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Weltverhütungstag: Das sollten Sie über Verhütung wissen

Weltverhütungstag: Das sollten Sie über Verhütung wissen

set of colored condom in female hand isolated on a white background
Weltverhütungstag 2017: Sollte eine Schwangerschaft immer gewollt sein?
Andrey Kobylko andrey.kobylko@gm, iStockphoto

Familienplanung ist ein Menschenrecht

Der 26. September ist Weltverhütungstag ('World Contraception Day'): Jede Schwangerschaft soll erwünscht sein. In Europa sind gerade junge Menschen über die Möglichkeiten der Schwangerschaftsverhütung gut informiert, Pille und Kondom sind die beliebtesten Verhütungsmittel. In früheren Zeiten musste man sich dagegen mit Schafsdarm behelfen.

Die Pille ist erst 66 Jahre alt

Mittlerweile verhüten drei von vier Frauen schon in jungen Jahren mit der Pille, so eine Krankenkassen-Studie. Dabei gibt es die Pille erst seit 1960 in den USA, in West-Deutschland kam die erste Antibabypille 'Anovlar' 1961 auf den Markt. In der DDR wurde die Antibabypille 'Ovosiston' produziert und ab 1965 sogar kostenlos verteilt.

Schafsdarm als Kondom

Gerade für Frauen, die auf keinen Fall schwanger werden wollen, bietet die Pille den größtmöglichen Schutz. Leider verhindert sie aber nicht die Ansteckung durch HIV-Viren oder Geschlechtskrankheiten. An dieser Stelle kommt das Kondom ins Spiel: Rot, gelb, grün, blau, braun, schwarz, mit Geschmack, Noppen, aus Latex oder Polyurethan – die Vielfalt der Kondome wird ständig größer.

Dabei wurden die ersten Kondome aus Stoffen genäht: Wirkung gleich null. Die ersten wirklich sicheren wurden aus Schafsdarm oder Fischblasen hergestellt. Weil diese Materialien aber nicht elastisch waren, wurden sie mit einem Schleifchen festgebunden. Dass diese natürlichen und sehr teuren Kondome allerdings mehrmals benutzt wurden, setzte ihre Wirksamkeit deutlich herunter.

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Verzweifelte Verhütungsmethoden

Die Lust am Sex ist das eine, der Kinderwunsch das andere. Schon die alten Ägypter suchten nach wirksamen Methoden, um ungewollte Schwangerschaften zu verhindern. Sie experimentierten mit verschiedenen Pasten, vermutlich auf Basis von Harz oder Honig, probierten aber wohl auch die empfängnisverhütende Wirkung von Elefantenkot aus. Auch die alten Griechen bastelten bereits lange vor Christi Geburt an Salben aus Öl, Honig und Harz, die auf den Gebärmutterhals aufgetragen wurden.

Bis in die 50er Jahre wurde Coca Cola nach dem Sex häufig als Scheidenspülung benutzt, um die Spermien abzutöten. Es wurde immer auch mit Schwämmchen experimentiert, die mit verschiedenen Substanzen getränkt waren, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Auch Casanova leistete im 18. Jahrhundert seinen Beitrag zur Verhütung: Eine ausgepresste halbe Zitrone wurde vor dem Sex über den Muttermund gestülpt, eine frühe Form des Diaphragmas.

Kupfer statt Hormone

Seit mehr als 50 Jahren können sich Frauen nun auf die Wirksamkeit der Pille verlassen. Sie bietet von allen Verhütungsmethoden den größten Schutz und reguliert manchmal sogar Akne, Haarausfall oder unerwünschten Körperhaarwuchs. Allerdings bergen auch die neuen Mikro- und Minipillen immer noch eine Thrombosegefahr: Das Risiko ist zwar relativ klein, allerdings steigt bei Raucherinnen die Gefahr sprunghaft an. Spiralen rangieren auf dem dritten Platz der Beliebtheit und eignen sich mittlerweile auch schon für junge Mädchen. Die neuen Modelle sind ebenso sicher wie die Pille und kleiner und flexibler als frühere Spiralen. Kupferketten- und -Spiralen oder der relativ neue Kupferball wirken ohne Hormone und gelten als sichere Alternative zur Pille.

Lust ohne Reue

Für welches Verhütungsmittel man sich letztlich entscheidet, kommt auf die jeweilige (Lebens-) Situation an. Fest steht aber, dass es in Deutschland jederzeit möglich ist, eine ungewollte Schwangerschaft zu verhüten. Und sollte beim spontanten Sex doch mal die Pille vergessen worden sein oder das Kondom reißen, gibt es immer noch die 'Pille danach' rezeptfrei in Apotheken. Damit steht einer selbstbestimmten Sexualiät zumindest nicht die Angst vor Schwangerschaft im Wege.