Tipps vom Experten der Feuerwehr

Welchen Feuerlöscher sollten wir zu Hause haben?

In der Wohnung eignen sich besonders  Feuerlöscher mit Schaum oder Wasserdruck.
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14. Oktober 2020 - 12:51 Uhr

Im Notfall kann ein Feuerlöscher die Rettung sein

Der Weihnachtsbaum brennt, die Pfanne auf dem Herd steht in Flammen, ein Funke entzündet die Vorhänge. Im Notfall kann ein Feuerlöscher die Rettung sein. Aber welcher Feuerlöscher ist der Richtige? Wie wende ich ihn an? Und wie verhält man sich im Ernstfall richtig? Steffen Ottilie, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Eisleben, hat uns Antworten gegeben.

Wasser oder Schaum für den Hausgebrauch

Schaut man im Netz nach Feuerlöschern, dann fällt einem sofort die große Auswahl an verschiedenen Löschmitteln auf. Pulver, Schaum, Wasser, Fettlöscher – Was eignet sich für den Hausgebrauch? Steffen Ottilie findet Wasserdrucklöscher oder Schaumlöscher am sinnvollsten für den Ernstfall zu Hause. "Das was brennen kann, das sind vor allem Möbel, Gardinen, Fernseher. Die gehören alle zur Brandklasse A. Solche Brände lassen sich gut mit Schaum oder Wasser löschen", erklärt Ottilie.

Pulverlöscher "töten" Computer

Weit verbreitet sind auch Pulverlöscher zur Brandbekämpfung. "Dabei muss man aber wissen, dass das Pulver aus ganz feinen Salzen besteht. Dieser feine Staub zieht in die kleinsten Ritzen hinein", so Ottilie. Die Salze gelangen in das Innenleben sämtlicher Stoffe und elektronischer Geräte im Raum. Laptops und Computer gehen dadurch nach einem halben Jahr kaputt.

Brand in der Pfanne? Deckel drauf!

Bei Fettbränden auf dem Herd ist es meist am einfachsten, den Deckel auf Pfanne oder Topf zu machen. So erstickt die Flamme. Decken oder spezielle Löschdecken helfen zusätzlich. Fettbrandlöscher erfüllen ebenfalls ihren Zweck. Bloß nicht mit Wasser löschen! Wasser in Verbindung mit Fettbrand kann eine Fettexplosion auslösen.

Lieber Drucklöscher als Aufladelöscher

Es gibt zwei Arten von Feuerlöschern: Aufladelöscher und Drucklöscher. Für den Hausgebrauch eignen sich Drucklöscher. Sie sind mit einer Anzeige versehen, die den Druck in der Flasche anzeigen. Somit kann man sehen, ob der Löscher im Ernstfall auch wirklich funktioniert. Generell ist es sicherer, den Feuerlöscher alle zwei Jahre von Fachleuten auf Funktionstüchtigkeit überprüfen zu lassen.

Und was taugen die billigen Feuerlöscher?

Neben dem Feuerlöscher gibt es auch sogenannte Löschsprays in der Größe einer Haarspraydose. In der Praxis sind diese Sprays bei diversen Übungen der Freiwilligen Feuerwehr Eisleben allerdings durchgefallen. Statt auf Sprays sollte man lieber auf den altbewährten Feuerlöscher setzen.

Feuerlöscher gibt es in verschiedenen Preiskategorien. Um die 20 Euro kosten die günstigen Modelle. Man kann aber auch bis zu 90 Euro dafür zahlen. Steffen Ottilies Tipp: "Man muss immer schauen, was draufsteht." Art, Inhaltsstoffe, Anwendungsbereich und Größe regeln den Preis.

Und was mache ich im Ernstfall?

Wenn es zum Brand kommt, sollte man versuchen, zu löschen. Dabei schauen, ob man einen sicheren Fluchtweg hat. Gelingt die Löschaktion nicht, sofort aus dem Raum gehen und die Tür schließen, damit sich der Brand nicht auf das ganze Haus ausbreiten kann. Dann sollte man die Feuerwehr rufen.

Besonders in der Adventszeit sollte man darauf achten, dass in der Nähe von offenen Flammen keine brennbaren Stoffe wie Gardinen oder Decken sind, damit es gar nicht erst zum Brand kommen kann.

Lesetipp: Mehr dazu, wie Sie sich bei einem Wohnungsbrand verhalten sollten, lesen Sie hier.