kommt es in einem früheren Schwerpunkt der ICE-Einsätze.
In den USA gehen landesweit Menschen gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump auf die Straße. Unter dem Motto „No Kings“ („Keine Könige“) versammeln sich nach Angaben der Veranstalter Menschen in allen 50 Bundesstaaten, um gegen die Politik der republikanischen Regierung zu protestieren. Insgesamt seien mehr als 3000 Veranstaltungen angemeldet worden - vielerorts dauern Kundgebungen bis in den späten Nachmittag (Ortszeit) an.
In der US-Hauptstadt Washington zogen am Morgen nach Beobachtung geschätzt mehrere zehntausend Demonstrierende, darunter auch zahlreiche ältere Menschen, über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt. Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, erwarteten Medienberichten zufolge landesweit rund neun Millionen Teilnehmer und sprachen demnach von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes. Bereits im vergangenen Jahr hatten ähnliche Aktionen Millionen Menschen auf die Straße gebracht. In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia gingen Tausende Demonstranten mit Plakaten wie „Wir verlieren unsere Demokratie“ auf die Straße
Als zentrale Veranstaltung der landesweiten Proteste wird eine Kundgebung in St. Paul im US-Bundesstaat Minnesota, wo am Nachmittag (Ortszeit) bis zu 100.000 Teilnehmer erwartet werden. Dort sollen unter anderem der US-Senator Bernie Sanders und die Sängerin Joan Baez auftreten. Auch Bruce Springsteen kündigte sein Kommen an.
Hintergrund der Proteste sind unter anderem umstrittene Einsätze von Bundesbehörden im Zuge verschärfter Maßnahmen gegen Migration, die in der Region zuvor zu wochenlangen Protesten geführt hatten. Dabei wurden auch zwei US-Bürger durch Schüsse von Bundesbeamten getötet.
Auch in zahlreichen weiteren Städten sind Demonstrationen geplant oder bereits angelaufen. Nach Angaben der Organisatoren in US-Medienberichten stammt ein großer Teil der Anmeldungen aus konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten, nicht nur aus klassischen Hochburgen der Demokraten.
Die Proteste richten sich neben der Migrationspolitik der US-Regierung auch gegen außenpolitische Entscheidungen sowie steigende Lebenshaltungskosten. Kritiker werfen Trump vor, demokratische Prinzipien wie Meinungsfreiheit, Bürgerrechte und das Wahlrecht zu untergraben. „Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk - nicht bei Möchtegern-Königen oder ihren milliardenschweren Kumpanen“, erklärten die Organisationen im Vorfeld.
Verwendete Quellen: lme/dpa


