„Wenn ich Dich alleine treffe, bringe ich Dich um“Schwulenfeindliche Attacke mitten im Park! FDP-Politiker und sein Partner brutal angegriffen

Helmut Metzner und sein Partner wurden Opfer einer schwulenfeindlichen Attacke.
Helmut Metzner und sein Partner wurden Opfer einer schwulenfeindlichen Attacke.
picture alliance / XAMAX | XAMAX

„Während der Tat half niemand.”
Am Donnerstag (7. Mai) spazieren der FDP-Politiker Helmut Metzner (57) und sein Partner durch ihre Nachbarschaft, die Gegend, in der sie schon „lange und gern” leben. Doch der friedliche Spaziergang findet ein jähes Ende, als ein anderer Passant das Paar homophob beleidigt und körperlich attackiert. Mittlerweile ermittelt sogar der Staatsschutz in der Angelegenheit.

Helmut Metzner und sein Partner zu Boden gestoßen und mit Füßen getreten

Es ist kurz nach 19.00 Uhr am Donnerstababend, als Helmut Metzner mit seinem Partner im Schustehruspark in Berlin-Charlottenburg unterwegs ist. Laut einer Meldung der Berliner Polizei habe sich das schwule Paar im Gespräch mit einer Radfahrerin befunden, als ein unbekannter Mann mit seinem Hund dazu kam. Der Mann soll die Männer homophob beleidigt und zudem volksverhetzende Äußerungen von sich gegeben haben.

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Helmut Metzner hat die Tat kurze Zeit später auf seinem Facebook-Profil öffentlich gemacht. Er schreibt, sein Partner und er seien zunächst als „Schwuchteln” beschimpft worden. „Auf meine Frage, ob der Mann mitteleuropäischen Aussehens seine Äußerung in Anwesenheit der Polizei wiederholen würde, erklärte er: ‘Das ist Meinungsfreiheit.’”

Metzner habe angekündigt, die Polizei zu rufen. „Dann rannte er auf mich zu und stieß mich zu Boden. Im Anschluss griff er auch meinen Partner an, brachte auch ihn zu Boden und trat ihn mit Füßen.” Danach habe der Angreifer Metzners Partner mit den Worten „Wenn ich Dich alleine treffe, bringe ich Dich um“ gedroht. Metzner sei es gelungen, den Angreifer zu fotografieren und die Polizei zu rufen.

„Trotz Hilferufen kam niemand aus der Nachbarschaft”

Zunächst sei es dem Täter gelungen, zu fliehen. Doch noch am selben Abend habe „eine Person aus unserem Kiez” die Person identifizieren können. „Wir kennen nun den Namen und die Adresse des Täters”, schreibt Helmut Metzner in einem weiteren Facebook-Beitrag am Freitag (8. Mai). Mittlerweile habe der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts die Ermittlungen zu dem homophoben Angriff übernommen, heißt es in der Meldung der Berliner Polizei.

Während der Tat hingegen seien Helmut Metzner und sein Partner vollkommen auf sich allein gestellt gewesen. „Trotz Hilferufen kam niemand aus der Nachbarschaft. Die Anwohnenden und Passanten, die das Tatgeschehen mitbekommen haben mussten, rührten sich nicht oder entfernten sich eilends”.

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Helmut Metzner zu RTL: „Lasse mich nicht durch Angst in meinem täglichen Tun lähmen”

Zwei Tage nach dem Angriff im Park gehe es Helmut Metzner und seinem Partner „den Umständen entsprechend gut”, wie der FDP-Politiker auf RTL-Nachfrage mitteilt. Doch der Vorfall mache ihn „nachdenklich”. „Er fand in unserem unmittelbaren Wohnumfeld statt. Wir leben lange und gern in Charlottenburg”, erklärt Metzner.

In seinem Instagram-Beitrag ermutigt der Politiker dazu, Zivilcourage zu zeigen: „Eigenschutz beachten, Aufmerksamkeit fördern (Krach schlagen), Anwesende um Hilfe bitten, Polizei rufen, als Zeuge Hilfe und Solidarität zeigen, Tat dokumentieren.”

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„Für eine angemessene Verurteilung” seines Angreifers sei es wichtig „dass Menschen, die die Tat gesehen haben, sich bei der Polizei melden und ihre Wahrnehmung des Vorfalls beitragen”. „Der Rechtsstaat ist wehrhaft. Er bleibt es, wenn wir ihn durch den selbstbewussten Gebrauch unserer Rechte, aber auch verantwortungsvolles Handeln stärken”, ist sich Metzner sicher.

Auch wenn dem Paar der Vorfall „noch immer in den Knochen” steckt, wie Metzner auf Facebook schreibt, so lasse er sich dennoch nicht „durch Angst in meinem täglichen Tun lähmen”.

Verwendete Quelle: Polizei Berlin, Facebook/Helmut Metzner, eigene RTL-Recherche