Drama vor der Insel Poel geht weiterRettungsplan für Wal steht – doch unter Wasser droht ein Problem

Der WALsinn geht weiter!
Seit über 50 Tagen steckt der Buckelwal in der Ostsee fest. Jetzt soll ein aufwendiger Transport ihn retten. Doch genau dabei könnte eine entscheidende Technik an ihre Grenzen kommen.
Unter Wasser wird der Tracker zum Risiko
Mehr als sieben Wochen nach seinem Auftauchen in der Ostsee spitzt sich die Lage zu. Der Buckelwal in der Ostsee ist geschwächt – jetzt setzen Helfer auf einen spektakulären Rettungsversuch.
Noch bevor der Transport überhaupt startet, sorgt ein Detail für Kopfzerbrechen. Ein am Wal befestigter Tracker soll seine Position übermitteln. Doch genau das klappt nur bedingt.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus erklärt das Problem offen: Der Tracker funktioniere nicht unter Wasser. Taucht der Wal ab, liefert das Gerät keine Daten mehr. Für die Helfer ein echtes Risiko. Denn wenn das Tier unter der Oberfläche verschwindet, lässt sich seine Position kaum noch nachvollziehen. An einer Lösung werde bereits gearbeitet, so Backhaus.
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Rettungsaktion mit riesigem Transportkahn
Trotzdem halten die Verantwortlichen an ihrem Plan fest. Ein spezieller Lastkahn soll den Wal aufnehmen und Richtung Nordsee bringen. Über 400 Kilometer Strecke liegen vor dem geschwächten Tier, vorbei an Fehmarn bis in die Gewässer bei Skagen. Dort wollen Experten prüfen, ob er die Reise übersteht.
Das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern duldet den Plan. Die Verantwortung bleibt jedoch bei der privaten Initiative. Tierärzte gehen aktuell davon aus, dass der Wal transportfähig ist.
Noch ist der Kahn nicht vor Ort. Zuletzt befand er sich bei Hamburg und soll am Sonntag bei Poel eintreffen. Dort wird er für den Einsatz umgebaut. Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Rettungsaktion bereits am Dienstag oder Mittwoch starten. Dann entscheidet sich, ob der Wal tatsächlich auf den Kahn gelotst werden kann.
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So läuft die heikle Verladung ab
Damit der Transport gelingt, wurde bereits eine lange Rinne im Flachwasser ausgebaggert. Durch sie soll der mehrere Tonnen schwere Wal auf den absenkbaren Kahn geführt werden.
Zusätzlich sichern Helfer die Umgebung mit großen Sandsäcken. Sie sollen verhindern, dass sich das Tier weiter in flache Bereiche verirrt. Steigende Wasserstände könnten dem Wal dabei sogar helfen, sich zu bewegen.
Warum der Wal nicht wegfindet
Der junge Buckelwal wurde Anfang März erstmals gesichtet, unter anderem im Hafen von Wismar. Seitdem hält er sich immer wieder in flachen Zonen auf. Fachleute vermuten, dass er krank ist und gezielt ruhige Bereiche aufsucht.
Über die Hälfte der Zeit lag das Tier bereits auf Grund. Für Experten ein deutliches Warnsignal. Jetzt entscheidet sich, ob der riskante Transport dem Buckelwal in der Ostsee doch noch eine Chance gibt. (jve, dpa)
Verwendete Quellen: dpa



