Spart Millionen auf Kosten der MitarbeiterMedizintechnik-Riese muss sparen – 1000 Jobs vor dem Aus

Alexander Schwarz montiert bei der Zeiss Meditec AG ein neurochirurgisches Visualisierungssystem. Der Mutterkonzern Carl Zeiss AG gibt am 11.12.2019 seine Jahrespressekonferenz.
Ein Mitarbeiter bei Zeiss Meditec AG montiert ein neurochirurgisches Visualisierungssystem.
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Für Carl Zeiss Meditec läuft es nicht. Der Umsatz sinkt um 5,7 Prozent, vor allem die Geschäftsbereiche Augenheilkunde und Mikrochirurgie schwächeln. Nun soll gespart werden - mit Produktionsverlagerung und Lieferkettenoptimierung. Und gut jede sechste Stelle soll ebenfalls wegfallen.

Beim Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec ist in den nächsten drei Jahren jeder dritte Arbeitsplatz in Gefahr. Der Augenheilkunde-Spezialist aus Jena stellte ein Sparpaket vor, von dem bis 2028/29 bis zu 1000 Stellen weltweit betroffen sein könnten. Ende September 2025 beschäftigte die Tochter des Technologiekonzerns Carl Zeiss knapp 5800 Menschen. Damit will Carl Zeiss Meditec das Ergebnis bis zum Geschäftsjahr 2028/29 um mehr als 200 Millionen Euro verbessern. „Diese Entscheidungen sind schmerzhaft, jedoch unumgänglich, um uns auch in Zukunft wettbewerbsfähig und langfristig erfolgreich aufzustellen“, sagte der seit Januar amtierende Interims-Vorstandschef Andreas Pecher, der auch den Mutterkonzern Zeiss leitet. Der Umbau soll in den nächsten drei Jahren bis zu 150 Millionen Euro kosten.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hinkten die Umsätze in beiden Geschäftsbereichen - Augenheilkunde und Mikrochirurgie - hinter dem Vorjahreswert her. Konzernweit sank der Umsatz um 5,7 Prozent auf 991 Millionen Euro, das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) brach auf 60,5 (112,6) Millionen Euro ein. Nun sollen die Lieferketten optimiert, schlecht verkaufte Produkte aufgegeben und Tätigkeiten in „kosteneffiziente Länder“ verlagert werden. Die Produktion in China soll ausgebaut werden. Es gehe darum, „die Kostenstruktur zu verbessern, die Ertragskraft zu stärken und Spielraum für Investitionen in Wachstum und Innovation zu schaffen“, erklärte Finanzvorstand Justus Wehmer.

Zeiss Meditec hatte schon im Februar die Umsatz- und Gewinnprognose gekippt. Nun stellte der Vorstand einen Umsatzrückgang um bis zu 3,5 Prozent auf 2,15 bis 2,2 Milliarden Euro in Aussicht. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebita-Marge) soll zwischen acht und zehn Prozent betragen. Dazu kämen Sondereffekte von mindestens 50 Millionen Euro. Ursprünglich hatte Zeiss Meditec 2,3 Milliarden Euro Umsatz und eine Ebita-Marge von 12,5 Prozent angepeilt.

Bis 2028/29 soll das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs gehen. Mit Hilfe der Einsparungen soll der Umsatz mindestens um rund fünf Prozent steigen, die bereinigte Ebita-Marge auf mindestens 14 Prozent. Erst langfristig seien wieder 16 bis 20 Prozent Marge drin.

Verwendete Quellen: als/rts